Über 600 rote Theatersitze aus Bocholter Bühnenhaus verschwunden; Stadt erstattet Strafanzeige
Mehr als 600 rote Klappstühle aus dem städtischen Bühnenhaus in Bocholt (Nordrhein-Westfalen) fehlen seit über einem Jahr, nachdem ein Polsterauftragnehmer aus Niedersachsen den Kontakt abbrach. Die Stadt hat Strafanzeige erstattet und verhandelt nun mit Denkmalschutzbehörden über Ersatz.
Die verschwundenen Sitze
Mehr als 600 rote Klappstühle aus dem städtischen Bühnenhaus in Bocholt, einer Stadt mit über 70.000 Einwohnern im Westmünsterland, fehlen seit mehr als einem Jahr. Die Stadt hatte nach einer öffentlichen Ausschreibung ein Unternehmen in Niedersachsen mit der Neupolsterung der Sitze beauftragt, doch kurz darauf brach der Kontakt zur Firma ab. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat nach der Strafanzeige der Stadt Ermittlungen aufgenommen, der Aufenthaltsort des möglichen Tatverdächtigen ist jedoch weiterhin unbekannt.
Der Aufenthaltsort des möglichen Beschuldigten ist unbekannt.
Gescheiterte Rückholversuche
Die Stadt unternahm wiederholte Versuche, den Auftragnehmer zur Erfüllung der Vereinbarung zu bewegen. Schriftliche Mahnungen, Fristen und versuchte Zustellungen von formellen Schreiben blieben nach Angaben der Stadtverwaltung erfolglos. Die Strafanzeige wurde schließlich gegen den Geschäftsführer des Unternehmens erstattet. Weitere Details zu der Firma oder der Person wurden von den Behörden nicht bekannt gegeben.
Die Ersatzfrage
Nachdem die ursprüngliche Planung, die vorhandenen Sitze neu zu polstern, nun unmöglich ist, strebt die Stadt eine Ersatzbeschaffung an. Ein Sprecher der Stadt erklärte, es fänden Gespräche mit Denkmalschutzbehörden statt, um zu klären, wie genau neue Sitze den ursprünglichen roten Klappstühlen ähneln müssen. Diese Festlegung wird die Kosten der Ersatzbeschaffung erheblich beeinflussen.
Es geht darum, wie genau die Ersatzstühle den alten Sitzen ähneln müssen. Dies beeinflusst die Kosten für eine Ersatzbeschaffung erheblich.
Laufende Bauarbeiten am Komplex
Das Verschwinden der Sitze ereignete sich vor dem Hintergrund einer umfassenden Renovierung und Erweiterung des Rathauses und des angrenzenden städtischen Bühnenhauses, einem in den 1970er Jahren errichteten Komplex. Die Bauarbeiten sind umfangreich, und das Bühnenhaus selbst wird erweitert. Während der Renovierungen wurden Aufführungen in alternative Spielstätten verlegt, darunter das historische Rathaus.
Die kommende Saison
Ein Sprecher des Vereins Stadttheater Bocholt bestätigte, dass die kommende Spielzeit von Sommer 2026 bis Sommer 2027 ebenfalls in den bereits etablierten Ausweichspielstätten stattfinden wird. Die fehlenden Sitze scheinen den Spielplan nicht beeinträchtigt zu haben, aber der Zuschauerraum bleibt ohne seine ursprüngliche Bestuhlung, während die rechtlichen und beschaffungstechnischen Verfahren fortgesetzt werden.


