Das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) unter der Leitung von Jamieson Greer hat umfangreiche Ermittlungen auf Grundlage von Abschnitt 301 eingeleitet, die sich auf Zwangsarbeit und Überkapazitäten bei wichtigen Handelspartnern konzentrieren.

Ermittlungen nach Abschnitt 301

Der USTR untersucht 60 Volkswirtschaften auf Zwangsarbeit sowie 16 Länder im Zusammenhang mit industrieller Überproduktion.

Reaktion Indiens

Indien hat die Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen mit den USA ausgesetzt und wartet auf die Ergebnisse der amerikanischen Ermittlungen.

Zollsenkung für Italien

Washington hat beschlossen, die Antidumpingzölle auf italienische Nudeln zu senken, was ein positives Signal für den dortigen Lebensmittelsektor ist.

Appell der Europäischen Union

Brüssel fordert die Einhaltung von Vereinbarungen und die Wahrnehmung der EU als Verbündeten und nicht als Quelle wirtschaftlicher Probleme.

Das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) unter der Leitung von Jamieson Greer hat umfangreiche Ermittlungen auf Grundlage von Abschnitt 301 eingeleitet, die gegen unfaire Handelspraktiken weltweit gerichtet sind. Die Regierung von Präsident Donald Trump hat zwei separate Verfahren eingeleitet: eines zu Zwangsarbeit, das etwa 60 Volkswirtschaften umfasst, und ein zweites, das sich auf Überkapazitäten bei 16 wichtigen Handelspartnern konzentriert. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Zolldruck wieder aufzubauen und den amerikanischen Markt vor Waren zu schützen, die unter Verletzung von Arbeitsstandards produziert oder von ausländischen Regierungen subventioniert werden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sind die neuen Ermittlungen Teil einer Strategie, um Partner zur Neuverhandlung der Handelsbedingungen zu zwingen. Abschnitt 301 war ein Schlüsselinstrument während der ersten Amtszeit von Donald Trump (2017–2021), als er zur Verhängung von Zöllen auf chinesische Waren im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar diente. Die aktuellen Maßnahmen vom März 2026 erweitern diesen Mechanismus auf eine deutlich größere Anzahl von Staaten, was als Rückkehr zur "America First"-Politik im internationalen Handel interpretiert wird. Jamieson Greer, der im Februar 2025 das Amt des USTR übernahm, diente zuvor in der ersten Trump-Administration, was die Kontinuität dieser Doktrin gewährleistet.

Die internationale Reaktion auf die amerikanische Handelsoffensive war unmittelbar, und Indien beschloss, die Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen mit den USA auszusetzen. Die Entscheidung Delhis steht in direktem Zusammenhang mit der Einbeziehung Indiens in die neuen Ermittlungen, was die dortigen Behörden als Hindernis für den Aufbau stabiler Wirtschaftsbeziehungen betrachten. Gleichzeitig rief die Europäische Union Washington dazu auf, bestehende Abkommen zu respektieren und den Ansatz gegenüber europäischen Partnern zu ändern. Brüssel argumentiert, dass die EU als Verbündeter im Kampf gegen globale Überproduktion angesehen werden sollte und nicht als deren Quelle, die Beschränkungen unterliegt. „EU urges US to view it as ally in tackling overcapacity, not source of problem” (EU fordert USA auf, sie als Verbündeten bei der Bewältigung von Überkapazitäten zu betrachten, nicht als Problemquelle) — EU-Vertreter via Reuters

Im Schatten globaler Streitigkeiten informierte das italienische Außenministerium, bekannt als Farnesina, über einen Erfolg in den Beziehungen zu Washington im Lebensmittelsektor. Die amerikanische Regierung hat sich entschieden, die Antidumpingzölle für italienische Nudelhersteller zu senken, was ein seltenes Beispiel für eine Lockerung von Handelsbarrieren im aktuellen Kurs der US-Handelspolitik darstellt. Das italienische Außenministerium betonte, dass dies das Ergebnis effektiver Verhandlungen und ein Beweis für die hohe Qualität der exportierten Produkte sei, die den amerikanischen Wettbewerb nicht auf unfaire Weise bedrohen. 60 (Staaten) — Anzahl der von der Zwangsarbeit-Ermittlung betroffenen Volkswirtschaften Handelsoffensive der USA (März 2026): 12. März — Initiative des USTR; 12. März — Appell der Europäischen Union; 13. März — Reaktion Indiens; 13. März — Erfolg Italiens

Mentioned People

  • Jamieson Greer — 20. Handelsbeauftragter der Vereinigten Staaten in der zweiten Trump-Administration seit Februar 2025.
  • Donald Trump — 47. Präsident der Vereinigten Staaten, Politiker der Republikanischen Partei.