
Berlin-Pride-Attentäter weiter auf der Flucht: ein Toter, mindestens 29 Verletzte nach Lkw-Angriff auf Menschenmenge im Tiergarten
Ein gemieteter Lieferwagen pflügte am späten Samstagabend nahe dem Brandenburger Tor in die Menge der Berliner Christopher-Street-Day-Parade, tötete einen Menschen und verletzte mindestens 29, drei von ihnen lebensgefährlich.
Der Anschlag
Ein weißer Lieferwagen erfasste am Samstag gegen 22 Uhr nahe dem Brandenburger Tor Fußgänger, fuhr in den Tiergarten und traf mehrere Menschen, bevor er gegen einen Baum prallte und stoppte. Die Feierlichkeiten sollten bis Mitternacht dauern, wurden aber nach dem Unfall sofort abgesagt. Augenzeugen sagten der Polizei, dass eine oder mehrere Personen aus dem Fahrzeug flohen, und mehrere Umstehende berichteten von anschließenden Messerangriffen. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, sagte, eine Stadt, die „weltoffen, tolerant und friedlich“ sei, sei „in ihrer Freiheit auf die schrecklichste Weise getroffen“ worden.
Der Tatverdächtige
Die deutschen Behörden identifizierten den Tatverdächtigen am Sonntag als Abdul B., einen 21-jährigen gebürtigen Berliner. Er ist schlank, etwa 1,90 Meter groß, hat schwarze Haare und trug zum Tatzeitpunkt einen schwarzen Kapuzenpullover und eine weiße Hose. Die Polizei warnte die Öffentlichkeit, jeden direkten Kontakt zu vermeiden, und beschrieb ihn als „bewaffnet und gefährlich“. Die Ermittler gehen davon aus, dass er nicht allein handelte, und suchen nach mindestens einem Komplizen.
Er ist hier in Berlin als Mitglied islamistischer Kreise bekannt, und unsere Suche nach dieser Person läuft auf Hochtouren.
Polizeisprecher Florian Nath stellte zudem fest, dass die Beamten immer noch „keine Informationen über konkrete Motive, den genauen Ablauf oder die Rolle des Tatverdächtigen bei der Tat haben.“ Der Tatverdächtige hat Verbindungen zu islamistischen Gruppen in der Hauptstadt; am Sonntagmorgen wurde ein Foto veröffentlicht.
## Opfer Ein Mensch wurde getötet und mindestens 29 wurden verletzt, drei von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Frühere Berichte am Sonntagmorgen sprachen von 16 Verletzten. Einige der Verletzten erlitten Stichverletzungen, aber die Polizei warnte, es sei „zu früh“, um Schlüsse zu ziehen.
- Weißer Lieferwagen erfasst Menschenmenge nahe Brandenburger Tor und fährt in den Tiergarten
- Fahrzeug prallt gegen Baum und stoppt; Insassen fliehen; Zeugen berichten von Messerangriffen
- Rest der Christopher-Street-Day-Feierlichkeiten abgesagt
- Polizei gibt Identität des Verdächtigen Abdul B. (21) bekannt und warnt, er sei bewaffnet und gefährlich
- Bundeskanzler Merz und EU-Parlamentspräsidentin Metsola geben Erklärungen der Verurteilung und Solidarität ab
- Polizei bestätigt einen Toten, mindestens 29 Verletzte, drei in lebensbedrohlichem Zustand; Tatverdächtiger weiterhin flüchtig
Politische Reaktionen
Bundeskanzler Friedrich Merz wurde unmittelbar nach den Ereignissen informiert und blieb in engem Kontakt mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und den Berliner Sicherheitsbehörden. Merz versprach, dass die Täter „dieser abscheulichen Tat mit aller Härte bestraft werden“. Dobrindt steht in „ständigem Dialog“ mit den Landesbehörden und bot Bundeshilfe an.
Der Anschlag wird mit aller Härte aufgeklärt und bestraft werden.
Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, sprach auf sozialen Medien ihr Beileid aus und erklärte: „Hass und Gewalt haben in einem Europa der Freiheit und des Respekts keinen Platz. Wir werden geeint bleiben gegen diejenigen, die Angst und Spaltung säen wollen.“ Das Bundesinnenministerium gab bekannt, dass „alles auf einen terroristischen Anschlag hindeutet“.
## Hintergrund Die Christopher-Street-Day-Parade ist eine der größten LGBTQ+-Veranstaltungen Europas und zieht über mehrere Tage Hunderttausende Menschen in die deutsche Hauptstadt. Deutschland hat in den vergangenen Jahren ähnliche Fahrzeugangriffe auf öffentliche Plätze erlebt; der schwerste traf ebenfalls 2016 Berlin, als ein Lkw in einen Weihnachtsmarkt raste und zwölf Menschen tötete. Der Anschlag vom Samstag ist der jüngste in einer Reihe von gewalttätigen Angriffen auf überfüllte öffentliche Versammlungen.


