
AfD-Spitze fordert Abschaffung der Briefwahl und verharmlost Klimawandel vor Landtagswahlen
Vor der Wahl am 6. September in Sachsen-Anhalt forderte AfD-Co-Chef Tino Chrupalla die Abschaffung der Briefwahl und wies Klimawarnungen zurück, obwohl in Deutschland über 14.000 Hitzetote zu beklagen waren.
Skepsis gegenüber Briefwahl und Koalitionsappelle
Vor den Landtagswahlen in Ost- und Norddeutschland stellte AfD-Co-Chef Tino Chrupalla in seinem ARD-Sommerinterview die Integrität der Briefwahl infrage. Der 51-jährige Politiker behauptete, dass ältere Bewohner von Pflegeheimen in ihrer Stimmabgabe durch Mitarbeiter beeinflusst worden seien, und erklärte, die Führung des Stifts bei der Wahl sei unbestritten. Er kritisierte auch die Aufbewahrung der Wahlbriefe in Rathäusern, wo nur Bürgermeister die Schlüssel hätten, und verwies auf das Fehlen von Kameraüberwachung und transparenter Kontrolle. Chrupalla erklärte, die Briefwahl sei ursprünglich als Ausnahmesituation geschaffen worden und müsse abgeschafft werden. Gleichzeitig lehnte er eine Brandmauer gegen seine Partei ab und lud alle Parteien, insbesondere die Christlich Demokratische Union (CDU), zur Zusammenarbeit nach der anstehenden Wahl in Sachsen-Anhalt ein.
Für die AfD ist klar, dass wir die Briefwahl, die als Ausnahmesituation geschaffen wurde, wieder abschaffen sollten.
- Tino Chrupalla und Alice Weidel halten ARD-Sommerinterviews
- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
- Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
Klimapositionen und Energievorschläge
Chrupalla wies die anhaltenden Hitzewellen als normale saisonale Erscheinung zurück und bezeichnete die weit verbreitete Sorge um steigende Temperaturen als Panikmache und Klima-Hype, der dazu diene, CO2-Abgaben zu kassieren. Er behauptete, dass menschliche Aktivitäten nur eine minimale Rolle bei der globalen Erwärmung spielten, und argumentierte, dass hohe Strom- und Benzinpreise den Bürgern in einer Industrienation schadeten. Statt Emissionen zu senken, forderte Chrupalla Anpassungsmaßnahmen, insbesondere den Einbau von Klimaanlagen in Schulen, Krankenhäusern und Altenpflegeheimen. Er forderte eine höhere Stromproduktion zum Betrieb der Kühlsysteme und lehnte die Rodung von Waldflächen für Windkraftanlagen ab, die in der Regel 0,5 Hektar nicht renaturierbarer Rodung im Vergleich zu 0,7 Hektar für ein normales Fußballfeld beanspruchen.
Diskrepanzen mit Wetter- und Gesundheitsdaten
Offizielle Daten von Wetter- und Gesundheitsbehörden widersprechen den Aussagen zu den Sommerbedingungen. Das Robert Koch-Institut verzeichnete in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 mehr als 14.000 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland, mehr als in jedem vorherigen gesamten Jahr. Der Deutsche Wetterdienst meldete seit März unterdurchschnittliche Niederschläge nahezu im gesamten Bundesgebiet, wobei Regionen von der Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken weniger als 150 Liter Regen pro Quadratmeter verzeichneten. Daten des EU-Klimadienstes Copernicus zeigten für Westeuropa im Juni und Juli eine Durchschnittstemperatur von 21,62 Grad Celsius, was 2,79 Grad Celsius über dem Referenzmittelwert von 1991–2020 liegt. In Deutschland verzeichnete der Juni eine Durchschnittstemperatur von 19,5 Grad Celsius und war damit der zweitwärmste Juni seit Aufzeichnungsbeginn.
Parteispitze zu vergangenem Extremismus und Migration
Während der Sendung äußerte sich Chrupalla zu Kontroversen um AfD-Personal und bezeichnete frühere neonazistische Verbindungen von Persönlichkeiten wie dem Juristen Nothdurft als Jugendsünden und verwies auf einwandfreie polizeiliche Führungszeugnisse. AfD-Co-Chefin Alice Weidel nutzte ihr Sommerinterview, um die Bundesregierung zu kritisieren, und bezeichnete die Kabinettsmitglieder als inkompetent. Weidel forderte die Aberkennung des Schutzstatus für alle in Deutschland lebenden syrischen Migranten und verlangte deren umfassende Rückführung. Die öffentlichen Äußerungen der Partei erfolgen nach dem August-DeutschlandTrend, der die AfD bei 28 Prozent Wählerunterstützung vor der CDU sah.
Die Syrer werden alle in ihre Heimat zurückgebracht.


