
Waldbrände in Algerien fordern 12 Tote und 54 Verletzte, während Hitzewelle die nordöstlichen Provinzen heimsucht
Waldbrände im Nordosten Algeriens haben 12 Menschen, darunter ein Kind, getötet und 54 weitere verletzt. Die Präsidentschaft hat daraufhin drei Tage Staatstrauer ausgerufen.
Opfer in den nordöstlichen Provinzen
Waldbrände im Nordosten Algeriens töteten am 26. August 12 Menschen und verletzten 54 weitere, während hohe Sommertemperaturen und starke Winde die Region heimsuchten. Innen- und Verkehrsminister Saïd Sayoud bestätigte die Bilanz am späten Mittwochabend und wies darauf hin, dass sich unter den Opfern ein achtjähriges Kind befand. Die Opfer konzentrierten sich auf drei Provinzen östlich der Hauptstadt: fünf Tote in Jijel, vier in Bejaia und drei in Tizi Ouzou. In der Stadt Souk El Tenine in der Provinz Bejaia wurden 54 Menschen mit Brandverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, sechs von ihnen befanden sich auf der Intensivstation in kritischem Zustand. Medizinische Teams führten erste Untersuchungen in Evakuierungszonen durch, bevor sie Brandverletzte in spezialisierte regionale Krankenhäuser verlegten.
- Jijel
- 5 Tote
- Bejaia
- 4 Tote
- Tizi Ouzou
- 3 Tote
Rasche Brandausbreitung und Notfallevakuierungen
Der Zivilschutz verzeichnete am Mittwoch landesweit 154 Waldbrände, ausgelöst durch eine außergewöhnliche Hitzewelle in Nordafrika und plötzliche Windrichtungswechsel. Die Windänderungen trieben die Flammen direkt auf besiedelte Gebiete zu und hinterließen zahlreiche Infrastruktureinrichtungen verkohlt oder strukturell beschädigt. In der Provinz Bejaia bekämpften Feuerwehrleute 36 einzelne Brände, von denen sie bis Mittwochabend 18 unter Kontrolle brachten, während landesweit noch 69 Brände aktiv waren. In der Provinz Jijel breiteten sich die Brände auf mehr als zehn Gemeinden aus, was koordinierte Evakuierungen von Wohngebieten durch die algerische Armee und Zivilschutzeinheiten auslöste. Hunderte vertriebene Einwohner in Jijel und Bejaia suchten Schutz an den Küstenstränden oder in nicht betroffenen städtischen Zonen, während lokale Nachrichtenagenturen Familien dokumentierten, die in einem von dichtem Rauch eingehüllten Postamt Zuflucht suchten.
- Zivilschutz verzeichnet landesweit 154 Waldbrände während einer schweren nordafrikanischen Hitzewelle
- Innenminister bestätigt 12 Tote und 54 Verletzte, während landesweit 69 Brände brennen
- Aktive Brände gehen auf 46 von 193 registrierten innerhalb von 24 Stunden zurück
- Präsident Tebboune erklärt drei Tage Staatstrauer und sagt öffentliche Veranstaltungen ab
Reaktion des Staates und Staatstrauer
Präsident Abdelmadjid Tebboune kündigte am Donnerstag, dem 27. August, drei Tage Staatstrauer zum Gedenken an die Opfer an. Die algerische Präsidentschaft setzte nach der Erklärung alle kulturellen und sportlichen Veranstaltungen im ganzen Land aus und bezeichnete die Katastrophe als großes Unglück für die Nation.
Mit gebrochenem Herzen und trauernder Seele angesichts der Tragödie des Verlusts von Mitbürgern.
Um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und Fahrzeuge vom Betreten der Brandzonen abzuhalten, sperrte die Nationalpolizei drei wichtige Verbindungsstraßen in den nordöstlichen Provinzen. Regierungsbehörden setzten Löschflugzeuge zusammen mit Bodentruppen ein, um die Eindämmungsmaßnahmen im unwegsamen Gelände zu unterstützen.
Eindämmungsbemühungen und regionaler Klimakontext
Bis Donnerstag, dem 27. August, hatten die Einsatzkräfte die Zahl der aktiven Brände auf 46 von insgesamt 193 Ausbrüchen reduziert, die innerhalb von 24 Stunden registriert worden waren. Die Einsätze konzentrierten sich auf verbleibende Brandherde in Bejaia und Jijel, etwa 300 Kilometer östlich von Algier. Im Nordosten Algeriens kommt es jeden Sommer zu Waldbränden, aber anhaltende Dürrebedingungen und extreme Hitze in Algerien und dem benachbarten Tunesien vergrößerten das Ausmaß der Brände im Jahr 2026. Die Zerstörung folgt auf eine ähnliche Katastrophe im Juli 2023, als Waldbrände in der Provinz Bejaia mehr als 30 Todesopfer forderten. Zivilschutzeinheiten und Militäreinheiten überwachen weiterhin die Eindämmungslinien, um ein Wiederaufflammen in gefährdeten Waldgebieten zu verhindern.


