Die Administration von Donald Trump hat umfangreiche handelspolitische Ermittlungen auf Basis von Abschnitt 301 eingeleitet, die 60 Volkswirtschaften umfassen. Hauptgrund sind Vorwürfe von Zwangsarbeit und Überproduktion, was eine Rückkehr zur aggressiven US-Zollpolitik ankündigen könnte.

Umfangreiche Handelsermittlungen

Die USA haben Ermittlungen gegen 60 Länder wegen Zwangsarbeit und gegen 16 Länder wegen Überkapazitäten eingeleitet.

Reaktion der Europäischen Union

Brüssel appelliert an Washington, die EU als Verbündeten und nicht als Gegner in Streitigkeiten über globale Überproduktion zu behandeln.

Mögliche Aussetzung des Jones Act

Wegen der durch den Konflikt mit dem Iran ausgelösten Kraftstoffkrise erwägt das Weiße Haus eine vorübergehende Aufhebung der Transportbeschränkungen.

Zukunft des USMCA

Kanada und Mexiko streben vor der anstehenden Überprüfung die Beibehaltung des trilateralen Charakters des Handelsabkommens an.

Die Administration von Präsident Donald Trump hat eine breit angelegte Handelsoffensive gestartet und Ermittlungen auf Basis von Abschnitt 301 gegen 60 Volkswirtschaften wegen Praktiken der Zwangsarbeit eingeleitet. Parallel dazu hat das Büro des US-Handelsvertreters (USTR) ein separates Verfahren zu Überkapazitäten in 16 Partnerländern angestoßen, um den Zolldruck aus Washington wieder aufzubauen. Diese Maßnahmen werden von Jamieson Greer geleitet, der als US-Handelsvertreter nach Brüssel gereist ist, um Gespräche mit Vertretern der Europäischen Union zu führen. EU-Diplomaten appellieren an die Vereinigten Staaten, die Gemeinschaft als Verbündeten im Kampf gegen die globale Überproduktion zu behandeln und nicht als Problemquelle, die Beschränkungen unterliegt. Abschnitt 301 war ein Schlüsselinstrument der Handelspolitik während der ersten Amtszeit von Donald Trump, als er zur Verhängung von Strafzöllen auf chinesische Waren im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar diente. Das aktuelle Ausmaß der Ermittlungen, das gleichzeitig 60 Jurisdiktionen umfasst, ist eine beispiellose Ausweitung dieses Mechanismus auf globaler Ebene. Die US-Administration argumentiert, dass der Kampf gegen unfairen Wettbewerb und Zwangsarbeit für den Schutz der heimischen Industrie und der wirtschaftlichen Sicherheit unerlässlich sei.

Die internationalen Reaktionen auf die US-Ermittlungen sind gemischt und konzentrieren sich auf den Versuch, die Streitigkeiten diplomatisch beizulegen. Singapur hat bereits direkte Gespräche mit dem USTR angekündigt, um den Status seiner Handelsbeziehungen angesichts der neuen Verfahren zu klären. Der US-Vizepräsident JD Vance bewertete indes das neue Investitionsgesetz Südkoreas positiv, was potenzielle Kooperationsbereiche mit ausgewählten asiatischen Partnern signalisiert. Gleichzeitig betonten Kanada und Mexiko im Vorfeld der anstehenden Überprüfung des USMCA-Abkommens die entscheidende Bedeutung der Beibehaltung des trilateralen Charakters dieser Vereinbarung. „We are launching these investigations to identify and eliminate unfair practices that harm American workers and companies” (Wir leiten diese Ermittlungen ein, um unfaire Praktiken zu identifizieren und zu beseitigen, die amerikanischen Arbeitern und Unternehmen schaden) — Jamieson Greer via Reuters

Die internen Maßnahmen des Weißen Hauses umfassen auch die Prüfung außergewöhnlicher Schritte zur Stabilisierung des Kraftstoff- und Agrarmarktes. Die Administration erwägt eine vorübergehende Aussetzung der Vorschriften des Jones Act, um die Logistik angesichts von Lieferunterbrechungen aufgrund des Konflikts mit dem Iran zu erleichtern. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, stellte jedoch klar, dass eine endgültige Entscheidung über diese Ausnahmeregelung noch nicht getroffen wurde. Eine mögliche Lockerung der Schifffahrtsbeschränkungen soll plötzliche Preissprünge auf dem heimischen Energiemarkt verhindern, die die wirtschaftliche Stabilität des Landes gefährden. 60 (Länder) — von Ermittlungen wegen Zwangsarbeit betroffen Umfang der US-Handelsermittlungen: Zwangsarbeit: 60, Überkapazitäten: 16

US-Handels- und Energieoffensive: 12. März — Überlegungen zum Jones Act; 12. März — Appell der Europäischen Union; — Einleitung der Ermittlungen

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