Das portugiesische Parlament debattiert über eine revolutionäre Novelle der TVDE-Vorschriften, die die Integration traditioneller Taxis in digitale Plattformen vorsieht, was auf scharfen Widerstand der Transportbranche stößt.
Integration von Taxis in TVDE
Der Vorschlag der PSD sieht vor, Taxifahrern die Nutzung digitaler Plattformen unter Bedingungen zu ermöglichen, die denen von Uber oder Bolt ähneln.
Vorwürfe der Trägheit
Die Sozialdemokratische Partei wirft der Sozialistischen Partei vor, die Reform des Transportsektors jahrelang blockiert zu haben.
Proteste des TVDE-Sektors
App-Fahrer warnen vor Chaos, Marktderegulierung und einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, sollten Taxis zugelassen werden.
Entscheidende Abstimmung
Die endgültige Entscheidung des Parlaments über die Zukunft des Personenbeförderungsmodells fällt am 13. März 2026.
Das portugiesische Parlament führte am 12. März 2026 eine Debatte über die Novellierung der Vorschriften, die den TVDE-Sektor regeln und eine tiefgreifende Reform der Funktionsweise digitaler Plattformen zum Ziel hat. Den Hauptentwurf für die Änderungen legte die Sozialdemokratische Partei (PSD) vor, die eine Integration des Taxisektors in das TVDE-System vorschlägt. Dies würde es Taxifahrern ermöglichen, Aufträge über Apps unter Bedingungen abzuwickeln, die den derzeitigen Plattformbetreibern ähneln. Vertreter der PSD argumentierten während der Sitzung, ihr Ziel sei es, die jahrelange Politik des „Rücken-Zukehrens“ zwischen den beiden Beförderergruppen zu beenden und die Marktstandards zu vereinheitlichen. Die Abstimmung über die vorgelegten Vorschläge ist für Freitag, den 13. März 2026, geplant.
Während der Debatte kam es zu einem heftigen Wortwechsel zwischen den wichtigsten politischen Kräften, bei dem die PSD der Sozialistischen Partei (PS) jahrelange Versäumnisse im Gesetzgebungsprozess vorwarf. Nach Ansicht der Sozialdemokraten sei der Gesetzesrevisionsentwurf von den Vorgängern lange Zeit absichtlich „in der Schublade“ gehalten worden, was die rechtliche Unordnung im Personenbeförderungssektor vertieft habe. Die PSD betonte, dass die Novelle nicht darauf abziele, neue Konflikte zu schüren, sondern faire Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit zu schaffen. „Não queremos gerar guerras entre táxis e TVDE” (Wir wollen keine Kriege zwischen Taxis und TVDE auslösen) — Vertreter der PSD via Publico Der TVDE-Sektor in Portugal wurde 2018 durch das sogenannte „Uber-Gesetz“ reguliert, was damals zahlreiche Proteste der Taxibranche auslöste. Seitdem kämpft die Branche mit Problemen hinsichtlich Fahrzeug-Obergrenzen und der Beschäftigungsbedingungen für Fahrer. Frühere Versuche, die Vorschriften zu novellieren, wurden von aufeinanderfolgenden Regierungen mehrfach verschoben, was zu der derzeitigen Reibung zwischen den Interessen traditioneller Taxis und moderner digitaler Plattformen führte.
Die Reformvorschläge stießen auf heftigen Widerstand von Branchenverbänden, die Fahrer und TVDE-Betreiber vertreten und vor katastrophalen Folgen einer weiteren Deregulierung warnen. Vertreter des Sektors weisen darauf hin, dass der Markt bereits gesättigt sei und die Zulassung von Taxis auf den Plattformen ohne strenge Obergrenzen zu einem drastischen Einkommensrückgang führen werde. Die Verbände warnen, dass sich die Situation der Fahrer auf ein als „moderne Sklaverei“ bezeichnetes Niveau verschlechtern könnte, was Massenentlassungen und einen Rückgang der Sicherheitsstandards erzwingen würde. „Já temos mais carros do que clientes” (Wir haben bereits mehr Autos als Kunden) — Vertreter des TVDE-Sektors via TSF Rádio Notícias Kernpunkte der TVDE-Reform 2026: Rolle der Taxis: Getrenntes Regulierungs- und Lizenzierungssystem → Möglichkeit der vollständigen Integration in digitale Plattformen; Branchenbeziehungen: Wettbewerb basierend auf unterschiedlichen Rechtsgrundlagen → Vereinheitlichung der Funktionsregeln für beide Gruppen