Die US-Regierung hat das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das vierte Quartal 2025 deutlich nach unten korrigiert, während die britische Wirtschaft hinter den Prognosen der Bank of England zurückbleibt.
US-Wachstum korrigiert
Das US-BIP-Wachstum für Q4 2025 wurde auf 0,7 Prozent gesenkt, weit unter den erwarteten 1,4 Prozent.
Anhaltender Preisdruck
Die Kern-PCE-Inflation stieg auf 3,1 Prozent, den höchsten Wert seit März 2024.
Britische Konjunkturflaute
Das britische Wirtschaftswachstum lag mit 0,2 Prozent unter den Erwartungen der Bank of England.
Geopolitische Unsicherheit
Der Konflikt mit dem Iran verstärkt die Flucht in sichere Häfen wie den US-Dollar.
Die US-Regierung hat das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das vierte Quartal 2025 auf 0,7 Prozent nach unten korrigiert, was einen deutlichen Rückgang gegenüber den von Ökonomen zuvor erwarteten 1,4 Prozent darstellt. Diese Revision fiel mit der Veröffentlichung des Personal Consumption Expenditures Preisindex für Januar 2026 zusammen, der im Monatsvergleich um 0,3 Prozent stieg. Während der monatliche Anstieg den Markterwartungen entsprach, lag die jährliche PCE-Inflation bei 2,8 Prozent, und der Kern-PCE-Index – der volatile Lebensmittel- und Energiekosten ausschließt – kletterte im Jahresvergleich um 3,1 Prozent. Dieser Kerninflationswert stellt den größten Anstieg seit März 2024 dar und deutet darauf hin, dass der zugrunde liegende Preisdruck trotz des sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums anhält. Die Federal Reserve sieht sich bei ihren geldpolitischen Entscheidungen mit zunehmender Komplexität konfrontiert, da sie die abkühlende Wirtschaft gegen eine Inflation abwägen muss, die weiterhin über ihrem Zielwert von 2 Prozent liegt. Die US-Wirtschaft hat nach der Erholungsphase nach der Pandemie veränderte Wachstumsmuster erlebt. In den Jahren 2024 und 2025 hielt die Federal Reserve die Zinssätze auf einem erhöhten Niveau, um die Inflation zu dämpfen, die Höchststände seit vierzig Jahren erreicht hatte. Der Kern-PCE-Index war die primäre Kennzahl, die von der Zentralbank verwendet wurde, um die Notwendigkeit von Zinserhöhungen oder -senkungen zu bestimmen. Historisch gesehen gilt eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent als Maßstab für Preisstabilität in der amerikanischen Wirtschaft.
Die britische Wirtschaft wuchs in den drei Monaten bis Januar 2026 um 0,2 Prozent und blieb damit hinter der Prognose von 0,3 Prozent zurück, die zuvor von der Bank of England herausgegeben wurde. Daten, die vom Office for National Statistics (ONS) am 13. März veröffentlicht wurden, deuteten darauf hin, dass die Wirtschaft zu Beginn des Jahres unerwartet an Dynamik verlor. Nach der Veröffentlichung dieser Zahlen fiel das britische Pfund um 0,51 Prozent gegenüber dem US-Dollar auf 1,3273 Dollar. Sterling schwächte sich auch gegenüber dem Euro ab, der um 0,1 Prozent auf 86,3 Pence stieg. Investoren reagierten auf die schwachen Wachstumsdaten, indem sie sich in Richtung sicherer Häfen bewegten, ein Trend, der durch geopolitische Instabilität weiter verstärkt wurde. Die Bank of England steht nun unter Druck, ihre Wachstumsprognosen für den Rest des Jahres 2026 zu überdenken, die kürzlich auf 1,1 Prozent gesenkt wurden.
Wirtschaftsindikatoren deuten darauf hin, dass sowohl die US- als auch die britische Wirtschaft strukturelle Schwächen aufwiesen, bevor sich die vollen Auswirkungen des Konflikts mit dem Iran zu manifestieren begannen. Der Konflikt eskalierte Ende Februar 2026, gekennzeichnet durch einen bedeutenden Angriff am 28. Februar, der Investoren seitdem dazu veranlasst hat, den US-Dollar als primäre Währung für sichere Häfen zu wählen. Die stellvertretende Wirtschaftsredakteurin der BBC, Dharshini David, stellte fest, dass die wirtschaftlichen Fundamente bereits vor Ausbruch der Feindseligkeiten instabil waren. Analysten von Berenberg, darunter der Ökonom Andrew Wishart, wiesen darauf hin, dass die Kombination aus schwachen BIP-Revisionen und geopolitischem Risiko ein schwieriges Umfeld für Zentralbanken schafft. Die Federal Reserve hat Berichten zufolge Pläne für Zinssenkungen eingefroren, während sie die dualen Auswirkungen des Iran-Krieges und der revidierten Wachstumsdaten überwacht. „Economy on shaky ground even before Iran war” (Wirtschaft bereits vor dem Iran-Krieg auf wackeligen Beinen) — Dharshini David via BBC
UK Annual GDP Growth Trend: 2024: 1.1, 2025: 1.3, 2026: 1.1
safe-haven assets