Der griechische Oberste Gerichtshof (Areios Pagos) urteilte am 12. März 2026, dass der Übergang in den Ruhestand keine rechtmäßige Grundlage für die Entlassung eines öffentlich Bediensteten darstellt. Damit wird der Altersdiskriminierung ein Ende gesetzt.
Kündigungsverbot für Rentner
Das Erreichen des Rentenalters oder der Erwerb von Leistungsansprüchen darf im öffentlichen Sektor nicht als Vorwand für die Kündigung eines Arbeitsvertrags dienen.
Schutz der Gehälter
Das Gericht verbot die Kürzung von Gehältern oder die Degradierung von Arbeitnehmern, die sich trotz Rentenanspruch für weitere Berufstätigkeit entscheiden.
Stärkung der Arbeitnehmerrechte
Das Urteil verhindert die automatische Entfernung älterer Kräfte aus der Staatsverwaltung, was als großer Sieg der Gewerkschaften gilt.
Der griechische Oberste Gerichtshof fällte am 12. März 2026 ein wegweisendes Urteil, in dem er feststellte, dass der Übergang in den Ruhestand keine rechtmäßige Grundlage für die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses darstellt. Das Urteil des Areios Pagos betrifft insbesondere Arbeitnehmer des öffentlichen Sektors und beendet die bisherige Praxis der automatischen Entlassung von Personen, die das Rentenalter erreichen. Die Richter betonten, dass der bloße Umstand des Erwerbs von Rentenansprüchen oder des Rentnerstatus vom Arbeitgeber nicht als Argument zur Rechtfertigung einer Kündigung genutzt werden darf. Diese Entscheidung wird von griechischen Medien als bedeutender Sieg im Kampf um den Schutz von Arbeitnehmerrechten in der Staatsverwaltung interpretiert.
Das Urteil der höchsten Instanz führt auch ein absolutes Verbot der Gehaltskürzung oder der Degradierung von Arbeitnehmern in der Gehaltshierarchie aufgrund ihres Rentenstatus ein. Das Gericht stellte klar, dass das Erreichen des Anspruchsalters für Leistungen keine Grundlage für eine einseitige Verschlechterung der finanziellen Bedingungen des Beschäftigten oder für seine Versetzung auf niedrigere Gehaltsstufen bietet. Dieses Urteil ist endgültig und unanfechtbar, was Rechtsstreitigkeiten über die Beschäftigungsstabilität älterer Kräfte im öffentlichen Sektor definitiv beendet. Die Medien bezeichnen diese Entscheidung als historisch und weisen auf ihre grundlegende Bedeutung für die soziale Gerechtigkeit in Griechenland hin. „Η συνταξιοδότηση δεν είναι λόγος απόλυσης από το Δημόσιο, ούτε δικαιολογεί υποβιβασμό μισθού” (Der Ruhestand ist weder ein Grund für eine Entlassung aus dem öffentlichen Dienst noch rechtfertigt er eine Herabstufung des Gehalts.) — Vertreter des Richtergremiums via NewsIT
Das griechische Rechtssystem basiert auf einem Kassationsmodell, bei dem der Areios Pagos keine Tatsachen prüft, sondern lediglich die Richtigkeit der Rechtsauslegung durch die unteren Gerichte. In den letzten Jahren durchlief der griechische Arbeitsmarkt im öffentlichen Sektor zahlreiche Reformen, die durch Sparprogramme erzwungen wurden, was oft zu Streitigkeiten über die Grenzen des Schutzes von erworbenen Arbeitnehmerrechten führte. Ähnliche Fragen zum Rentenalter und zur Beschäftigungsstabilität waren Gegenstand von Debatten in vielen Ländern der Europäischen Union, die eine Verlängerung der Erwerbstätigkeit ihrer Bürger anstreben. Das heutige Urteil reiht sich in den breiteren Trend des Schutzes vor Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz ein.
Die Gerichtsentscheidung wurde von den Gewerkschaften mit großer Begeisterung aufgenommen, die seit langem die Frage des Schutzes erfahrener Arbeitnehmer vor zwangsweiser Entfernung aus Ämtern aufgeworfen hatten. Medienberichten zufolge stellt dieses Urteil eine vollständige Bestätigung der Position der Arbeitnehmer dar, die sich durch die bisherige Auslegung der Vorschriften durch die staatlichen Behörden benachteiligt fühlten. Der Oberste Gerichtshof wies eindeutig darauf hin, dass der berufliche Status und das Gehaltsniveau unangetastet bleiben müssen, unabhängig davon, ob ein Arbeitnehmer bereits Anspruch auf Rente hat oder nicht. Diese Entscheidung hat unmittelbare Auswirkungen auf alle anhängigen Verfahren ähnlicher Art vor griechischen Arbeitsgerichten.
Chronologie des Areios Pagos-Urteils: 12. März 2026, 16:26 Uhr — Erste Berichterstattung; 12. März 2026, 16:46 Uhr — Details zu Gehältern; 12. März 2026, 17:16 Uhr — Bestätigung des Anwendungsbereichs