Fußball · Paris und Doha
Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi wegen Ligue-1-Fernsehrechte-Deal
Die französischen Behörden haben ein vorläufiges Interessenkonflikt-Ermittlungsverfahren gegen den Paris-Saint-Germain-Präsidenten Nasser Al-Khelaifi eingeleitet, nach einer Beschwerde über die Verhandlungen zu den Ligue-1-Übertragungsrechten 2024.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Süddeutsche Zeitung, Reuters, RFI und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte am 20. September 2026, dass die Anti-Korruptionspolizei (BFAC) Nasser Al-Khelaifi nach einer Beschwerde von Anticor vom April 2026 untersucht.
Die Ermittler prüfen Al-Khelaifis Beteiligung an der Validierung des 100-Millionen-Euro-Angebots von beIN Sports, während er gleichzeitig den Vorsitz der beIN Media Group innehatte.
Anwalt Renaud Semerdjian bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet, und beIN stellte fest, dass die Exekutivgewalt beim CEO Yousef Al-Obaidly und nicht bei Al-Khelaifi liegt.
- Februar 2025Französische Richter erheben Anklage gegen Al-Khelaifi wegen Mittäterschaft bei Machtmissbrauch
- 24.04.Pariser Staatsanwaltschaft leitet vorläufige Ermittlungen zum Ligue-1-TV-Rechte-Deal ein
- 20.09.Pariser Staatsanwaltschaft bestätigt Interessenkonflikt-Ermittlungen gegenüber Nachrichtenmedien
Ermittlungen zu TV-Rechte-Verhandlungen
Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte am 20. September 2026, dass der Paris-Saint-Germain-Präsident Nasser Al-Khelaifi wegen des Verdachts auf unrechtmäßigen Interessenkonflikt vorläufig untersucht wird. Die Ermittlungen wurden am 24. April 2026 nach einer formellen Anzeige der Anti-Korruptionsorganisation Anticor eingeleitet. Die französische Brigade financière anti-corruption (BFAC) führt die Ermittlungen durch, über die zuerst die französische Sportzeitung L'Equipe berichtete. Die Untersuchung konzentriert sich auf Al-Khelaifis Doppelrolle als Präsident des Fußballclubs und Vorsitzender des in Katar ansässigen Senders beIN Media Group während der Verhandlungen über die nationalen Fernsehrechte mit der Ligue de Football Professionnel. Nach französischem Recht stellt die Einleitung einer vorläufigen Untersuchung keine Feststellung eines Fehlverhaltens dar.
Die Übertragungsrechte-Vereinbarung vom Juli 2024
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine Videokonferenz im Juli 2024 zur Vergabe der Ligue-1-Übertragungsrechte. Die Sitzung fand einen Tag statt, nachdem beIN Sports ein Angebot über 100 Millionen Euro für die Übertragung eines französischen Ligaspiels pro Woche eingereicht hatte. Anticor behauptet, dass Al-Khelaifi an Diskussionen zur Validierung dieses Angebots teilnahm, während er den Vorsitz der beIN Media Group innehatte, wodurch seine Unparteilichkeit bei einer Transaktion, die er beaufsichtigen sollte, beeinträchtigt wurde. Die Anti-Korruptionsgruppe behauptet zudem, dass Al-Khelaifi Druck auf andere Ligue-1-Clubpräsidenten ausübte, das Angebot anzunehmen, und andeutete, an der Entstehung des Angebots beteiligt gewesen zu sein. Von France 2 und L'Equipe ausgestrahlte Videoaufnahmen der Sitzung zeigten Spannungen unter den Clubpräsidenten. Die Liga akzeptierte schließlich das beIN-Angebot zusammen mit einem 400-Millionen-Euro-Deal mit DAZN für acht wöchentliche Spiele.
- DAZN
- 400 Mio. EUR
- beIN Sports
- 100 Mio. EUR
Daten aus dem Artikeltext
Verteidigungserklärungen und Governance-Behauptungen
Al-Khelaifi und die beIN Media Group wiesen die Vorwürfe des Interessenkonflikts zurück und betonten, dass sein Handeln stets regulatorisch korrekt gewesen sei. Sein Rechtsbeistand kritisierte die Anschuldigungen als unbegründet.
„Die gegen Herrn Nasser Al-Khelaifi erhobenen Vorwürfe entbehren jeder Grundlage, weder rechtlich noch tatsächlich.“
In einem Brief vom Februar an den Nationalen Ethik- und Deontologierat des Französischen Fußballverbands erklärte beIN, dass Al-Khelaifi keinerlei operative oder exekutive Befugnisse innerhalb des Senders oder von beIN Sports France habe; die Exekutivgewalt liege vollständig beim Geschäftsführer Yousef Al-Obaidly. Ein mit den Verfahren vertrauter Kreise erklärte, dass Al-Khelaifi sich im vergangenen Jahr von fast allen LFP-Vorstandssitzungen zurückgezogen und Sitzungen zu beIN-Geschäften gemieden habe.
Breitere Streitigkeiten und frühere Gerichtsverfahren
Die Ermittlungen zu den Übertragungsrechten fallen mit anderen Governance-Streitigkeiten im französischen Fußball zusammen. Nicolas de Tavernost war zuvor als Leiter des von der Liga geschaffenen Senders Ligue+ zurückgetreten, nachdem die FIFA die Übertragungsrechte für die Weltmeisterschaft an beIN Sports vergeben hatte, nach einem erwarteten Deal mit dem französischen Sender. Al-Khelaifi, der Paris Saint-Germain seit der Übernahme des Clubs durch Qatar Sports Investments im Jahr 2011 führt, war in Frankreich bereits früher mit rechtlichen Prüfungen konfrontiert. Im Februar 2025 erhoben ihn die Richter der Mittäterschaft bei Machtmissbrauch im Zusammenhang mit der Abstimmung von Unternehmensaktionären. Mitte Februar 2023 hob der Kassationshof frühere Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit Katars Bewerbungen für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017 und 2019 auf und entschied, dass die französischen Gerichte nicht zuständig seien.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Süddeutsche ZeitungEinflussnahme? Vorermittlungen gegen PSG-Präsidenten
- ReutersPSG president Al-Khelaifi under investigation in France for conflict of interest
- RFIPSG supremo Al-Khelaifi charged with corruption over Doha athletics event
- RFIPSG boss Al-Khelaifi under investigation in France for conflict of interest
- Nasser Al-Khelaifi
- Präsident von Paris Saint-Germain und Vorsitzender der beIN Media Group
- Yousef Al-Obaidly
- Geschäftsführer der beIN Media Group und PSG-Vorstandsmitglied
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