Vor der Küste von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist nach Angaben der britischen Schifffahrtsüberwachung ein Tanker von einem Projektil getroffen worden. Der wichtige Ölumschlagplatz setzte daraufhin die Verladungen aus. Damit nehmen die kriegsbedingten Störungen im Golfverkehr weiter zu und erfassen inzwischen auch Energiemärkte, Lieferketten und medizinische Transporte.

Tanker vor Fujairah getroffen

Nach Angaben von UK Maritime Trade Operations wurde am 17. März vor Fujairah ein Tanker von einem Projektil getroffen.

Fujairah stoppt Verladungen

Der wichtige Öl- und Bunkerhafen an der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate setzte daraufhin seine Verladungen aus.

Angriffe im Golf nehmen zu

BBC Verify zufolge wurden innerhalb von weniger als 48 Stunden sechs Schiffe im Golf angegriffen.

Asien reagiert mit Notmaßnahmen

Bangladesch, Sri Lanka und Myanmar haben wegen steigender Energiepreise und knapper Versorgung Einschränkungen beschlossen.

Medikamententransporte betroffen

Reuters berichtet, dass gestörte Luftfrachtrouten durch den Nahen Osten die Versorgung mit Krebsmedikamenten gefährden könnten.

Ein Projektil hat vor der Küste von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Tanker getroffen. Das meldete die UK Maritime Trade Operations am 17. März. Der wichtige emiratische Ölstandort Fujairah setzte daraufhin die Verladungen aus, während sich die kriegsbedingten Störungen der Schifffahrt im Golf weiter verschärfen. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf zivile Schiffe im Golf und in der Straße von Hormus seit dem Ausbruch des Konflikts unter Beteiligung Irans ein. Nach Angaben von BBC Verify, wie sie in Websuchergebnissen wiedergegeben wurden, wurden innerhalb von weniger als 48 Stunden sechs Schiffe im Golf angegriffen. Damit stieg die Gesamtzahl der getroffenen Schiffe auf einen erheblichen Wert. Fujairah liegt am Golf von Oman an der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Ort ist ein zentraler Bunker- und Ölverladehafen. Die Aussetzung des Betriebs gilt als weiteres Signal für zunehmende Störungen der globalen Energieversorgungsketten. Mojtaba Khamenei, der im März 2026 als dritter oberster Führer Irans seinem Vater Ali Khamenei nachfolgte, hat angekündigt, die Straße von Hormus blockiert zu halten. US-Präsident Donald Trump hat laut Berichten von TOK FM als Reaktion auf die Schließung mit Maßnahmen gedroht.

Die Straße von Hormus zählt seit Jahrhunderten zu den strategisch wichtigsten maritimen Engstellen der Welt. Sie ist der einzige Seeweg vom Persischen Golf zum offenen Ozean. Mojtaba Khamenei wurde am 8. September 1969 in Mashhad im Nordosten Irans geboren und im März 2026 zum dritten obersten Führer Irans ernannt. Er folgte damit seinem Vater Ali Khamenei nach. Eine Schließung oder Beeinträchtigung der Meerenge gilt seit Langem als Szenario mit gravierenden Folgen für die globalen Energiemärkte, weil dort täglich große Mengen an Öl und Gas transportiert werden.

Asiatische Staaten beschließen Energie-Notmaßnahmen wegen steigender Preise Die durch den Konflikt ausgelösten Störungen auf den Energiemärkten haben mehrere asiatische Staaten nach Angaben von AP News und G4Media zu Sofortmaßnahmen gezwungen, um Treibstoff zu sparen und auf stark steigende Preise zu reagieren. Bangladesch führte geplante Stromabschaltungen ein, um die Stromnachfrage zu steuern. Sri Lanka erklärte den Mittwoch eigens zur gesetzlichen Arbeitsruhe, um den Treibstoffverbrauch zu senken. In Myanmar beschränkten die Behörden den Autoverkehr nach Kfz-Kennzeichen. Fahrzeuge dürfen dort nur noch an jedem zweiten Tag fahren. Diese Schritte verdeutlichen den erheblichen nachgelagerten Druck, den der Konflikt auf energieabhängige Volkswirtschaften in Asien ausübt. Viele dieser Länder sind in hohem Maß auf Ölimporte aus dem Golf angewiesen. Irak verhandelt derweil nach Angaben von Mediafax unter Berufung auf Berichte des rumänischen Mediums mit iranischen Behörden über den Öltransit durch die Straße von Hormus und sucht zugleich aktiv nach alternativen Exportrouten.

Lieferungen von Krebsmedikamenten durch gestörte Flugrouten gefährdet Der Konflikt beeinträchtigt auch pharmazeutische Luftfrachtrouten durch den Nahen Osten und schafft damit ein unmittelbares Risiko für die Versorgung mit Krebsmedikamenten. Das berichtete Reuters am 16. März. Betroffen sind Luftkorridore, die durch das Konfliktgebiet oder in dessen Nähe verlaufen. Das zwingt Unternehmen dazu, Frachtflüge mit zeitkritischen medizinischen Gütern umzuleiten oder auszusetzen. Damit erhält eine Lage, die bisher vor allem als Energie- und Schifffahrtssicherheitskrise beschrieben wurde, zusätzlich eine humanitäre Dimension. Onkologische Behandlungen zählen zu den besonders anfälligen Bereichen medizinischer Fracht, weil sie häufig eine durchgängige Kühlkette und eine schnelle Auslieferung erfordern. Bestätigte Angaben zum Umfang der betroffenen Sendungen lagen in den herangezogenen Quellen zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.

Berichten zufolge passierte ein nicht iranischer Tanker Hormus mit aktivem Sender Ein nicht iranischer Tanker soll nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf einen Bericht vom 16. März die Straße von Hormus mit eingeschaltetem Standorttransponder passiert haben. Dieser Umstand erregte Aufmerksamkeit, weil sich Angriffe auf Handelsschiffe in der Wasserstraße zuletzt gehäuft hatten. Der Vorfall verdeutlichte das Risiko für die Handelsschifffahrt, die die Meerenge während des anhaltenden Konflikts zu durchqueren versucht. Bemerkenswert war die Aktivität des AIS-Transponders, weil viele Schiffe in der Region ihre Ortungssysteme abschalten, um für potenziell feindliche Akteure schwerer erkennbar zu sein. Die Häufung von Angriffen auf Tanker und Containerschiffe setzt den gesamten Schifffahrtskorridor im Golf erheblich unter Druck. Versicherer und Betreiber prüfen ihre Routen neu. Die Aussetzung der Verladungen in Fujairah zusammen mit dem von UKMTO am 17. März gemeldeten Treffer auf einen Tanker deutet darauf hin, dass sich die Lage am Morgen dieses Tages noch nicht stabilisiert hatte.