
Australien bestellt israelischen Botschafter ein, nachdem Militär Ermittlungen zu Todesfällen von World-Central-Kitchen-Helfern einstellt
Außenministerin Penny Wong traf sich mit Botschafter Hillel Newman in Canberra, nachdem Israel seine Militärkommandeure im Luftangriff vom April 2024 im Gazastreifen von strafrechtlicher Haftung freigesprochen hatte.
Diplomatische Reaktion in Canberra
Die australische Außenministerin Penny Wong bestellte am Donnerstag den israelischen Botschafter Hillel Newman ins Parlamentsgebäude ein, nachdem Israel beschlossen hatte, seine Untersuchung des Angriffs vom April 2024 einzustellen, bei dem sieben Helfer von World Central Kitchen getötet wurden. Die australische Regierung erfuhr am späten Mittwochabend von der Entscheidung des Militärs, kurz bevor die Ankündigung mit dem Welttag der humanitären Hilfe zusammenfiel. Wong erklärte, Canberra habe kein Vertrauen in die interne Bewertung des israelischen Militärs und bezeichnete den Zeitpunkt der Veröffentlichung als beleidigend gegenüber der Familie von Frankcom und den humanitären Helfern. Der australische Botschafter in Israel erhielt direkte Anweisungen, bei den Behörden formelle Einwände zu erheben, während Canberra weitere diplomatische Schritte prüft. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich verschlechtert, da die australische Regierung weiterhin rechtliche Rechenschaft für die Tötung der australischen Staatsbürgerin Lalzawmi „Zomi“ Frankcom fordert.
Australien ist empört über die Entscheidung der israelischen Regierung, keine Strafverfahren gegen die Verantwortlichen für die Tötung von Zomi Frankcom und ihren Kollegen von World Central Kitchen einzuleiten.
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Militärische Erkenntnisse und Disziplinarmaßnahmen
Der Angriff ereignete sich im April 2024, als eine israelische Luftoperation einen markierten, dreifahrzeugigen humanitären Konvoi traf, der Lebensmittelhilfe entlang einer Küstenroute im Gazastreifen lieferte. Bei dem Angriff wurden sieben Helfer getötet, die aus Australien, Großbritannien, Polen, den palästinensischen Gebieten und einem Doppelstaatsbürger der USA und Kanadas stammten. World Central Kitchen erklärte, dass sein Personal die Fahrzeugbewegungen direkt mit den israelischen Streitkräften abgestimmt und auffällige Dachlogos angebracht hatte, die von Überkopfflugzeugen aus sichtbar waren. Nach einem internen Ermittlungs- und Bewertungsverfahren kam das israelische Militär zu dem Schluss, dass Drohnenbetreiber Personen in der Nähe des Konvois nach Abweichung der Fahrzeuge von einer vereinbarten Route fälschlicherweise für bewaffnete Hamas-Kämpfer hielten. Das Militär entfernte zwei Offiziere von ihren Posten und rügte drei weitere formell, stellte jedoch fest, dass die Entscheidungen der Kommandeure keinen hinreichenden Verdacht auf strafbares Fehlverhalten begründeten.
- Von Posten entfernt
- 2 Offiziere
- Formell gerügt
- 3 Offiziere
Israelische Position und Kritik der Hilfsorganisation
Nach seinem Treffen mit Wong in Canberra erklärte Botschafter Hillel Newman, dass die israelischen Streitkräfte während der Operation ohne strafbare Absicht gehandelt hätten, räumte jedoch operative Fehler ein. Newman drückte sein Bedauern gegenüber den Angehörigen Frankcoms aus, bestand jedoch darauf, dass die rechtlichen Feststellungen der militärischen Bewertung respektiert werden müssten. Er bemerkte auch, dass Australien Kritiker Israels beherberge, und wiederholte die Behauptung des Militärs, der Hilfskonvoi könne nach Abweichung von seiner zugewiesenen Route bewaffnetes Personal mitgeführt haben. Der Gründer von World Central Kitchen, José Andrés, wies die Schlussfolgerungen des israelischen Militärs in den sozialen Medien zurück und erklärte, es gebe keine gültige Entschuldigung für den Angriff auf das Hilfsteam. Die Hilfsorganisation bezeichnete die Entscheidung als nicht mit der vollen Wahrheit vereinbar und forderte eine unabhängige Kommission zur Durchführung einer umfassenden Untersuchung.
Es war ein Fehler, im Nachhinein betrachtet, aber die Feststellungen des Gerichts sind, dass es keine strafbare Absicht gab, keine Absicht, Hilfskräfte zu treffen, und daher keine strafrechtliche Verantwortung.
Weitere Opfer im regionalen Konflikt
Der diplomatische Streit fällt mit der internationalen Aufmerksamkeit für zivile und humanitäre Opfer im gesamten Gazakrieg zusammen. Mehr als 73.000 Palästinenser wurden seit Beginn des Krieges im Jahr 2023 bei israelischen Militäroperationen getötet, Tausende weitere bei Kampfhandlungen im Südlibanon. Zu den registrierten Todesfällen in der Konfliktzone gehören Ärzte, Journalisten und Hilfskräfte, die für internationale Hilfsorganisationen arbeiten. Premierminister Anthony Albanese hatte den Angriff zuvor direkt mit dem israelischen Präsidenten Isaac Herzog erörtert und vollständige Transparenz bei der militärischen Untersuchung gefordert. Australische Beamte erklärten, Canberra werde die israelische Regierung weiterhin zur Rechenschaft drängen, während die Minister die bilateralen nächsten Schritte prüfen.


