
AfD startet Wahlkampf in Sachsen-Anhalt mit CDU-Spendenbehauptung und Wendler-Videobotschaft
Bei einer Kundgebung in Magdeburg erklärte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, ein CDU-Kreistagsabgeordneter habe 5.000 Euro an seine Partei gespendet, während Schlagersänger Michael Wendler Grüße aus Florida übermittelte.
Die AfD Sachsen-Anhalt eröffnete am Samstag in der Messe Magdeburg ihren Landtagswahlkampf mit einer Mischung aus kühnen Behauptungen, Promi-Grüßen und einem selbstbewussten Vorstoß für ein historisches Ergebnis. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, Co-Vorsitzende Alice Weidel und weitere führende Köpfe sprachen vor rund 3.000 registrierten Anhängern, während bis zu 15.000 per Livestream zusahen. Die Partei, die vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird, liegt in Umfragen bei über 40 % und strebt bei der Wahl am 6. September eine stabile Mehrheit an.
Spendenbehauptung und CDU-Reaktion
Siegmund erklärte vor der Menge, er habe eine Spende von 5.000 Euro von einem CDU-Kreistagsabgeordneten in Sachsen-Anhalt erhalten. Der Spender wolle ein bis zwei Monate anonym bleiben, wünsche aber, dass die AfD „unsere schöne Heimat, unser Land vor diesem links-grünen Kurs der CDU“ schütze.
Was ich jetzt sagen werde, klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber es ist wirklich passiert. Gestern haben wir eine Spende von 5.000 Euro von einem CDU-Politiker erhalten. Ja, kein Scherz, ein CDU-Kreistagsmitglied aus Sachsen-Anhalt spendet an den AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt.
CDU-Generalsekretär Mario Karschunke wies die Behauptung als unsubstantiiert zurück und forderte, den Spender zu benennen. „Es ist wie immer! Unbelegte Behauptungen ersetzen keine Fakten. Wenn die AfD eine konkrete Tatsache behauptet, soll sie Namen nennen“, sagte er der Berliner Zeitung. Er fügte hinzu, dass jeder konkrete Fall nach der Parteisatzung geprüft werde, der Fokus der CDU aber auf den Themen liege, die die Wähler bewegten.
Umfragen und Ambitionen
Die AfD geht mit einem komfortablen Umfragevorsprung in die letzten sieben Wochen. Erhebungen sehen die Partei bei über 40 %, weit vor der CDU mit 23–26 % und der Linken mit 12–13 %. SPD, Grüne, FDP und BSW kämpfen alle um den Einzug über die Fünf-Prozent-Hürde. Siegmund setzte ein Ziel von 45 % und sagte den Anhängern: „Nicht 44, nicht 43 Prozent – ich will stabil regieren.“ Weidel erklärte, Siegmund werde der nächste Ministerpräsident und sie selbst sei als künftige Kanzlerin angekündigt worden.
Proteste und Atmosphäre
Vor dem Veranstaltungsort organisierte das Bündnis Solidarisches Magdeburg eine Gegendemonstration. Die Polizei gab an, dass rund 300 Menschen teilnahmen, darunter Gruppen wie Omas gegen Rechts, Kirchenvertreter und Kulturschaffende. Der Protest wurde auf Distanz zur AfD-Veranstaltung gehalten. Im Inneren herrschte Jubelstimmung, obwohl einige Besucher früher gingen und der bestuhlte Saal nicht vollständig gefüllt war. Merchandise-Stände verkauften T-Shirts, Tragetaschen und Faltlineale mit Siegmunds Konterfei und Slogans wie „Vision 2026“. Einige Anhänger trugen Kleidung mit rechtsextremen Symbolen, darunter ein Shirt der extremistischen Kleinstpartei III. Weg.
Wendler und andere Gäste
Eine Videobotschaft von Schlagersänger Michael Wendler, ausgestrahlt aus Florida, erntete Applaus. Wendler wünschte der Partei Erfolg und merkte an, dass seine Frau Laura Müller aus Tangermünde in Sachsen-Anhalt stamme. Auch der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen war anwesend und bestätigte, dass Siegmund ihn eingeladen hatte. Die Kundgebung ging weitgehend auf die große politische Geschichte des Tages – den Rücktritt des CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn – erst ein, als ein Brandenburger AfD-Politiker mehr als eine Stunde nach Programmstart kurz darauf Bezug nahm.
- Die AfD Sachsen-Anhalt eröffnet ihren Wahlkampf in der Messe Magdeburg mit rund 3.000 registrierten Teilnehmern und bis zu 15.000 Zuschauern per Livestream.
- Spitzenkandidat Ulrich Siegmund behauptet eine Spende von 5.000 Euro von einem anonymen CDU-Kreistagsabgeordneten, der das Land vor dem links-grünen Kurs der CDU schützen will.
- Schlagersänger Michael Wendler sendet einen Videogruß aus Florida, wünscht der AfD Erfolg und erwähnt, dass seine Frau Laura Müller aus Tangermünde stammt.
- Einige Teilnehmer gehen früher; die Parteiführung schweißt die Anhänger auf das Ziel von 45 % und eine stabile Mehrheit ein.
Der Wahlkampfauftakt unterstrich das Selbstvertrauen der AfD, ihre Umfragewerte in einen Regierungsauftrag ummünzen zu können, während die CDU die Spendenbehauptung als Wahlkampfmanöver abzutun suchte. Sieben Wochen vor der Wahl zeichnet sich in Sachsen-Anhalt ab, ob die AfD ihre Unterstützung erstmals in einem deutschen Bundesland in Exekutivmacht umwandeln kann.

