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Lokal·vor 2 Std.

Venedigs neu gewählter Bürgermeister schlägt Erhöhung der Tagesbesuchergebühr auf 50 Euro an Spitzentagen vor

Der neu gewählte Bürgermeister Simone Venturini will die Tagesbesuchergebühr von derzeit 5–10 Euro an bestimmten Tagen auf bis zu 50 Euro anheben und entfacht damit die Debatte über die Bewältigung des Massentourismus in der Lagunenstadt neu.

Hintergrund der Eintrittsgebühr

Venedig führte 2024 als erste Stadt der Welt eine Eintrittsgebühr für Tagesbesucher ein. Für 2026 gilt die Gebühr an 60 Tagen von April bis Juli. Touristen über 14 Jahren, die zwischen 8:30 und 16:00 Uhr ohne Übernachtung einreisen, zahlen 10 Euro, bei Buchung mindestens drei Tage im Voraus 5 Euro. Die Maßnahme zielt darauf ab, den Massentourismus einzudämmen, der die UNESCO-Welterbestätte jährlich überlastet.

Venturinis Vorschlag

Simone Venturini, 38, wurde Ende Mai als Kandidat der Mitte-Rechts-Partei zum Bürgermeister gewählt, als Nachfolger von Luigi Brugnaro, unter dem er als Tourismusreferent tätig war und maßgeblich an der Einführung der Gebühr beteiligt war. Nun hat er eine drastische Erhöhung skizziert.

Wenn es derzeit zwischen fünf und zehn Euro liegt, ist mein Vorschlag, es an bestimmten Tagen auf 30 bis 50 Euro zu erhöhen.

Er beabsichtigt, den Plan mit der Regierung in Rom zu besprechen.

Meilensteine der venezianischen Eintrittsgebühr
  1. Venedig führt die weltweit erste Tagesbesuchergebühr von 5 Euro ein.
  2. Gebühr steigt auf 10 Euro für reguläre Tickets, 5 Euro für Frühbucher.
  3. Simone Venturini, ehemaliger Tourismusreferent, gewinnt die Bürgermeisterwahl.
  4. Venturini schlägt vor, die Gebühr an bestimmten Tagen auf 30–50 Euro zu erhöhen.

Belege für begrenzte Wirkung

Kritiker argumentieren seit langem, dass die derzeitige Gebühr Besucher kaum abschreckt. Zahlen der Stadtverwaltung scheinen dies zu stützen: Von rund 513.000 verkauften Tickets an den ersten 42 Gebührentagen des Jahres 2026 wurden 268.000 zum Satz von 10 Euro und 245.000 zum Frühbucherpreis von 5 Euro verkauft. Stadtrat Michele Zuin sagte,

Zwischen fünf und zehn Euro gibt es keinen großen Unterschied. Wäre der Unterschied größer, wäre die Wirkung eine andere.

Verkaufte Tickets 2026 nach Typ (erste 42 Gebührentage)
10 Euro (Regulär)
268000
5 Euro (Frühbucher)
245000

Rechtliche und politische Hürden

Die Gebühr wurde per Gemeindeverordnung eingeführt, die Obergrenze wird jedoch durch nationale Gesetzgebung festgelegt. Das bedeutet, dass Venturini nicht einseitig handeln kann; er muss die Zustimmung Roms einholen. Der Verfassungsrechtler Ludovico Mazzarolli sagte der Corriere della Sera, dass eine Gebühr von 50 Euro als Einschränkung der Bewegungsfreiheit ausgelegt werden könnte, was rechtliche Bedenken aufwirft.

Breitere Debatte über Übertourismus

Während Venturini auf höhere Gebühren drängt, fordern einige aus der Hotelbranche, wie Roberto Panciera von Confcommercio, eine ganzjährige Gebühr zur Finanzierung der Infrastruktur. Andere plädieren für eine umfassendere Tourismusstrategie anstelle bloßer Preiserhöhungen. Die Debatte zieht sich durch Italien und darüber hinaus, wo Reiseziele von der toskanischen Insel Giglio bis nach Iseltwald in der Schweiz ähnliche Gebühren eingeführt haben, um die durch soziale Medien und Streaming-Hits angeheizten Besuchermassen zu kontrollieren.

Venedig

8 Quellen

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