
Berlins Rave The Planet Parade tanzt unter 1.500 Polizisten nach CSD-Terroranschlag weiter
Zehntausende versammelten sich am 15. August zur Berliner Techno-Parade Rave The Planet, der ersten Großveranstaltung in der Innenstadt seit dem CSD-Terroranschlag am 25. Juli, mit 1.500 eingesetzten Polizisten und Temperaturen bis zu 35 °C.
Erste Großveranstaltung nach dem CSD-Anschlag
Am 25. Juli fuhr ein islamistischer Angreifer einen Van in eine Menschenmenge am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD) und griff dann Menschen mit einer Machete an, wobei eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen verletzt wurden, einige schwer. Drei Wochen später, am 15. August, fand in der Stadt die erste Großveranstaltung im Zentrum statt: die Techno-Parade „Rave The Planet“ in ihrer fünften Auflage. Die Route verlief entlang der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule durch den Großen Tiergarten in der Nähe des Tatorts vom 25. Juli. Die Organisatoren rechneten unter dem Motto „Imagine Love“ mit bis zu 300.000 Teilnehmern. Die als Demonstration angemeldete Parade sollte nach Angaben der Organisatoren ein Zeichen für Frieden, Zusammenhalt und den Schutz der elektronischen Musikkultur setzen. Dr. Motte, geboren als Matthias Roeingh, gründete die Parade mit, um die Geschichte der Loveparade fortzusetzen, die er und sein Team ursprünglich als politische Demonstration ins Leben gerufen hatten.
- Islamistischer Terroranschlag am CSD-Rand in Berlin: eine Frau getötet, mindestens 31 Verletzte
- Rave The Planet Parade beginnt im Tiergarten mit Schweigeminute für die Anschlagsopfer
- U-Bahnhöfe Brandenburger Tor und Bundestag geschlossen
Sicherheitseinsatz
Die Polizei setzte etwa 1.500 Beamte ein, unterstützt von einem Hubschrauber und Drohnen, die die Veranstaltung bis in den Abend überwachten. Straßen und Wege in der Umgebung wurden gesperrt, einige mit Pollern gesichert. Beamte patrouillierten zu Fuß und zu Pferd durch den weitläufigen Tiergarten. Die S-Bahn bediente den Bahnhof Brandenburger Tor nicht mehr, und die U-Bahnhöfe Brandenburger Tor und Bundestag wurden ab etwa 14:00 Uhr geschlossen. In der Nähe der Siegessäule wurde ein Wasserwerfer der Polizei positioniert, der vor allem Kühlnebel versprühte. Die Feuerwehr und der Sanitätsdienst des Organisators waren mit fünf Notfallstationen vor Ort. Im Vorjahr hatten viele Teilnehmer behandelt werden müssen, meist wegen, so ein Feuerwehrsprecher, „klassischen Veranstaltungssymptomen“ im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen.
Schweigeminute und Auftakt
Die Parade begann mit einer Schweigeminute, als Tausende inne hielten, um der Opfer des CSD-Anschlags zu gedenken. Dr. Motte sprach auf der Auftaktkundgebung und rief die Teilnehmer dazu auf, an die Liebe zu sich selbst und zu anderen zu denken.
Dann könnte daraus vielleicht der Weltfrieden entstehen. Lassen Sie uns diese Vision Wirklichkeit werden lassen.
Auch Julia Miosga vom Berliner CSD-Verein und Anna-Maria Seifert vom Karneval der Kulturen sprachen bei der Eröffnung.
Lasst uns mutig sein. Lasst uns Überzeugung zeigen. Jetzt mehr denn je.
Hitze und Widerstandskraft
Die Thermometer zeigten 35 °C im Schatten, eine Quelle gab bis zu 36 °C an. In der direkten Sonne auf der Straße des 17. Juni und am Großen Stern waren die Temperaturen noch höher. Musik-Trucks, die zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule fuhren, gaben kühlenden Wassernebel ab, und Wasserschläuche mit kleinen Öffnungen sorgten für zusätzliche Erfrischung. Drei Punkte entlang der Strecke boten kostenloses Trinkwasser an, und im Tiergarten wurden Kühlzonen eingerichtet. Besucher wie Conny und Julia aus Köln bezeichneten die Dusche aus dem Wasserwerfer als „mega“ und trugen, wie sie sagten, „unglaubliche Mengen Wasser“ in ihren Rucksäcken. Viele brachten auch Wasserzerstäuber mit. Trotz der Hitze und der Nähe zum jüngsten Anschlag tanzten Zehntausende ununterbrochen zum Bass vom frühen Nachmittag bis in den Abend.


