
Belgien bestätigt 306 Salmonellenfälle im Zusammenhang mit Eierproduzent – europäischer Alarm weitet sich aus
Die belgischen Lebensmittelsicherheitsbehörden haben mindestens 306 Salmonelleninfektionen bestätigt, die auf einen Geflügelbetrieb in Geel zurückgeführt werden, was zu Keulungen und Produktrückrufen in Belgien und Luxemburg führte.
Ausbruch im Geflügelbetrieb Laerco
Mindestens 306 Menschen in Belgien haben sich mit Salmonellen infiziert, die auf kontaminierte Eier des Geflügelbetriebs Laerco BV in Geel in der Provinz Antwerpen zurückgehen. Die belgische Bundesagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette (FASFC, lokal bekannt als AFSCA) bestätigte, dass klinische Proben symptomatischer Patienten mit dem spezifischen Bakterienstamm übereinstimmten, der in der flämischen Anlage identifiziert wurde. Vertreter der Agentur erklärten, dass die bestätigte Fallzahl nur diagnostizierte Patienten widerspiegelt, während die tatsächliche Anzahl der Infektionen wahrscheinlich höher ist, da Personen mit leichten Magen-Darm-Beschwerden oder asymptomatischen Infektionen oft keinen Arzt aufsuchen oder sich keinen Labortests unterziehen. In Belgien wurden keine Todesfälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch registriert.
Chronologie der Kontamination und Betriebsschließung
Gesundheitsinspektoren entdeckten Salmonellen erstmals im Mai 2026 am Produktionsstandort in Geel, als Routinetests eine Kontamination in einem der vier Hühnerställe des Betriebs ergaben. Die Aufsichtsbehörden erlaubten den drei verbleibenden Hühnerställen zunächst, den aktiven Betrieb fortzusetzen, während sie einen lokalen Produktrückruf anordneten. Eine anschließende Testrunde identifizierte das Vorhandensein der Bakterien in einem zweiten Hühnerstall, woraufhin die Behörden die vollständige Schließung der gesamten landwirtschaftlichen Anlage im August 2026 anordneten. Am 10. August 2026 erließen die Inspektoren einen zweiten Rückruf, der alle verbleibenden Eierchargen umfasste, und überwachten die Keulung des gesamten Geflügelbestands des Betriebs. Die belgischen Gesundheitsbehörden untersuchen auch, ob der genetische Stamm aus Geel mit einem anhaltenden Salmonellenausbruch im Vereinigten Königreich übereinstimmt, bei dem eine Person gestorben ist.
- Inspektoren entdecken Salmonellen in einem von vier Hühnerställen des Laerco-Betriebs in Geel
- Behörden schließen die gesamte Anlage, ordnen einen zweiten Eierrückruf an und keulen den Geflügelbestand
- Das EU-RASFF-Netzwerk registriert eine ernste Meldung, die neun europäische Länder auflistet
- Belgische Lebensmittelsicherheitsbeamte bestätigen 306 Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Betrieb
Europäische Verteilung und Rückrufumfang
Schätzungen des öffentlichen Gesundheitswesens zufolge gelangten bis zu 2 Millionen Eier, die möglicherweise die bakterielle Kontamination trugen, in den kommerziellen Handel in Belgien und dem benachbarten Luxemburg. Am 12. August 2026 veröffentlichte das Schnellwarnsystem der Europäischen Union für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) eine Meldung, die die Situation als ernst einstuft und Belgien zusammen mit der Tschechischen Republik, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Portugal und Spanien aufführt. Obwohl erste Medienberichte behaupteten, dass in allen acht Exportzielen bereits Rücknahmen aus dem Einzelhandel stattfänden, stellte die FASFC klar, dass formelle Rückrufe nur in Belgien und Luxemburg durchgeführt wurden. Die Behörden der anderen sechs europäischen Partnerländer prüfen derzeit die lokalen Lieferketten, um zu bewerten, ob nationale Produktrückrufe gerechtfertigt sind. Die FASFC warnte auch, dass trotz der Entfernungen aus dem Einzelhandel einige kontaminierte Eier wahrscheinlich noch in privaten Haushaltsküchen gelagert werden.
Polnische Dokumentation und Einzelhandelsüberprüfung
Das Auftauchen Polens auf der europäischen Alarmliste führte zu Überprüfungen hinsichtlich einer möglichen Exposition im Einzelhandel. FASFC-Sprecherin Hélène Bonte erklärte, dass Polen aufgrund einer kommerziellen Transaktion, die unter den Anmeldeinformationen eines polnischen Unternehmens registriert wurde, in das RASFF-System aufgenommen wurde, und nicht aufgrund bestätigter Lieferungen, die polnisches Hoheitsgebiet erreichten.
Auf dem Papier sieht es so aus, als wäre es ein polnisches Unternehmen, aber die Eier wurden nie in Polen verkauft. Sie wurden hier in Belgien von einer Person auf unserem Hoheitsgebiet gekauft, aber die Quittung wurde auf ein polnisches Unternehmen ausgestellt.
Bonte erklärte, dass die belgischen Aufzeichnungen zwar stark auf einen lokalen Verbrauch hindeuten, die FASFC jedoch einen grenzüberschreitenden Transport nicht endgültig ausschließen kann, sodass die endgültige Marktbestimmung den polnischen Inspektoren überlassen bleibt. Die polnische Generalveterinärinspektion erhielt formelle Anfragen bezüglich einer möglichen inländischen Verteilung, hatte aber bis Dienstagnachmittag keine offizielle Antwort veröffentlicht. Die FASFC stellte fest, dass Ermittlungen zu Wirtschaftsbetrug in die Zuständigkeit der Strafverfolgungsbehörden und nicht der Lebensmittelsicherheitsinspektoren fallen, während Gesundheitsbeamte die Verbraucher daran erinnerten, dass eine ordnungsgemäße Hitzebehandlung von Eiern Salmonellose-Symptome wie Durchfall, Fieber und Bauchkrämpfe verhindert.


