
AfD startet Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt mit 3.000 Anhängern in Magdeburg und peilt 45 Prozent der Stimmen an
Rund 3.000 Anhänger versammelten sich am 18. Juli 2026 in einer Magdeburger Messehalle, als die AfD ihren Landtagswahlkampf eröffnete, während bis zu 300 Gegendemonstranten in der Nähe protestierten. Die Parteispitze setzte für die Wahl am 6. September das Ziel „45 Prozent plus X“.
Kundgebung in der Messehalle
Rund 3.000 AfD-Anhänger füllten am Samstag, dem 18. Juli 2026, eine Magdeburger Messehalle zum offiziellen Wahlkampfauftakt der Partei vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Bis zu 15.000 weitere Zuschauer verfolgten die Veranstaltung per Livestream, wie ein Bericht meldete. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sagte der Menge, sie seien „Teil der Geschichte“ und setzte ein Wahlziel von mindestens 45 Prozent. Er erklärte den Anhängern, er wolle mit einer stabilen Mehrheit regieren, nicht mit einem knappen Sieg. Die Veranstaltung umfasste auch Reden der Bundesvorsitzenden Alice Weidel, des Landesvorsitzenden Martin Reichardt, des stellvertretenden Landesvorsitzenden Oliver Kirchner sowie der AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider und Dennis Hohloch.
Liebe Leute, ihr seid ein so wunderbares Publikum. Und ich kann schon jetzt sagen, bevor ich überhaupt zu sprechen begonnen habe: Ich liebe euch.
Weidel zeichnete das Bild ihrer Partei am Rande eines politischen Durchbruchs. Sie warf der Bundesregierung vor, Deutschland in eine tiefe Krise geführt zu haben, und versprach eine „Normalisierung“ der Politik. Ihre wirtschafts- und energiepolitischen Ankündigungen ernteten den lautesten Applaus: die Abschaffung der Energiesteuer und der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe, die Rückkehr zur Kernkraft und die Beschaffung von Öl und Gas „dort, wo es am günstigsten ist.“ In der Außenpolitik forderte sie „ein Gleichgewicht zwischen West und Ost“, einen erneuten Dialog mit Russland, den Vereinigten Staaten und China sowie ein Ende der deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine. Weidel verlangte zudem eine grundlegende EU-Reform und bestand darauf, dass Deutschland Weisungen aus Brüssel, einschließlich des Verbots von Verbrennungsmotoren, ablehnen müsse.
Wir wollen die Souveränität der Vaterländer.
Angriffe auf die CDU und die Sicherheitsbehörden
Die Redner richteten ihre schärfste Kritik gegen die CDU. Siegmund warf der Union vor, eine „links-grüne Politik“ zu betreiben und ihr konservatives Profil aufgegeben zu haben. Oliver Kirchner ging noch weiter und setzte die Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz mit der des früheren DDR-Machthabers Walter Ulbricht gleich. Er zog eine Parallele zwischen der „Brandmauer“ der CDU gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD und der früheren innerdeutschen Grenze, einschließlich ihrer Selbstschussanlagen. Kirchner nannte Merz „den Geistesbruder von Walter Ulbricht.“ Weidel griff auch die inneren Sicherheitsbehörden an und versprach, das Bundesamt für Verfassungsschutz abzuschaffen, falls die AfD in die Regierung komme. Der sachsen-anhaltinische Landesverband der Partei wird von eben dieser Behörde als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft.
Ich kann keinen Unterschied mehr im Handeln eines Friedrich Merz und eines Walter Ulbricht erkennen.
Gegendemonstration vor dem Veranstaltungsort
Mehrere hundert Menschen protestierten in einiger Entfernung zur Messehalle gegen die AfD-Veranstaltung; das Gebiet war von der Polizei abgesperrt. Der Protest wurde vom Bündnis Solidarisches Magdeburg organisiert und zog bis zu 300 Teilnehmer an, darunter Mitglieder von Omas gegen Rechts, Vertreter des Kulturbereichs und kirchliche Gruppen. Ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland sagte, die Demonstranten stünden für Werte wie Demokratie, Menschlichkeit und Solidarität ein und wollten dort Haltung zeigen, wo diese Werte angegriffen würden.
Umfragen und der Weg zur Mehrheit
Aktuelle Umfragen sehen die AfD in Sachsen-Anhalt bei 41 bis 42 Prozent, deutlich vor der CDU mit rund 23 Prozent. Die derzeitige Landesregierung ist eine Koalition aus CDU, SPD und FDP unter Ministerpräsident Sven Schulze (CDU). Da mehrere kleinere Parteien um den Einzug in den Landtag kämpfen, gilt selbst eine absolute Mehrheit der Sitze für die AfD inzwischen als möglich. Siegmund merkte an, dass sich tausende Unterstützer aus ganz Deutschland für den Wahlkampf im Land registriert hätten, und behauptete, dass inzwischen mehr Frauen als Männer an die Partei spendeten. Er hob eine Spende von 5.000 Euro eines CDU-Kreistagsabgeordneten in Sachsen-Anhalt hervor.
Nicht 44, nicht 43 Prozent (ich will stabil regieren).
Programm und Anwesende
Unter den Anwesenden war Hans-Georg Maaßen, der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. AfD-Anhänger, die vor dem Veranstaltungsort befragt wurden, nannten die Eindämmung der Einwanderung, die Abschaffung der GEZ-Gebühren und die Beendigung der Hilfe für die Ukraine als Prioritäten. Das 100-Tage-Programm der Partei, wie es ein Medium berichtete, umfasst Abschiebungen „ab Minute eins“, Arbeitszwang für Asylbewerber und Flüchtlinge, spezielle Schulklassen für Flüchtlingskinder sowie die Vorgabe, dass Schulen die „normale Familie bestehend aus Mann und Frau“ als Leitbild vermitteln und Kinder „im Geiste der Liebe zu Volk und Heimat“ erziehen sollen.
- Stunden vor Veranstaltungsbeginn bilden sich Schlangen vor der Magdeburger Messehalle
- Gegendemonstration beginnt mit bis zu 300 Teilnehmern des Bündnisses Solidarisches Magdeburg
- AfD-Wahlkampfauftakt beginnt; Siegmund setzt 45-Prozent-Ziel, Weidel spricht zu 3.000 Anhängern
- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
- AfD
- 41 %
- CDU
- 23 %

