UniCredit hat am 16. März 2026 ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt. Die italienische Bank will ihren Anteil damit über die Schwelle von 30 Prozent erhöhen. Aus Berlin, vom Vorstand der Commerzbank und von der Gewerkschaft Verdi kam umgehend deutliche Ablehnung, sodass sich ein Konflikt zwischen einem großen europäischen Geldhaus und einer zentralen deutschen Bank abzeichnet.
UniCredit startet Übernahmeangebot
Die italienische Bank legte am 16. März 2026 ein freiwilliges öffentliches Angebot für die Commerzbank vor, um ihren Anteil über 30 Prozent zu erhöhen.
Berlin weist Vorstoß scharf zurück
Die Bundesregierung bezeichnete das Vorgehen laut Zeit Online und Die Welt als „inakzeptable feindliche Übernahme“ und signalisiert politischen Widerstand.
Commerzbank lehnt Gespräche ab
Der Vorstand um Bettina Orlopp wies das Angebot zurück und verweigert nach ANSA selbst Vorgespräche mit UniCredit.
Verdi stellt sich gegen die Übernahme
Auch die Gewerkschaft Verdi lehnt das Vorhaben ab. Wegen der Mitbestimmung hat die Arbeitnehmerseite in Deutschland besonderes institutionelles Gewicht.
Aktien von UniCredit unter Druck
Nach der Ankündigung gaben die UniCredit-Aktien am selben Tag an der Börse in Mailand nach.
UniCredit hat am 16. März 2026 ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die Commerzbank gestartet. Ziel ist es, den Anteil an dem deutschen Institut über die Schwelle von 30 Prozent zu erhöhen. Der Schritt stieß unmittelbar auf deutlichen Widerstand aus Berlin, vom Vorstand der Commerzbank und von deutscher Arbeitnehmerseite. Die italienische Bank unter der Führung von CEO Andrea Orcel legte das unaufgeforderte Angebot vor, das laut Bloomberg und Reuters mit ungefähr bewertet wurde. Noch am selben Tag gerieten die UniCredit-Aktien an der Börse in Mailand unter Druck. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und die Bundesregierung wiesen das Vorgehen zügig zurück. Damit ist der Rahmen für eine Auseinandersetzung zwischen einer der größten Bankengruppen Europas und einem bedeutenden deutschen Finanzinstitut gesetzt.
Berlin bezeichnet das Angebot als inakzeptable feindliche Übernahme Die Bundesregierung reagierte auf das Angebot mit ungewöhnlich klaren Worten. Nach Berichten von Zeit Online und Die Welt bezeichnete sie den Vorstoß als „inakzeptable feindliche Übernahme“. Diese Haltung deutet darauf hin, dass Berlin jeden Versuch von UniCredit abwehren will, die Kontrolle über die Commerzbank auszubauen. Der deutsche Staat hielt an dem Institut historisch einen bedeutenden Anteil. Die Reaktion aus Berlin zeigt, wie politisch sensibel ausländische Übernahmen im deutschen Bankensektor sind, in dem die Commerzbank eine zentrale Rolle bei der Unternehmensfinanzierung spielt. Konkrete rechtliche oder regulatorische Schritte, mit denen das Angebot blockiert werden könnte, nannten Regierungsvertreter zunächst nicht. Die öffentliche Zurückweisung erfolgte jedoch sofort und ohne Einschränkung. Damit entsteht für die Pläne von UniCredit neben dem Widerstand der Commerzbank-Führung ein erhebliches politisches Hindernis.
Commerzbank-Vorstand lehnt Gespräche mit UniCredit ab Der Vorstand der Commerzbank lehnte das Angebot und Gespräche mit UniCredit formell ab. Das berichtete ANSA am 16. März. Bettina Orlopp, die die Commerzbank als Vorstandsvorsitzende führt, hat das Leitungsgremium damit klar gegen das Werben der italienischen Bank positioniert. Dass selbst Vorgespräche abgelehnt werden, verschärft die Haltung der Commerzbank und verringert kurzfristig die Aussicht auf einen einvernehmlichen Weg. Freiwillige öffentliche Übernahmeangebote dieser Art verpflichten das Management des Zielunternehmens rechtlich nicht zu Verhandlungen. UniCredit müsste sich also direkt an die Aktionäre der Commerzbank wenden, um ihre Position weiter auszubauen. Die Weigerung des Vorstands, Gespräche aufzunehmen, rückt jeden weiteren Schritt von UniCredit faktisch in den Charakter eines feindlichen Vorgehens. Diese Einordnung verwenden inzwischen sowohl Berlin als auch die Führung der Commerzbank öffentlich.
Auch Verdi stellt sich gegen das Vorhaben Die Gewerkschaft Verdi schloss sich dem Widerstand an und erklärte nach Berichten von Stern und Zeit Online, sie lehne eine Übernahme der Commerzbank durch UniCredit ab. Der Widerstand der Arbeitnehmerseite hat in Deutschland besonderes Gewicht, weil das System der Mitbestimmung den Gewerkschaften eine formelle Vertretung in Aufsichtsräten und damit einen substanziellen Einfluss auf Entscheidungen über die Kontrolle von Unternehmen gibt. Die Ablehnung durch Verdi zeigt, dass ein Übernahmeversuch nicht nur auf Widerstand von Management und Regierung stoßen würde, sondern auch von Arbeitnehmervertretern mit Einfluss auf Aufsichtsratsebene. UniCredit hat ihren Anteil an der Commerzbank in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt ausgebaut. Dieser Prozess führte wiederholt zu Spannungen mit deutschen Behörden und mit dem Management der Bank. Die Commerzbank war während der Finanzkrise 2008 teilweise verstaatlicht worden; seitdem hält der Staat weiterhin einen Anteil. Die grundsätzliche Frage grenzüberschreitender Bankenkonsolidierung in der Europäischen Union beschäftigt politische Entscheidungsträger seit Jahren, weil sie auf einen stärker integrierten europäischen Kapitalmarkt zielen. Nationale Regierungen haben solche Vorhaben allerdings häufig abgewehrt, wenn heimische Institute betroffen waren. Die gemeinsame Ablehnung durch Regierung, Management und Gewerkschaft bildet damit ein breites Bündnis des Widerstands, mit dem sich UniCredit und Andrea Orcel auseinandersetzen müssten, falls das Angebot in Richtung eines Abschlusses vorankommen soll.