
ZooParc de Beauval gibt 45-Millionen-Euro-Delfinreservat wegen Kostensteigerungen und rechtlichem Widerstand auf
Der ZooParc de Beauval hat seine Pläne für eine 2,5 Hektar große Delfinanlage in Zentralfrankreich aufgegeben und lässt das Schicksal von 15 in Gefangenschaft lebenden Delfinen ungeklärt, nachdem das Marineland d'Antibes geschlossen wurde.
Projektabbruch und finanzielle Hürden
Der Generaldirektor des ZooParc de Beauval, Rodolphe Delord, gab am Dienstag, dem 25. August 2026, bekannt, dass der Zoo seine Pläne für ein Delfinaufnahmezentrum im Département Loir-et-Cher aufgegeben hat. Die Entscheidung folgt auf eine erhebliche Eskalation der prognostizierten Baukosten, die von einer ursprünglichen Schätzung von 25 bis 30 Millionen Euro auf 45 Millionen Euro anstieg. Delord erklärte, dass die französische Regierung sich weigerte, eine staatliche Kreditgarantie für einen Teil der Finanzierung zu gewähren. Die Parkleitung sah sich zudem mehreren rechtlichen Anfechtungen von Tierschutzorganisationen gegen die Baugenehmigung und den Betriebsrahmen der Anlage ausgesetzt. Delord sagte gegenüber Agence France-Presse, dass die Kombination aus Rechtsstreitigkeiten und Finanzierungshürden eine Fortsetzung der Investition unmöglich mache.
Die rechtlichen und finanziellen Unsicherheiten, die derzeit auf dem Projekt lasten, erlauben es uns nicht, es unter akzeptablen Bedingungen durchzuführen.
Ursprünglicher Umfang des geplanten Schutzgebiets
Das aufgegebene Projekt war ein Jahr zuvor auf Anfragen der französischen Regierung und bestimmter Tierschutzverbände hin initiiert worden. Es sollte eine langfristige Lösung für Meeressäugetiere bieten, die durch die Schließung des Marineland d'Antibes im Januar 2025 verdrängt wurden. Der geplante Komplex sollte 2027 eröffnet werden und eine Fläche von zweieinhalb Hektar abdecken. Die Pläne umfassten etwa zehn Becken, drei große Lagunen und spezielle Einrichtungen für wissenschaftliche Studien und den Schutz von Delfinen. Der Standort war darauf ausgelegt, etwa 25 Delfine zu beherbergen, einschließlich Wale aus Antibes und Planète Sauvage.
- Frankreich erlässt Tierschutzgesetzgebung zur Regulierung von Walen in Gefangenschaft
- Marineland d'Antibes schließt dauerhaft
- Acht Delfine aus Marineland werden nach Spanien verlegt
- ZooParc de Beauval streicht sein geplantes Delfinschutzgebietsprojekt
- Ursprünglich geplante Eröffnung des Delfinlagunenkomplexes in Beauval
Unterschiedliche Reaktionen in Tierschutzgruppen
Tierschutzorganisationen reagierten schnell auf die Ankündigung und spiegelten eine gespaltene Kampagnenlandschaft in Bezug auf in Gefangenschaft gehaltene Meeressäugetiere wider. Etwa zehn Nichtregierungsorganisationen, darunter One Voice und C'est Assez!, hatten die Entwicklung durch Demonstrationen und Verwaltungsklagen aktiv bekämpft. Diese Gruppen argumentierten, dass die Zucht von Delfinen in Gefangenschaft und interne Transfermaßnahmen gegen die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes von 2021 verstießen. Im Gegensatz dazu unterstützten Organisationen wie Sea Shepherd die Beauval-Initiative als praktische Maßnahme, da es in Frankreich keine alternativen Einrichtungen gibt. Delord hatte das Konzept verteidigt, indem er argumentierte, dass die Delfinzucht streng begrenzt und kontrolliert bleiben würde. Christine Grandjean, Präsidentin von C'est Assez!, begrüßte die Absage, betonte jedoch, dass das grundlegende Problem weiterhin ungelöst sei.
Für uns ist das ein erster Sieg, aber damit ist es nicht getan.
Ungewisse Zukunft für französische Delfine in Gefangenschaft
Die Absage lässt die langfristige Unterbringung von 15 in Gefangenschaft lebenden Delfinen in Frankreich ungewiss. Nach der Schließung des Marineland d'Antibes im Januar 2025 wurden acht seiner zwölf ansässigen Delfine im Juli 2026 in Einrichtungen in Spanien verlegt. Vier weibliche Delfine verbleiben in den Becken von Antibes an der Côte d'Azur, während elf weitere im Tierpark Planète Sauvage bei Nantes bleiben. Grandjean warnte vor möglichen Transfers in Einrichtungen in Asien und bezeichnete ein solches Ergebnis als inakzeptabel nach französischen Tierschutzbestimmungen. Stattdessen fordert C'est Assez! die Behörden auf, Transfers in das Meeresreservat von Tarent in Italien auszuhandeln, Europas speziellem Zufluchtsort für ehemalige Delfine in Gefangenschaft.
Es würde genügen, sich an das italienische Ministerium zu wenden. Zu sagen, dass es keine Lösung gibt, ist eine Lüge.
- Planète Sauvage
- 11 Delfine
- Nach Spanien verlegt
- 8 Delfine
- Verbleibend im Marineland Antibes
- 4 Delfine


