Die US-Administration hat im März 2026 eine breite Handelsoffensive gestartet, indem sie Praktiken der Zwangsarbeit in 60 Ländern und Überproduktion bei 16 Partnern, darunter die EU, untersucht. Gleichzeitig bereitet sich Washington darauf vor, 166 Milliarden Dollar für Zölle zurückzuerstatten, die vom Obersten Gerichtshof für illegal erklärt wurden.
Neue Handelsermittlungen
Der USTR hat Ermittlungen auf Grundlage von Abschnitt 301 bezüglich industrieller Überproduktion und Zwangsarbeit in 60 Volkswirtschaften eingeleitet.
Milliardenschwere Rückzahlungen an Importeure
Die US-Zollbehörden (CBP) müssen 166 Milliarden Dollar zuzüglich Zinsen zurückzahlen, nachdem der Oberste Gerichtshof die Trump-Zölle aufgehoben hat.
Entgegenkommen gegenüber Verbündeten
Die USA senkten Zölle auf italienische Pasta und nahmen eine 350 Milliarden Dollar schwere Investition aus Südkorea als Entspannungsgesten an.
Reaktion der Europäischen Union
Die Europäische Kommission appelliert, die EU als Partner und nicht als Quelle des Problems globaler Überproduktion anzuerkennen.
Die Regierung der Vereinigten Staaten hat eine breit angelegte Handelsoffensive gestartet und Ermittlungen gegen 60 Volkswirtschaften wegen Zwangsarbeit sowie gegen 16 Handelspartner wegen industrieller Überproduktion eingeleitet. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer kündigte diese Schritte als Teil einer Strategie an, den Zolldruck nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs im Februar wieder aufzubauen. Dieses Urteil hob viele zuvor von Präsident Donald Trump eingeführte Zölle auf und zwang das Weiße Haus, nach neuen rechtlichen Grundlagen für den Schutz des heimischen Marktes zu suchen. Die neuen Untersuchungen, die auf Grundlage von Abschnitt 301 des Handelsgesetzes durchgeführt werden, zielen darauf ab, unfairen Praktiken entgegenzuwirken, die nach Ansicht Washingtons die globale Wirtschaft destabilisieren. Die amerikanische Zollpolitik erlebte im Februar 2026 eine abrupte Wende, als der Oberste Gerichtshof der USA einen Großteil der Zölle, die während der ersten und zweiten Amtszeit Donald Trumps eingeführt wurden, für illegal erklärte. Diese Entscheidung ebnete den Weg für Forderungen nach Rückerstattung von Milliarden Dollar an erhobenen Gebühren und zwang die Administration, ihre Instrumente zum Handelsschutz zu überdenken. Historisch wurde Abschnitt 301 des Handelsgesetzes von 1974 zur Bekämpfung von Exportbarrieren genutzt, dient heute aber hauptsächlich als Instrument in Streitigkeiten über Überproduktion mit China und anderen wichtigen Partnern.
Im Rahmen des Aufbaus wirtschaftlicher Allianzen traf sich Vizepräsident JD Vance am 12. März 2026 in Washington mit dem Premierminister Südkoreas. Kim Min-seok erhielt vom Vizepräsidenten Dank für die Verabschiedung eines speziellen Investitionsgesetzes durch die südkoreanische Nationalversammlung. Dieses Dokument ermöglicht die Umsetzung einer Verpflichtung, 350 Milliarden Dollar in die USA zu investieren, was Seoul vor neuen, höheren Zöllen schützen soll. JD Vance betonte, dass eine solche Partnerschaft ein Vorbild für andere Länder sei, die einen privilegierten Zugang zum amerikanischen Markt erhalten wollen. „We welcome South Korea's bold step, which strengthens our economic ties and industrial security” (Wir begrüßen Südkoreas mutigen Schritt, der unsere wirtschaftlichen Bindungen und unsere industrielle Sicherheit stärkt) — JD Vance via Reuters
Parallel zur Verschärfung des Kurses gegenüber vielen Ländern hat Washington in ausgewählten Sektoren mäßigende Gesten gemacht, was das italienische Außenministerium als diplomatischen Erfolg bezeichnete. Das US-Handelsministerium hat die Antidumpingzölle auf italienische Pasta erheblich gesenkt, was sich direkt auf die Exportkosten führender Hersteller von der Apenninhalbinsel auswirken wird. Die Europäische Kommission forderte die USA auf, die Europäische Union als Verbündeten im Kampf gegen globale Überproduktion zu behandeln und nicht als Ursache des Problems. Brüssel argumentiert, dass gemeinsame Maßnahmen gegen unfaire Praktiken von Drittstaaten wirksamer sein werden als gegenseitige Handelsbarrieren. Neue Zollsätze für italienische Pasta: La Molisana: 2.26, Andere Hersteller: 9.09, Garofalo: 13.98
Die größte logistische Herausforderung für die amerikanischen Behörden bleibt die Umsetzung des Urteils des Obersten Gerichtshofs zur Rückerstattung unrechtmäßig erhobener Zollgebühren. U.S. Customs and Border Protection teilte mit, dass das IT-System zur Abwicklung der Rückzahlungen zu 40 bis 80 Prozent fertiggestellt sei. Die Behörde muss Importeuren die gigantische Summe von 166 Milliarden Dollar zurückerstatten, was einen bisher beispiellosen Vorgang in der Geschichte des amerikanischen Handels darstellt. Dieser Prozess wird von Bundesgerichten streng überwacht, die die Administration angewiesen haben, die Arbeiten am Auszahlungsmechanismus zu beschleunigen, um Verluste für von illegalen Zöllen betroffene Unternehmen zu minimieren. Zollreform und Rückzahlungsprozess: Februar 2026 — Urteil des Obersten Gerichtshofs; 4. März 2026 — Gerichtliche Anordnung für CBP; 12. März 2026 — Handelsoffensive
Mentioned People
- Jamieson Greer — 20. Handelsbeauftragter der Vereinigten Staaten in der zweiten Trump-Administration
- JD Vance — 50. Vizepräsident der Vereinigten Staaten
- Kim Min-seok — Premierminister Südkoreas seit 2025
- Donald Trump — Ehemaliger US-Präsident, dessen Zölle vom Obersten Gerichtshof aufgehoben wurden
- Brandon Lord — Beamter der US-Zollbehörden (CBP)