Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat mit einem Video aus einer Konditorei auf in Iran verbreitete Gerüchte über seinen Tod reagiert. Der Auftritt fiel in eine Phase wechselseitiger Propaganda zwischen Israel und Iran. Zugleich gibt es widersprüchliche Angaben zum Gesundheitszustand von Irans neuem Obersten Führer Mojtaba Khamenei.
Netanjahu veröffentlicht Video aus Konditorei
Mit dem am 15. März 2026 veröffentlichten Video reagierte Benjamin Netanjahu auf in Iran verbreitete Todesgerüchte und demonstrierte öffentlich, dass er lebt und unverletzt ist.
Widerspruch über Mojtaba Khameneis Zustand
Während Abbas Araghchi erklärte, Mojtaba Khamenei sei gesund und regiere aktiv, sprachen Pete Hegseth und Donald Trump von schweren Verletzungen oder sogar Unsicherheit über dessen Überleben.
Revolutionsgarden drohen mit Tötung
Die Pasdaran kündigten laut ANSA an, Netanjahu „aufzuspüren und zu töten“, was dem bisherigen Schlagabtausch eine militärische Note verleiht.
Zweifel an geplanter Nachfolge
US-Geheimdiensterkenntnisse, über die Radio Zet berichtete, legen nahe, dass Ali Khamenei eine Übernahme des Amtes durch seinen Sohn Mojtaba zunächst abgelehnt habe.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am 15. März 2026 ein Video aus einer Konditorei veröffentlicht, um in Iran kursierende Gerüchte über seinen angeblichen Tod ins Lächerliche zu ziehen und ihnen entgegenzutreten. Darüber berichtete Reuters; die Angaben wurden zudem von mehreren Medien bestätigt. Das Video war Netanjahus unmittelbare Antwort auf Spekulationen über sein Schicksal, die sich innerhalb Irans verbreitet hatten. Der Vorgang steht im Zusammenhang mit einem umfassenderen Informationskonflikt zwischen Israel und Iran, in dem beide Seiten einander widersprechende Behauptungen über den Gesundheitszustand und den Status ihrer jeweiligen Führungspersönlichkeiten verbreitet haben. Die Veröffentlichung fand besondere Beachtung, weil zugleich Unklarheit über den Zustand von Irans neuem Obersten Führer Mojtaba Khamenei besteht. Er war seinem Vater Ali Khamenei nach dessen Ermordung Anfang 2026 im Amt gefolgt. Netanjahus Auftritt wurde weithin als gezielte Erwiderung verstanden; die Aufnahme in einem öffentlich zugänglichen Umfeld sollte zeigen, dass er lebt und unverletzt ist.
Widersprüchliche Angaben zum neuen Obersten Führer Irans Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte am 15. März 2026, dass Mojtaba Khamenei bei guter Gesundheit sei und das Land aktiv regiere. Die von ANSA verbreitete Erklärung Araghchis stand in direktem Gegensatz zu Einschätzungen aus Washington. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte am selben Tag, Irans neuer Führer sei nach den Ereignissen, die zu seinem Amtsantritt geführt hätten, „verletzt und wahrscheinlich entstellt“. US-Präsident Donald Trump ging nach ANSA noch weiter und äußerte Unsicherheit darüber, ob Mojtaba Khamenei überhaupt noch am Leben sei. Die gegensätzlichen Darstellungen verdeutlichen einen erheblichen Abstand zwischen dem, was iranische Stellen öffentlich darstellen, und dem, was amerikanische Regierungsvertreter nach eigenen Angaben aus nachrichtendienstlichen Erkenntnissen ableiten. Mojtaba Khamenei ist seiner offiziellen Biografie zufolge seit März 2026 der dritte Oberste Führer Irans. Er wurde demnach am 8. September 1969 geboren.
Revolutionsgarden drohen Netanjahu mit dem Tod Die Islamischen Revolutionsgarden, auch als Pasdaran bekannt, haben nach Angaben von ANSA in einer Erklärung damit gedroht, Netanjahu „aufzuspüren und zu töten“. Die Drohung wurde am 15. März 2026 veröffentlicht und markiert eine unmittelbare Verschärfung der Rhetorik durch Irans einflussreichste militärische Institution. Die Mitteilung erschien am selben Tag, an dem Netanjahu sein Video aus der Konditorei veröffentlichte, was auf einen engen zeitlichen Zusammenhang der beiden Entwicklungen hindeutet. Mit der Drohung der Revolutionsgarden erhält ein zuvor vor allem von Informationsoperationen und Propaganda geprägter Schlagabtausch eine formelle militärische Dimension. Netanjahus Video lässt sich vor diesem Hintergrund nicht nur als Reaktion auf Gerüchte über seinen Tod lesen, sondern auch als Antwort auf das allgemein feindselige Klima in Iran, das sich persönlich gegen ihn richtet.
US-Geheimdienst sieht Ali Khamenei als Gegner einer dynastischen Nachfolge Nach Angaben von Radio Zet legen Erkenntnisse der US-Geheimdienste nahe, dass der inzwischen verstorbene Ali Khamenei zunächst dagegen gewesen sei, dass sein Sohn Mojtaba das Amt des Obersten Führers übernehme. Diese berichtete Zurückhaltung des älteren Khamenei, die Macht an den eigenen Sohn weiterzugeben, verleiht dem politischen Übergang in Teheran zusätzliche Komplexität. Ali Khamenei war von 1989 bis zu seiner Ermordung im Jahr 2026 Oberster Führer Irans. Die Nachfolge war seit Jahren Gegenstand von Spekulationen, wobei verschiedene Geistliche und politische Akteure als mögliche Kandidaten galten. Mojtaba Khamenei, ein schiitischer Geistlicher, der in Maschhad im Nordosten Irans geboren wurde, ist nach Ajatollah Ruhollah Khomeini und seinem Vater Ali Khamenei der dritte Inhaber des Amtes. Sollte diese Einschätzung zutreffen, würde das darauf hindeuten, dass Mojtabas Aufstieg umstritten gewesen sein könnte oder zumindest nicht von seinem Vater vorab festgelegt worden war. Die für die Wahl von Irans Oberstem Führer zuständige Instanz hätte die endgültige Entscheidung ungeachtet der persönlichen Präferenzen des verstorbenen Führers getroffen. Die Kombination aus umstrittenen Berichten über den Gesundheitszustand, Todesdrohungen gegen einen ausländischen Regierungschef und offenen Fragen zur Legitimität des Nachfolgeprozesses weist auf eine Phase erheblicher Unruhe in der iranischen Politik und im weiteren sicherheitspolitischen Umfeld der Region hin.