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Regierung·vor 2 Std.

Spanischer Richter verbietet Ehefrau des Premierministers das Verlassen Spaniens – Fluchtgefahr mit Polizeieskorte

Richter Juan Carlos Peinado hat Begoña Gómez angewiesen, ihren Pass abzugeben und in Spanien zu bleiben. Er argumentiert, dass ihre Polizeieskorte ihr bei der Flucht helfen könnte.

Sicherheitsmaßnahmen

Am Freitag verhängte Richter Juan Carlos Peinado, der Ermittlungsrichter im langjährigen „Caso Begoña“, strenge Auflagen gegen Begoña Gómez, die Ehefrau von Premierminister Pedro Sánchez. Sie muss ihren Pass abgeben, darf Spanien nicht verlassen und muss sich alle zwei Wochen auf dem Gericht am Plaza de Castilla melden.

Der umstrittenste Teil der Entscheidung ist die Begründung der Fluchtgefahr. Laut der Anordnung des Richters könnten genau die Beamten, die Gómez schützen sollen, zu einem Risiko werden.

Die Beamten könnten von sich aus oder auf Anweisung ihrer Vorgesetzten daran mitwirken, ihre Flucht zu erleichtern.

Diese Begründung wurde weithin als Beleidigung der Nationalpolizei verurteilt.

Politische Reaktionen

Die Entscheidung hat ein bereits polarisiertes Umfeld weiter angeheizt. Regierungsunterstützer sehen die Maßnahmen als unverhältnismäßig und politisch motiviert, während Oppositionspolitiker den Schritt begrüßten. Antón Losada, ein regierungsnaher Journalist, fasste die Stimmung unter Sánchez‘ Getreuen zusammen.

Es ist Zeit, Freunde, den Fuß auf den Boden zu setzen.

Ester Muñoz, eine prominente Figur der Volkspartei, beschrieb die Entscheidung in drastischen Worten.

Es ist der Tiefe Staat, der gegen die demokratische Regierung Spaniens handelt.

Auch Polizeigewerkschaften zeigten sich empört; Beamte seien Berichten zufolge empört über die Andeutung des Richters, sie könnten sich an einer kriminellen Flucht beteiligen.

Die bisherigen Ermittlungen

Der „Caso Begoña“ begann im April 2024 und läuft seit über zwei Jahren. Kritiker bezeichnen ihn als eine vorausschauende Ermittlung, die keinen Gewinn für Gómez nachgewiesen habe. Berichte der Zentralen Operativen Einheit der Guardia Civil zeigen, dass Gómez in einem Zeitraum von zwei Jahren nur 17.037,75 Euro verdiente – eine Summe, die Gegner zufolge die Schwere der Anschuldigungen untergräbt.

Auch der Zeitpunkt der ersten Ermittlungen ist umstritten. Kommentatoren weisen darauf hin, dass das Verfahren kurz nach Bekanntwerden eingeleitet wurde, dass der Partner von Isabel Díaz Ayuso, der PP-Präsidentin der Region Madrid, die Steuerbehörden um mehr als 800.000 Euro betrogen hatte.

Weitere Auswirkungen

Für die Regierung liefert der Fall das Narrativ der Viktimisierung, das Sánchez durch mehrere juristische Schläge gegen seinen inneren Kreis getragen hat. Anders als frühere Skandale um einen Bruder und ehemalige Parteifunktionäre wird die Ermittlung gegen die Ehefrau des Premierministers als direkter Angriff auf die Exekutive gesehen. Einige Stimmen argumentieren nun, dass Richter Peinado, weit davon entfernt, der Regierung zu schaden, zu einem Wahlvorteil für die Sozialistische Partei geworden sei, indem er das verkörpere, was sie einen politisch motivierten Justizfeldzug nenne.

Gegen die Sicherheitsmaßnahmen wird voraussichtlich Berufung eingelegt werden. Rechtsexperten erwarten, dass ein höheres Gericht Gómez‘ Pass irgendwann zurückgeben wird. In der Zwischenzeit vertieft die Entscheidung die Konfrontation zwischen Justiz und Exekutive, wobei jede Seite der anderen Übergriffe vorwirft.

Madrid

4 Quellen

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