
Russischer Gesandter und AfD-Führung planen März-Gespräche über Wiederaufnahme von Gaslieferungen nach Deutschland
Kirill Dmitriev und die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla bereiten ein mögliches Treffen vor, um die Wiederaufnahme russischer Erdgaslieferungen und die Wiedereröffnung des Nord-Stream-Pipelinesystems zu erörtern.
Vorbereitungen für bilaterale Gespräche
Kirill Dmitriev, der Leiter des staatlichen Russischen Direktinvestitionsfonds und ein wichtiger Wirtschaftsgesandter von Präsident Wladimir Putin, hat die Vorbereitungen für ein formelles Treffen mit der Führung der Alternative für Deutschland (AfD) eingeleitet. Nach Angaben zweier mit der Planung vertrauter Quellen besteht das Hauptziel der Gespräche darin, die mögliche Wiederaufnahme russischer Erdgaslieferungen an Europas größte Volkswirtschaft zu bewerten. Das bilaterale Gipfeltreffen soll Dmitriev zusammen mit den AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla zusammenbringen. Offizielle Sprecher von Dmitriev und der AfD lehnten eine Stellungnahme zu der Angelegenheit ab. Obwohl eine Koalition rivalisierender Parteien die AfD weiterhin von der Regierungsmacht ausschließt, bleibt die Partei nach einem Landtagswahlsieg in Sachsen-Anhalt die beliebteste in der Wählergunst.
Bedingungen und vorgeschlagene internationale Teilnehmer
Das geplante Treffen ist für März 2027 vorgesehen und steht unter der strikten Bedingung, dass Russland und die Ukraine zuvor einen vereinbarten Friedensrahmen abschließen. Die Organisatoren prüfen derzeit neutrale internationale Orte für den Gipfel, wobei Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien als mögliche Gastgeberländer in Betracht gezogen werden. Neben den russischen und deutschen Parteidelegationen hoffen die Organisatoren, eine breitere dreigliedrige Diskussion unter Beteiligung von Vertretern der Vereinigten Staaten zu etablieren. Diese Gespräche würden die mögliche Wiedereröffnung des Nord-Stream-Pipelinesystems untersuchen. Dmitriev traf sich bereits im September 2026 in Moskau mit den amerikanischen Vertretern Steve Witkoff und Jared Kushner, obwohl ein hochrangiger US-Vertreter erklärte, dass weder Witkoff noch Kushner eine Benachrichtigung oder Einladung zu dem geplanten Gipfel erhalten hätten.
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- Alice Weidel fordert in einem Interview ein Ende des russischen Energieboykotts
- Kirill Dmitriev trifft Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau
- Geplantes Gipfeltreffen zwischen Kirill Dmitriev und der AfD-Führung zur Erörterung von Gaslieferungen
Deutschlands Energieabhängigkeiten und AfD-Strategie
Vor der Verhängung von Sanktionen nach der groß angelegten Invasion Russlands in der Ukraine im Jahr 2022 lieferte Russland mehr als die Hälfte der deutschen Erdgasimporte und mehr als ein Drittel der Rohölimporte. Die AfD-Führung hat sich konsequent gegen das anschließende Energieembargo ausgesprochen und die billigen russischen Energielieferungen als den Kern des deutschen Wirtschaftserfolgs bezeichnet. In einem Interview im Juni 2026 sprach sich Weidel für die Aufhebung des Boykotts von russischem Rohöl und Erdgas aus und erklärte, dass erneute Brennstofflieferungen der geschwächten deutschen Wirtschaft wichtige Unterstützung bieten würden. Da die AfD keine bundesstaatliche Exekutivgewalt besitzt, hätte jede bei dem geplanten Treffen erzielte Einigung vor allem symbolisches Gewicht. Die Vorbereitungen spiegeln dennoch einen aktiven Dialog zwischen Moskau und deutschen Oppositionsfiguren wider, während die Partei versucht, ihre Anziehungskraft auf die Wähler zu erweitern.
Innerstaatliche Gegenreaktionen und geopolitische Bedenken
Die Aussicht auf direkte Gespräche zwischen russischen Vertretern und der AfD hat im gesamten deutschen politischen Establishment starken Widerstand hervorgerufen. Michael Kellner von den Grünen bezeichnete die Initiative als Verrat und behauptete, Putin nutze die Partei für russische Ziele, während er riskiere, eine Energiekrise zu wiederholen, die das Land bereits 50 Milliarden Euro gekostet habe. Roderich Kiesewetter von der Christlich Demokratischen Union erklärte, die Wiedereröffnung des Nord-Stream-Pipelinesystems würde die europäische Sicherheit gefährden, indem die Energieversorgung zu einer hybriden Waffe werde. Die amerikanische Handelskammer in Moskau begrüßte dagegen die Idee von Gesprächen als einen positiven und zeitnahen Schritt zur Verbreiterung der wirtschaftlichen Plattformen. Die Kontroverse entwickelt sich, während sich die AfD auf eine weitere Landtagswahl am Sonntag vorbereitet.


