US-Präsident Donald Trump hat seine Äußerungen zu Kuba deutlich verschärft und erklärt, es wäre ihm eine „Ehre“, den Inselstaat zu übernehmen. Zugleich sprach er von einer Wahl zwischen „Befreiung“ und „Eroberung“. Die Aussagen fallen in eine Phase schwerer Versorgungsprobleme auf Kuba, die von Stromausfällen und ausgesetzten Flügen geprägt ist. Die polnische Botschaft in Havanna reagierte mit einer dringenden Reisewarnung.

Trump spricht von Übernahme Kubas

Der US-Präsident bezeichnete Kuba als „gescheiterten Staat“ und sagte, er könne die Insel entweder „befreien“ oder „erobern“.

Washington verweist auf laufende Gespräche

Trump erklärte, die kubanischen Behörden wollten dringend ein Abkommen und Verhandlungen zwischen Washington und Havanna liefen bereits.

Polnische Botschaft warnt vor Lage auf der Insel

Wegen Stromausfällen und ausgesetzter Flüge veröffentlichte die polnische Botschaft in Havanna eine dringende Warnung für polnische Staatsangehörige.

Marco Rubio in Kuba-Kurs eingebunden

Der Außenminister und geschäftsführende Nationale Sicherheitsberater Marco Rubio ist an der Kuba-Politik der US-Regierung beteiligt.

Unklarheit über politischen Status der Aussagen

Auf Basis der verfügbaren Quellen blieb offen, ob Trumps Aussagen eine formelle US-Position oder vor allem rhetorischer Druck sind.

US-Präsident Donald Trump hat am Montag seine Rhetorik gegenüber Kuba verschärft und erklärt, er glaube, er hätte die „Ehre“, den Inselstaat zu übernehmen, den er als „gescheiterten Staat“ bezeichnete. Trump stellte ein unmissverständliches Ultimatum in den Raum und sagte: „Entweder befreie ich es, oder ich erobere es. Ich könnte alles tun, was ich wollte.“ Die Äußerungen fielen in einer Phase einer schweren innenpolitischen und wirtschaftlichen Krise Kubas, in der Flüge ausgesetzt wurden und weitreichende Stromausfälle die Insel beeinträchtigten. Die polnische Botschaft in Havanna veröffentlichte angesichts der sich verschlechternden Lage vor Ort eine dringende Reisewarnung für polnische Staatsbürger.

Trump sagt, Kubas Führung dränge auf Verhandlungen Trump erklärte zudem, die kubanischen Behörden wollten „unbedingt ein Abkommen“ schließen, und sagte, Gespräche zwischen Washington und Havanna liefen. Er stellte ein mögliches Abkommen als etwas dar, das „leicht zustande kommen“ könne, und zeichnete das Bild einer kubanischen Führung, die unter Druck stehe, eine Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten zu erreichen. Außenminister Marco Rubio, der zugleich geschäftsführend als Nationaler Sicherheitsberater fungiert, ist in den Kurs der Regierung gegenüber Kuba eingebunden. Trumps Äußerungen folgten auf eine Reihe von Stellungnahmen der vergangenen Wochen, in denen er Kuba als Land am Rand des Zusammenbruchs beschrieben hatte. Die verschärfte Sprache aus Washington hat Beobachtern zufolge Sorgen über das Risiko eines Konflikts ausgelöst, wie wnp.pl berichtete. In denselben öffentlichen Äußerungen wechselte Trump in seiner Darstellung zwischen humanitärer Intervention und offener territorialer Aneignung.

Polnische Botschaft in Havanna warnt Reisende wegen Stromausfällen und ausgesetzter Flüge Die polnische Botschaft in Havanna veröffentlichte eine dringende Warnung an polnische Reisende und in Kuba lebende Staatsbürger und verwies auf die schwere Krise, in der sich die Insel befindet. Flüge nach Kuba wurden nach Angaben aus der Warnung ausgesetzt, über die rmf24.pl und wiadomosci.radiozet.pl berichteten. Kuba wurde durch erhebliche Stromausfälle weitgehend lahmgelegt, was die Belastungen für die Bevölkerung zusätzlich verschärfte. Die Botschaft rief polnische Staatsangehörige zu Vorsicht auf und forderte sie auf, die Einschränkungen im Luftverkehr bei jeder Reiseplanung von oder zur Insel zu berücksichtigen. Die Kombination aus ausgesetzten Flügen und Störungen der Energieinfrastruktur zeichnete das Bild eines Landes unter erheblichem Druck. Bestätigte Informationen über die genaue Zahl der von den Stromausfällen betroffenen Menschen oder über die Dauer der Flugaussetzungen lagen in den herangezogenen Quellen nicht vor.

Kubas Krise verschärft sich, während Washington den Ton anzieht Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba sind seit Jahrzehnten von Feindseligkeit geprägt, nachdem Fidel Castros Revolution von 1959 Washington dazu veranlasst hatte, ein umfassendes Wirtschaftsembargo zu verhängen, das bis heute gilt. Eine kurze diplomatische Annäherung gab es während der Amtszeit von Barack Obama, als 2015 die vollständigen diplomatischen Beziehungen zu Havanna wiederhergestellt wurden. Spätere US-Regierungen nahmen jedoch viele dieser Öffnungen wieder zurück. Kuba leidet seit Langem unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch das Embargo, verringerte venezolanische Öllieferungen und die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie zusätzlich verschärft wurden. Das führte in den vergangenen Jahren zu groß angelegten Protesten und verstärkter Auswanderung. Ergebnisse aus Websuchen deuten darauf hin, dass Trump in den Wochen vor Montag mehrfach zu Kuba Stellung genommen und die Insel als kurz vor dem Zusammenbruch oder als verhandlungsbereit beschrieben hatte. Trumps jüngste Äußerungen sind die bislang schärfste öffentliche Formulierung eines möglichen Vorgehens der USA gegen Kuba. Sie verbinden die Sprache der „Befreiung“ mit der ausdrücklichen Behauptung unbegrenzter Handlungsmacht. Trumps Aussage, er könne mit Kuba „alles tun, was er wolle“, fand auch in europäischen und mitteleuropäischen Medien Beachtung; Medien in Polen und Rumänien griffen sie besonders hervor. Die Lage auf der Insel, die von Energiemangel und unterbrochenen Verkehrsverbindungen geprägt ist, verleiht den diplomatischen und sicherheitspolitischen Fragen zusätzliche Dringlichkeit. Der polnische Konsulardienst reagierte auf die Krise mit einer öffentlichen Warnung, was die praktischen Folgen der Instabilität Kubas für ausländische Staatsangehörige auf der Insel unterstreicht. Ob Trumps Äußerungen eine formelle politische Position darstellen oder vor allem rhetorischen Druck zur Erzwingung von Verhandlungen ausüben sollten, blieb auf Grundlage des verfügbaren Quellenmaterials unklar.