
Belgien 0:0 Iran: Beiranvands Glanzparaden und Courtois' Paraden halten Gruppe G offen
Eine zweite WM-Remis in Folge lässt die goldene Generation Belgiens um das frühe Aus bangen, während Irans Beiranvand eine Angriffswelle der Roten Teufel nach der anderen in Los Angeles abwehrt.
Verschwenderische Belgier scheitern an hartnäckigen Iranern
Belgien tat sich erneut schwer, Ballbesitz in Tore umzumünzen, und kam nach dem 1:1 gegen Ägypten zum zweiten Unentschieden in Folge. Trainer Rudi Garcia wechselte fünfmal und brachte Romelu Lukaku in die Offensive zurück, doch den Roten Teufeln fehlte der entscheidende Impuls, da Jérémy Doku (Atemwegsinfektion) fehlte. Kevin De Bruyne, sonst die kreative Kraft, konnte die kompakte iranische Abwehr nicht knacken, während Lukaku seine torlose WM-Serie auf sieben Spiele ausdehnte. Ein frühes Kopfballduell führte dazu, dass sein Knie Torhüter Alireza Beiranvand am Hals traf – dafür gab es Gelb. Die Statistik unterstreicht die Misere: Laut RTVE hat Belgien nun bei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften seit Michy Batshuayis Tor gegen Kanada 2022 46 Schüsse ohne Treffer abgegeben und dabei einen erwarteten Torwert von 5,66 erzielt.
Torhüter im Mittelpunkt
Beide Torhüter zeigten spielentscheidende Paraden. Thibaut Courtois war früh aufmerksam, als er Hossein Kananis Nahschuss abwehrte (14.) und später Mehdi Taremi aus kürzester Distanz stoppte (53.). Dazwischen glaubte der Iran, in Führung gegangen zu sein, als Taremi eine einstudierte Freistoßvariante abschloss – doch der VAR erkannte das Tor wegen einer knappen Abseitsstellung nicht an (24.). Beiranvand konterte mit einer akrobatischen einhändigen Parade gegen Maxim De Cuyper in der 60. Minute, eine Rettungstat, die weithin als eine der besten des Turniers gefeiert wurde.
- Courtois pariert Kananis Nahschuss (14. Minute)
- Taremis Tor nach VAR-Überprüfung wegen Abseits aberkannt (24. Minute)
- Courtois hält gegen Taremi aus kürzester Distanz (53. Minute)
- Beiranvands einhändige Parade gegen De Cuyper (60. Minute)
- Rote Karte für Ngoy nach Foul an Taremi (66. Minute)
Ngoys Fehler bringt Belgien in Unterzahl
Ein verhängnisvoller Rückpass von Innenverteidiger Ngoy zwang ihn, Taremi zu Fall zu bringen, als der Stürmer auf das Tor zusteuerte – dafür gab es die Rote Karte (66.). In Unterzahl war Belgiens Drang zum Sieg gebremst. Der eingewechselte Dodi Lukebakio zog einen späten Linksschuss knapp am Tor vorbei, und die Partie endete mit einem Unentschieden, das beiden Seiten gerecht wurde.
Politischer Schatten über Irans Kampagne
Das Turnier des Iran findet unter außergewöhnlichen politischen Zwängen statt. Die US-Regierung unter Donald Trump erteilte der iranischen Delegation zwar Sichtvermerke, beschränkte sie aber auf Tijuana in Mexiko und erlaubte nur 24-stündige Aufenthalte auf US-Boden für die Spiele. Vor der Partie sagte Hedayat Mombeini, Generalsekretär des iranischen Fußballverbandes:
Trotz der Turbulenzen abseits des Platzes hat sich das Team von Amir Ghalenoei als widerstandsfähig erwiesen und hat nun eine echte Chance, erstmals die K.o.-Runde zu erreichen.Das ist ein dunkler Punkt in der Geschichte der Weltmeisterschaften.
Gruppe G weiterhin völlig offen
Mit jeweils zwei Unentschieden haben Belgien und Iran beide zwei Punkte, während Neuseeland und Ägypten vor ihrem Aufeinandertreffen am Montag je einen Punkt haben. Belgien trifft in der letzten Runde auf Neuseeland, der Iran auf Ägypten – alle vier Teams können noch das Achtelfinale erreichen.
- Belgien
- 2
- Iran
- 2
- Neuseeland
- 1
- Ägypten
- 1

