
Erdbeben in Venezuela: Zahl der Toten steigt auf 1.430 – Zehntausende werden noch vermisst
Drei Tage nach zwei schweren Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 in Venezuela bestätigen die Behörden 1.430 Tote und über 3.200 Verletzte, während Zehntausende weiterhin vermisst werden.
Zahl der Toten und Vermissten
Der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, gab eine vorläufige Zahl von 1.430 Toten und mehr als 3.200 Verletzten bekannt. Auf die ersten Beben folgten rund 430 Nachbeben. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 50.000 Menschen noch vermisst werden, während die Rettungsarbeiten unter schwierigen Bedingungen fortgesetzt werden.
Rettungsbemühungen bei schwindender Hoffnung
Internationale Teams aus Kolumbien, Mexiko, El Salvador, Spanien und Deutschland haben die Suche beschleunigt. Eine kolumbianische Einheit befreite in La Guaira nach einer sechsstündigen Operation einen 11-jährigen Jungen, was von der UNGRD auf Video festgehalten wurde. Auch spanische und salvadorianische Einsatzkräfte meldeten erfolgreiche Bergungen. Im Bezirk Chacao von Caracas untersuchten mexikanische Retter das eingestürzte Wohngebäude Petunia und kamen zu dem Schluss, dass keine Überlebenden mehr möglich seien.
Sie halten es angesichts des Gewichts der Struktur für sehr unwahrscheinlich, dass es noch Überlebende gibt.
Die Einschätzung des Bürgermeisters wurde in einem Video vom Ort des Geschehens ausgestrahlt. Polizei und Soldaten sperrten die umliegenden Straßen ab, um verzweifelte Angehörige fernzuhalten.
Humanitäre Krise verschärft sich
Tausende Vertriebene haben Notunterkünfte in Parks, auf Plätzen und entlang von Autobahnen errichtet. Bereits vor der Katastrophe lebte mehr als die Hälfte der 30 Millionen Einwohner Venezuelas in extremer Armut, und fast acht Millionen waren bereits auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die lokalen Behörden haben über 70.000 betroffene Familien unterstützt.
Caracas und La Guaira am stärksten betroffen
Im Küstenstaat La Guaira und im Osten von Caracas wurden ganze Straßenzüge mit Hochhäusern dem Erdboden gleichgemacht. Die modernen Viertel Los Palos Grandes und Altamira – in denen mehrere Gebäude einstürzten – erinnern an die Zerstörung des Erdbebens der Stärke 6,3 von 1967, bei dem etwa 250 Menschen ums Leben kamen.
Sobald ich erfuhr, was passiert war, kam ich hierher und musste feststellen, dass das Gebäude in Trümmern lag.
Sie weinte neben schwerem Gerät, während die Retter durch die Trümmer arbeiteten, in der Hoffnung auf Neuigkeiten über ihre Schwester und ihren Neffen.
Internationale Reaktion und Zeitplan
Die Reaktion hat Einsatzkräfte aus ganz Lateinamerika und Europa angezogen. Ein Zeitplan der wichtigsten Ereignisse seit den Beben am Mittwoch zeigt den Fortschritt der Rettungsmeilensteine.
- Zwei schwere Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 erschüttern Venezuela, gefolgt von 430 Nachbeben.
- Ein Baby wird nach 32 Stunden lebend aus den Trümmern geborgen.
- Kolumbianisches Rettungsteam befreit einen 11-jährigen Jungen in La Guaira nach einer sechsstündigen Operation; die Zahl der Toten steigt auf 1.430.


