Sicherheit · Krosno, Dukla und Rymanów
Rumänische Pilzsammler durchkämmen die Wälder Podkarpacjes – acht Bußgelder wegen illegalen Betretens
Gruppen von mehreren Dutzend rumänischen Staatsangehörigen sammeln Pilze in den Wäldern des Beskid Niski in Podkarpacie. Die Regionaldirektion der Staatsforsten in Krosno teilt mit, bislang seien keine Gefährdungen festgestellt worden.
Kurz gefasst
Gruppen in den Wäldern des Beskid Niski
In den Wäldern Podkarpacjes sind organisierte Gruppen rumänischer Pilzsammler aufgetaucht, insbesondere im Gebirgszug Beskid Niski rund um Dukla und Rymanów. Die Regionaldirektion der Staatsforsten (RDLP) in Krosno, deren Sprecher Edward Marszałek sich gegenüber den Medien zu dem Phänomen äußerte, spricht von Gruppen, die mehrere Dutzend Menschen umfassen. Einige von ihnen übernachten auf Waldparkplätzen und Campingplätzen.
Autos mit rumänischen Kennzeichen bringen die Sammler im Morgengrauen in die Wälder und holen sie am Nachmittag samt Ernte wieder ab. Die Pilze werden vor Ort geputzt, sortiert und in Kisten verpackt, bevor sie Polen verlassen. Wpolityce.pl berichtet, die Kisten seien vor allem für Märkte in Westeuropa bestimmt.
Forstschutz, Bußgelder und Gefährdungen
Am Wochenende des 17. und 18. Oktober verhängten Forstschutzbeamte der Forstbezirke Dukla und Rymanów acht Bußgelder gegen rumänische Staatsangehörige, alle wegen unbefugten Betretens des Waldes. Die Betroffenen zahlten bar. Łukasz Krzakiewicz, Fachmann für Eigentumsschutz beim Forstschutz der RDLP Krosno, bezeichnete als Hauptproblem etwas anderes als Gewalt.
„In diesem Jahr haben wir keine gefährlichen Vorfälle oder Bedrohungen gegenüber der einheimischen Bevölkerung durch sie festgestellt, das Problem ist jedoch das unbefugte Betreten des Waldes und die Vermüllung.“
In sozialen Medien kursierende Gerüchte behaupteten, die Sammler seien aggressiv gewesen oder hätten Einheimischen Körbe weggenommen. Die RDLP in Krosno weist dies zurück; eine förmliche Anzeige wegen eines Übergriffs oder einer Erpressung wurde nicht erstattet.
Die Rechtslage für ausländische Sammler
Das Sammeln von Pilzen ist in Polen auch für Ausländer legal, und der Forstschutz erklärt, die polnischen Regeln schränkten das Sammeln nicht nach Staatsangehörigkeit ein. Wpolityce.pl ergänzt, die polnischen Staatsforsten setzten weder Gewichtsgrenzen noch Gebühren für das Sammeln für den Eigenbedarf, und EU-Bürger hätten dieselben Rechte wie Polen, solange sie sich legal im Land aufhalten und streng geschützte Gebiete wie Nationalparks und Naturschutzgebiete meiden.
Das Portal stellt dem Deutschland gegenüber, wo das Sammeln generell auf 1-2 kg pro Person und Tag begrenzt und der Steinpilz besonders geschützt sei, sowie Österreich und Italien, wo besondere Genehmigungen nötig seien. Es argumentiert zudem, den Forstschutzbeamten seien die Hände gebunden, weil das polnische Recht keine Strafe für massenhaftes Sammeln vorsehe – die in diesem Monat verhängten Bußgelder betrafen allerdings das Betreten des Waldes.
Was die Quellen nicht belegen
Keiner der Berichte nennt eine Gesamtzahl der Sammler in der Region oder die Menge der außer Landes gebrachten Pilze.