Die Bank UBS hat sich an ein Bundesgericht in New York gewandt, um eine einstweilige Verfügung zum Schutz des Instituts vor neuen Klagen zu erwirken. Der Fall betrifft 890 Konten aus der NS-Zeit, die bei der übernommenen Credit Suisse entdeckt wurden.
Antrag auf Blockade von Ansprüchen
UBS strebt nach rechtlicher Klarheit, die es jüdischen Organisationen unmöglich machen würde, weitere finanzielle Mittel auf Basis neuer Beweise einzufordern.
Vergleich von 1999
Die Bank argumentiert, dass die historische Vereinbarung im Wert von 1,25 Mrd. Dollar alle vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Ansprüche endgültig abgeschlossen habe.
Entdeckung bei Credit Suisse
Interne Ermittlungen deckten 890 Bankkonten auf, die möglicherweise Verbindungen zu Nazis oder Kriegsverbrechern haben.
Widerstand jüdischer Organisationen
Das Simon Wiesenthal Center lehnt den Antrag ab und fordert volle Transparenz in der Angelegenheit der neu entdeckten Vermögenswerte.
Die Schweizer Bank UBS hat einen Bundesrichter in New York um eine einstweilige Verfügung gebeten, um das Institut vor neuen Klagen zu Konten aus der Zeit des Holocausts zu schützen. Der beim Gericht in Brooklyn eingereichte Antrag zielt darauf ab, potenzielle Ansprüche zu blockieren, die sich aus einer internen Untersuchung ergeben könnten, die 2020 von Credit Suisse eingeleitet wurde. Diese Untersuchung hatte die Existenz von 890 Bankkonten aufgedeckt, die möglicherweise Verbindungen zu Nazis oder Personen auf Kriegsverbrecherlisten haben könnten. UBS, die die Übernahme von Credit Suisse 2023 abgeschlossen hat, argumentiert, dass alle finanziellen Angelegenheiten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs endgültig abgeschlossen seien. Die Bank strebt nach rechtlicher Klarheit, die es jüdischen Organisationen unmöglich machen würde, weitere finanzielle Mittel einzufordern.
Die Anwälte der Bank vertreten die Auffassung, dass der globale Vergleich von 1999 im Wert von 1,25 Milliarden Dollar alle möglichen Ansprüche aus jener Zeit erschöpft. Nach den dem Gericht vorgelegten Dokumenten sollte diese Vereinbarung vergangene, gegenwärtige und zukünftige Ansprüche abdecken und Schweizer Finanzinstitute vor weiterer zivilrechtlicher Haftung schützen. 1,25 (miliarda dolarów) — Wert der an NS-Opfer ausgezahlten Vergleichssumme 458 000 (osób) — Anzahl der Geschädigten, die Mittel erhielten Die Bank betont, dass eine erneute Aufrollung von Angelegenheiten aus dem Zweiten Weltkrieg die Grundsätze des vor Jahren geschlossenen Kompromisses verletzen würde. Die Mittel aus dem ursprünglichen Vergleich wurden an über 458.000 Opfer des Nationalsozialismus und ihre Familien ausgezahlt. UBS argumentiert, dass die derzeitigen Versuche, diese Vereinbarung anzufechten, im Lichte des geltenden Rechts unbegründet seien.
Der Antrag von UBS stieß auf entschiedenen Widerstand des Simon Wiesenthal Centers, das sich unter anderem auf die Meinungsfreiheit beruft. Den Fall führt Edward Korman, derselbe Richter, der 1999 den historischen Vergleich überwachte. Die Organisation argumentiert, dass neue Beweise zu den 890 Konten volle Transparenz erfordern und nicht unter dem Vorwand alter Vereinbarungen ignoriert werden dürfen. Der Richter muss entscheiden, ob der Umfang des vor 27 Jahren geschlossenen Vergleichs tatsächlich die Möglichkeit blockiert, neu entdeckte Verbindungen zu NS-Vermögenswerten zu untersuchen. Der Fall um Schweizer Konten von Holocaust-Opfern brach Mitte der 1990er Jahre aus, als Schweizer Banken beschuldigt wurden, Vermögen von NS-Opfern zurückzuhalten und von Nazi-Deutschland geraubtes Gold zu waschen. Unter internationalem Druck und der Drohung von US-Sanktionen stimmten die Schweizer Finanzinstitute der Einrichtung eines Entschädigungsfonds zu. Der Vergleich von 1999 war das Ergebnis langjähriger Verhandlungen unter der Aufsicht von Richter Korman und der Regierung von Bill Clinton, die darauf abzielten, Ansprüche gegenüber den Banken endgültig zu regeln.
Streit um Konten aus der NS-Zeit: 1999 — Globaler Vergleich; 2020 — Ermittlungen der Credit Suisse; 12. Juni 2023 — Bankübernahme; 10. März 2026 — Antrag an Gericht
„Both UBS and Credit Suisse apologised and reached a global settlement in 1999 that finalized all Nazi-era claims, including any future claims” (Sowohl UBS als auch Credit Suisse haben sich entschuldigt und 1999 einen globalen Vergleich erreicht, der alle Ansprüche aus der NS-Zeit, einschließlich etwaiger zukünftiger Ansprüche, abschließend regelte) — UBS via Reuters
Mentioned People
- Edward Korman — Senior-Bundesrichter am Bezirksgericht für den Östlichen Bezirk von New York in Brooklyn, New York.