
261 Ertrinkungstote in Deutschland bis Ende Juli, 15 mehr als 2025, DLRG meldet
Die DLRG meldete bis Juli 261 Ertrinkungstote in deutschen Gewässern, wobei die Hitzewelle im Juni die monatliche Zahl zum ersten Mal seit 2003 auf über 100 trieb.
Bundesweite Bilanz steigt
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat am 6. August ihre Zwischenbilanz der Ertrinkungsfälle 2026 vorgelegt und meldet 261 Todesfälle in deutschen Gewässern zwischen dem 1. Januar und dem 31. Juli. Das sind 15 mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Die DLRG, die sich selbst als die weltweit größte Wasserrettungsorganisation mit rund 630.000 Mitgliedern bezeichnet, veröffentlichte die Daten bei Präsentationen in Bad Nenndorf und Düsseldorf.
Allein im Zeitraum von Anfang Mai bis Ende Juli gab es 189 Ertrinkungstote, die höchste Zahl in diesem Zeitraum seit 2019, als 220 Menschen starben. Eine Hitzewelle Ende Juni führte zu einem Anstieg: 101 Menschen ertranken im Juni bundesweit, eine monatliche Zahl, die seit dem heißen Sommer 2003 nicht mehr erreicht wurde. Im Juli kamen mindestens 59 Todesfälle hinzu, sechs mehr als im Juli 2025. In den Wochen nach der Hitzewelle Ende Juni gingen die Todesfälle zurück.
- Zwei tödliche Unfälle am Rhein in NRW markieren den Beginn der Ertrinkungssaison
- 189 Menschen ertrinken zwischen Anfang Mai und Ende Juli, die meisten seit 2019
- 101 Ertrinkungstote bundesweit im Juni, die höchste monatliche Zahl seit 2003
- Mindestens 59 Todesfälle im Juli, sechs mehr als im Juli 2025
- DLRG präsentiert Zwischenbilanz der Ertrinkungsfälle 2026 in Bad Nenndorf und Düsseldorf
Wo und wie Menschen ertranken
Rund 90 Prozent der tödlichen Unfälle ereigneten sich in frei zugänglichen Binnengewässern ohne Badeaufsicht. Seen und Teiche machten 118 Todesfälle aus, 22 mehr als im Vorjahr. Flüsse und Bäche forderten 90 Opfer, 12 weniger als 2025. In Kanälen gab es 17 Todesfälle, in der Ostsee 14 und in Schwimmbädern 14. In der Nordsee wurden keine Todesfälle verzeichnet. Große Binnengewässer wie der Rhein und der Bodensee wurden als besonders gefährlich hervorgehoben.
- Seen/Teiche
- 118 Todesfälle
- Flüsse/Bäche
- 90 Todesfälle
- Kanäle
- 17 Todesfälle
- Ostsee
- 14 Todesfälle
- Schwimmbäder
- 14 Todesfälle
- Nordsee
- 0 Todesfälle
Junge Männer und ältere Opfer
Die Zahl der Todesfälle bei Menschen im Alter von 11 bis 30 Jahren stieg stark an, von 49 im Jahr 2025 auf 75. 95 Prozent dieser jungen Opfer waren männlich. Über alle Altersgruppen hinweg waren 85 Prozent der Ertrinkungsopfer Männer. DLRG-Präsidentin Ute Vogt nannte riskantes Verhalten, oft in Verbindung mit Alkohol oder anderen Drogen, sowie mangelnde Schwimmfähigkeit als Hauptfaktoren.
Durch leichtsinniges Verhalten, oft in Verbindung mit Alkohol und anderen Drogen, kommt es immer wieder zu Badeunfällen bei Jungen und jungen Männern.
Mehr als jeder vierte Opfer mit bekanntem Alter war über 70 Jahre alt. Acht Kinder im Alter von 10 Jahren oder jünger starben, einer weniger als 2025.
Regionales Bild
Bayern verzeichnete mit 54 die meisten Todesfälle, drei mehr als 2025. Nordrhein-Westfalen verzeichnete den stärksten Anstieg: 50 Todesfälle, gegenüber 35, ein Anstieg von rund 43 Prozent und der größte prozentuale Sprung aller Bundesländer. Allein in Düsseldorf ertranken sechs Menschen. Berlin stieg von 9 auf 13. Mehrere Bundesländer widersetzten sich dem Trend: Baden-Württemberg sank von 28 auf 26, Niedersachsen von 24 auf 23 und Bremen von 3 auf 2.
- Bayern
- 54 Todesfälle
- Nordrhein-Westfalen
- 50 Todesfälle
- Baden-Württemberg
- 26 Todesfälle
- Niedersachsen
- 23 Todesfälle
- Berlin
- 13 Todesfälle
- Bremen
- 2 Todesfälle
Stefan Albrecht, Präsident des DLRG-Landesverbands Nordrhein, warnte vor den Gefahren des Rheins und wies darauf hin, dass Strömungen, wechselnde Wasserstände und die Sogwirkung vorbeifahrender Schiffe regelmäßig unterschätzt werden.
Wer sich am Rhein aufhält, gerät schnell in Lebensgefahr.
Forderungen nach Maßnahmen
Vogt sagte, die Situation werde sich nur nachhaltig verbessern, wenn Bund, Länder und Kommunen stärker in die Sanierung maroder Schwimmbäder und in den Schwimmunterricht in Schulen investierten. Die DLRG schätzt, dass die Mehrheit der Kinder die Grundschule immer noch ohne Schwimmabzeichen verlässt. Die Organisation forderte zudem öffentliche Aufklärungskampagnen und eine nationale Strategie zur Reduzierung von Todesfällen im Wasser, wie von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen.
Wir gehen davon aus, dass die Mehrheit der Kinder die Grundschule immer noch ohne Schwimmabzeichen verlässt oder nicht schwimmen kann.


