Das Landgericht Augsburg hat vier Männer zu unbedingten Freiheitsstrafen wegen der brutalen Prügelattacke auf ein homosexuelles Paar verurteilt. Der Haupttäter, Halid S., bekannt aus einem früheren Feuerwehrmann-Mord, muss weitere viereinhalb Jahre hinter Gitter.
Verurteilungen
Vier Männer erhielten Haftstrafen zwischen 3 Jahren und 3 Monaten bis zu 4,5 Jahren für einen Hass-Überfall.
Wiederholungstäter als Haupttäter
Der 23-jährige Halid S. war bereits zuvor für den aufsehenerregenden Mord an einem Feuerwehrmann auf dem Königsplatz im Jahr 2019 verurteilt worden.
Hass als Motiv
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Täter während des Angriffs auf der Maximilianstraße von Homophobie geleitet wurden.
Keine Sicherungsverwahrung
Trotz des Antrags der Staatsanwaltschaft entschied sich das Gericht gegen die Anordnung einer unbefristeten Sicherungsverwahrung für den Täter.
Das Landgericht Augsburg verurteilte am 12. März 2026 vier Männer zu unbedingten Freiheitsstrafen wegen eines brutalen Angriffs mit homophobem Hintergrund. Der Hauptangeklagte, der 23-jährige Halid S., erhielt ein Urteil von 4 Jahren und 6 Monaten Haft für die schwere Körperverletzung eines homosexuellen Paares in der Innenstadt. Die drei weiteren Täter wurden zu Freiheitsstrafen zwischen 3 Jahren und 3 Monaten sowie 4 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Ein fünfter Angeklagter, der laut Ermittlungen nicht direkt an der Schlägerei beteiligt war, wurde vom Gericht freigesprochen. Das Urteil fiel genau ein Jahr nach den Ereignissen, die sich auf der Maximilianstraße in Augsburg zugetragen hatten.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Handeln der Täter von Hass auf Menschen anderer sexueller Orientierung motiviert war, was die Härte der verhängten Strafen beeinflusste. Die Staatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer für Halid S. eine höhere Strafe von 6 Jahren Haft sowie die Anordnung einer Sicherungsverwahrung. Das Gericht lehnte jedoch den Antrag auf Anordnung der Sicherungsverwahrung ab, da in diesem Fall nicht alle gesetzlichen Voraussetzungen für deren Anwendung erfüllt seien. Die verurteilten Männer sind derzeit zwischen 23 und 25 Jahre alt.
Die Person Halid S. ist der bayerischen Öffentlichkeit aufgrund seiner kriminellen Vergangenheit und seiner Beteiligung an einem aufsehenerregenden Prozess vor einigen Jahren bekannt. Im Dezember 2019, damals 17-jährig, versetzte er einem Feuerwehrmann auf dem Königsplatz in Augsburg einen tödlichen Schlag, wofür er zu 4,5 Jahren Haft verurteilt wurde. Die Tragödie auf dem Königsplatz im Jahr 2019 löste in Deutschland eine bundesweite Debatte über Jugendgewalt und Sicherheit im öffentlichen Raum aus. Halid S. wurde damals wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt, und der Prozess fand vor der Jugendkammer statt. Das aktuelle Urteil betrifft Ereignisse vom März 2025, als die Angeklagten ein schwules Paar in einem beliebten Teil Augsburgs angriffen, was die Stadt erneut im Kontext von Hassverbrechen in den Fokus der Medien rückte.
Ausmaß der vom Gericht verhängten Strafen: Halid S.: 4.5, Höchststrafe für Mittäter: 4.5, Niedrigste Strafe für Mittäter: 3.25
Prozessgeschichte von Halid S.: Dezember 2019 — Tragödie auf dem Königsplatz; 20. Oktober 2020 — Erstes Urteil; März 2025 — Homophober Angriff; 12. März 2026 — Urteil des Landgerichts Augsburg
Mentioned People
- Halid S. — Hauptangeklagter, zu 4,5 Jahren Haft verurteilt, zuvor wegen Mordes an einem Feuerwehrmann verurteilt