Die Regierung von Präsident Donald Trump hat umfassende Handelsuntersuchungen gegen 16 wichtige Partner, darunter die Europäische Union und China, eingeleitet, wobei sie sich auf Artikel 301 des Handelsgesetzes von 1974 stützt.
Untersuchungen gegen 16 Handelspartner
Die USA haben auf Grundlage von Artikel 301 Verfahren gegen u.a. die EU, China, Mexiko, Indien und Kanada eingeleitet, im Zusammenhang mit Vorwürfen über übermäßige Produktionskapazitäten.
EU verteidigt Turnberry-Abkommen
Bernd Lange vom Europäischen Parlament fordert die USA auf, das Abkommen von 2025 zu respektieren und warnt vor einseitigen Maßnahmen Washingtons.
Bündnis zwischen China und Kuba
Angesichts des Drucks aus den USA vertieft Peking die Zusammenarbeit mit Kuba und baut alternative Wirtschaftsbündnisse auf.
Rolle von Jamieson Greer
Der neue US-Handelsbeauftragte überwacht den Prozess, der in der Verhängung neuer, schmerzhafter Zölle enden könnte.
Die Regierung von Präsident Donald Trump hat Handelsuntersuchungen gegen 16 wichtige ausländische Partner eingeleitet, darunter die Europäische Union und China, gestützt auf Artikel 301 des Handelsgesetzes von 1974. Die US-Ermittlungen konzentrieren sich auf Vorwürfe unlauterer Praktiken und übermäßiger Produktionskapazitäten, die nach Ansicht Washingtons einheimische Hersteller schädigen. Auf der Liste der von dem Verfahren betroffenen Länder, neben der EU und China, finden sich auch Mexiko, Indien, Japan, Südkorea, Taiwan, Vietnam, Thailand, Malaysia, Kambodscha, Singapur, Indonesien, Brasilien, Kanada und Großbritannien. Der derzeitige US-Handelsbeauftragte (USTR) Jamieson Greer wird den Prozess überwachen, der in der Verhängung neuer Vergeltungszölle enden könnte. Artikel 301 des US-Handelsgesetzes von 1974 gibt dem Präsidenten weitreichende Befugnisse, einseitig Handelssanktionen gegen Länder zu verhängen, deren Handlungen als Verstoß gegen internationale Abkommen oder als Diskriminierung des US-Geschäfts gewertet werden. Dieses Instrument wurde während der ersten Amtszeit Donald Trumps intensiv genutzt, insbesondere in Bezug auf Importe aus China, was zu einem mehrjährigen Zollkrieg zwischen den Großmächten führte. Die aktuelle Offensive weitet diesen Mechanismus auf eine Rekordzahl von Verbündeten und Handelspartnern der Vereinigten Staaten gleichzeitig aus.
Die Europäische Union weist die Vorwürfe der Überproduktion entschieden zurück und appelliert an Washington, die Rhetorik zu ändern. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses (INTA) des Europäischen Parlaments, betonte, dass die Vereinigten Staaten die im sogenannten Turnberry-Abkommen festgelegten Vereinbarungen respektieren müssen, das 2025 in Schottland ausgehandelt wurde. Brüssel vertritt den Standpunkt, dass sie als Verbündeter bei der Lösung von Problemen des globalen Überangebots gesehen werden sollte, nicht als deren Ursache. Lange warnte, dass jede Abweichung von der Substanz des letztjährigen Abkommens für die Gemeinschaft inakzeptabel sei. „We need clarity. U.S. must honour EU-US deal in tariff investigations” (Wir brauchen Klarheit. Die USA müssen das EU-US-Abkommen in den Zolluntersuchungen einhalten.) — Bernd Lange via Reuters
Die Maßnahmen Washingtons lösen auch Reaktionen in Asien und der Karibik aus, wo China als Antwort auf den Handelsdruck die Zusammenarbeit mit Kuba vertieft. Peking, das Hauptziel der US-Ermittlungen zu Overcapacity, sucht nach neuen Wegen, um Beschränkungen zu umgehen und seinen Einfluss in der Region direkt an der Grenze zu den USA zu stärken. Experten weisen darauf hin, dass der gleichzeitige Angriff auf 16 Handelspartner ein Versuch der Trump-Administration ist, den Zolldruck in bisher nicht gekanntem Ausmaß wieder aufzubauen. 16 (Staaten und Organisationen) — Anzahl der von neuen US-Ermittlungen betroffenen Handelspartner Wichtige von der Artikel-301-Untersuchung betroffene Partner: 1. Chinesen (Hauptziel der Überproduktionsvorwürfe); 2. Europäische Union (Fordert Einhaltung des Turnberry-Abkommens); 3. Mexiko (Wichtiger Partner im Rahmen des USMCA); 4. Indien (Wachsender Handelspartner in Asien)
Mentioned People
- Donald Trump — 47. Präsident der Vereinigten Staaten
- Bernd Lange — Deutscher Politiker, Mitglied des Europäischen Parlaments, Vorsitzender des Ausschusses für internationalen Handel
- Jamieson Greer — Handelsbeauftragter der Vereinigten Staaten