
FC Basel schlägt FC Zürich 2:1 nach spätem Elfmeter und VAR-Überprüfung in der Nachspielzeit
Tore von Kazeem Olaigbe und Zan Celar in der zweiten Halbzeit drehten einen frühen Rückstand im Letzigrund und bescherten Basel den sechsten Derbysieg in Folge gegen Zürich.
Früher Elfmeter und Druck in der ersten Halbzeit
Der FC Basel sicherte sich am Samstagabend einen 2:1-Auswärtssieg gegen den FC Zürich im Letzigrund und feierte damit den sechsten Sieg in Folge im Schweizer Klassiker. Die Gastgeber gingen in der achten Minute in Führung, nachdem Miguel Reichmuth den Ball über Verteidiger Akpe Victory spitzelte und im Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Anojen Kanagasingam entschied auf Strafstoß ohne Einsatz des Videoassistenten (VAR), den Philippe Keny an Basel-Torhüter Mirko Salvi vorbei verwandelte. Zürich bewahrte im restlichen Verlauf der ersten Halbzeit defensive Disziplin, während Basel Schwierigkeiten hatte, klare Torchancen zu kreieren. Asane Sow scheiterte mit einem Abschluss an Verteidiger Lindrit Kamberi, bevor Bledian Krasniqi einen Kopfball von Becir Omeragic direkt unter der Latte von der Linie kratzte und damit Zürichs 1:0-Führung bis zur Pause rettete.
Basler Aufholjagd und VAR-Eingriff
Basels Trainer Stephan Lichtsteiner änderte in der 52. Minute das Spielgeschehen, indem er den Spielmacher Xherdan Shaqiri von der Ersatzbank brachte. Die Gäste glichen zehn Minuten später in der 62. Minute aus, als Zan Celar Kazeem Olaigbe einsetzte, der den Ball unter die Latte ins Netz schoss. Basel erhöhte das Tempo, Zürichs Torhüter Heinz Lindner parierte einen Freistoß von Shaqiri, bevor Sow in der 76. Minute nach der folgenden Ecke den Pfosten traf. Die entscheidende Phase kam in der 85. Minute, nachdem Alexander Hack Victory nach einer weiteren Standardsituation von Shaqiri im Strafraum festhielt und zog. Kanagasingam ließ das Spiel zunächst weiterlaufen, gab Basel aber nach Ansicht der Videobeweise am Spielfeldrand einen Elfmeter, den Celar flach ins untere Eck verwandelte.
- Philippe Keny verwandelt Elfmeter für den FC Zürich nach Foul von Akpe Victory an Miguel Reichmuth
- Stephan Lichtsteiner bringt Ersatzspieler Xherdan Shaqiri für den FC Basel
- Kazeem Olaigbe gleicht für Basel per Lattenunterkante aus
- Asane Sow trifft für Basel den Pfosten nach einer Ecke von Xherdan Shaqiri
- Zan Celar verwandelt dank VAR verhängten Elfmeter nach Foul von Alexander Hack an Akpe Victory
- Basel-Torhüter Mirko Salvi pariert reflexartig einen Kopfball von Lindrit Kamberi
- Schiedsrichter hebt Handelfmeter für den FC Zürich nach VAR-Überprüfung am Spielfeldrand auf
Abwehr in der Nachspielzeit und annullierter Elfmeter
Zürich drängte in sechs Minuten Nachspielzeit auf den Ausgleich und erspielte sich mehrere Torchancen gegen die Basler Abwehrkette. Keigo Tsunemoto blockte in der 92. Minute einen Schuss aus kurzer Distanz von Umeh Emmanuel, bevor Salvi in der 94. Minute die Führung bewahrte, indem er einen Kopfball von Kamberi abwehrte. Die Kontroverse erreichte zehn Sekunden vor dem Schlusspfiff ihren Höhepunkt, als Kanagasingam Zürich einen Elfmeter zusprach, nachdem Jonas Harder aus kurzer Distanz den Arm von Flavius Daniliuc getroffen hatte. Der Schiedsrichter hob die Entscheidung nach einer kurzen VAR-Überprüfung am Spielfeldrand wieder auf und machte damit Zürichs Hoffnungen auf eine Abwendung der Niederlage zunichte. Das Ergebnis verlängerte Zürichs Serie ohne Derbysieg – der letzte Klassiker-Erfolg liegt am 21. September 2024.
Trainer-Druck und anstehende Spiele
Der Sieg verschaffte Lichtsteiner eine Verschnaufpause, dessen Position als Cheftrainer während der Woche unter Beschuss geraten war. Lichtsteiner traf vor dem Anpfiff mehrere Kaderentscheidungen: Er ließ den 34-jährigen Shaqiri zum dritten Mal auf der Bank, strich den 29-jährigen Stürmer Albian Ajeti komplett aus dem Aufgebot und berief den 17-jährigen Jean Doucoure erstmals in den Profikader. Die Vereinsführung hatte zuvor im Januar bereits den früheren Trainer Ludovic Magnin entlassen – ebenfalls kurz nach einem Klassiker-Sieg gegen Zürich. Beide Mannschaften sind am kommenden Samstag in der Schweizer Super League wieder im Einsatz: Der FC Zürich reist zu Lausanne-Sport, Basel gastiert bei den Young Boys in Bern.


