
Pariser Staatsanwalt ermittelt gegen PSG-Präsident Nasser al-Khelaifi wegen TV-Rechten im Fußball
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat eine Voruntersuchung gegen PSG-Präsident Nasser al-Khelaifi wegen des Verdachts der Interessenverquickung bei den Verhandlungen über die Fernsehrechte der französischen Liga im Juli 2024 eingeleitet.
Vorermittlung in Paris bestätigt
Der Präsident von Paris Saint-Germain, Nasser al-Khelaifi, ist Gegenstand einer offiziellen gerichtlichen Voruntersuchung in Frankreich wegen des Verdachts der Interessenverquickung und der unrechtmäßigen Wahrnehmung von Interessen. Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte die Existenz der Ermittlungen am Sonntag, dem 20. September 2026. Diese offizielle Ankündigung der Staatsanwaltschaft bestätigte Einzelheiten, die zunächst von der französischen Sportzeitung L'Equipe veröffentlicht worden waren. Die Justizbehörden untersuchen al-Khelaifi im Zusammenhang mit seinen doppelten institutionellen Funktionen als Präsident des französischen Fußballvereins und als Vorsitzender der in Katar ansässigen Mediengruppe beIN Media Group. Die Voruntersuchung bewertet die Führung und Vergabe der Fernsehübertragungsrechte des Fußballs, die von den französischen Fußballbehörden überwacht wird.
Verhandlungen über Fernsehrechte im Juli 2024
Die gerichtliche Untersuchung konzentriert sich insbesondere auf ein Treffen im Juli 2024 mit der Ligue de football professionnel (LFP), der Verwaltungsbehörde des französischen Profifußballs. Die Ermittler prüfen, ob al-Khelaifi an Diskussionen und Beratungen über Fernsehrechte teilgenommen hat, während er von den daraus resultierenden kommerziellen Entscheidungen direkt betroffen war. Nach französischem Recht umfasst der Straftatbestand der unrechtmäßigen Interessenwahrnehmung Entscheidungsträger, die an offiziellen Verfahren teilnehmen, bei denen sie private oder widersprüchliche Unternehmensinteressen besitzen. Als Präsident von Paris Saint-Germain agiert al-Khelaifi als führender Vertreter des französischen Klubfußballs, während seine gleichzeitige Rolle bei der beIN Media Group ihn an die Spitze eines Bieters und Senders von Fernsehrechten stellt. Die Staatsanwälte vermuten, dass seine Anwesenheit bei der LFP-Versammlung im Juli 2024 einen illegalen Konflikt zwischen diesen beiden Führungsfunktionen geschaffen haben könnte.
- Nasser al-Khelaifi nimmt an einem LFP-Treffen zu Fernsehrechten des französischen Fußballs teil.
- Die Pariser Staatsanwaltschaft leitet nach einer Anzeige von Anticor eine Voruntersuchung ein.
- Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigt die Ermittlungen wegen des Verdachts der unrechtmäßigen Interessenwahrnehmung.
Korruptionsanzeige und polizeiliche Ermittlungen
Das formelle Gerichtsverfahren wurde aufgrund einer Anzeige der französischen Anti-Korruptionsvereinigung Anticor eingeleitet. Nach Eingang der Anzeige von Anticor eröffnete die Pariser Staatsanwaltschaft die Voruntersuchung im April. Die Justizbehörden betrauten die Brigade financière anti-corruption (BFAC) mit den Ermittlungen, die auf Finanzverbrechen und Verstöße gegen die öffentliche Integrität spezialisierte französische Polizeieinheit. Beamte der BFAC analysieren die Verwaltung der Akte über die Fernsehrechte und konzentrieren sich auf die Interaktionen zwischen der LFP, der beIN Media Group und Paris Saint-Germain. Die Finanzabteilung bewertet, ob bei den Beratungen die Verfahrensregeln eingehalten wurden und ob al-Khelaifi während der Verhandlungen einen unzulässigen Einfluss ausgeübt hat.
Verteidigung weist Vorwürfe zurück
Als Reaktion auf die gerichtliche Untersuchung erklärte die Rechtsvertretung von al-Khelaifi, die Vorwürfe seien unbegründet, und betonte, dass alle Handlungen während der Gespräche über die Fernsehrechte den rechtlichen Anforderungen entsprochen hätten. In einer Stellungnahme gegenüber der Agence France-Presse (AFP) betonte der Anwalt des katarischen Geschäftsmanns, dass sein Mandant alle Angelegenheiten ordnungsgemäß geführt habe. Konkret sagte der Anwalt gegenüber der AFP, al-Khelaifi habe bei seinen institutionellen Kontakten stets "unabhängig, unparteiisch und objektiv gehandelt". Die Verteidigung hält daran fest, dass al-Khelaifis Beteiligung an der französischen Fußballverwaltung trotz seiner Doppelfunktionen bei Paris Saint-Germain und der beIN Media Group transparent und rechtmäßig gewesen sei. Die von der BFAC geleitete und von der Pariser Staatsanwaltschaft überwachte Voruntersuchung dauert an.


