Die Zahl der Einsätze von Elektroschockpistolen durch die Berliner Polizei ist im vergangenen Jahr um über 20 Prozent gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der Personen, die durch den Einsatz eines Tasers Körperverletzungen erlitten haben. Die Daten stammen aus der Antwort des Berliner Innensenators auf eine parlamentarische Anfrage. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 95 solcher Fälle registriert, während es im Vorjahr 75 waren. Dieser Anstieg könnte auf eine restriktivere Klassifizierung von Vorfällen durch die Polizei zurückzuführen sein.
Rückgang der Taser-Einsätze
Die Berliner Polizei setzte Tasers im Jahr 2024 insgesamt 449 Mal ein. Im Jahr 2025 sank diese Zahl auf 352 Einsätze, was einem Rückgang von 21,6 Prozent entspricht. Dies deutet auf eine Änderung der operativen Praktiken oder einen selektiveren Einsatz dieser Waffe hin.
Anstieg der Verletzungszahlen
Trotz der geringeren Einsatzhäufigkeit stieg die Zahl der Personen, die durch den Einsatz von Elektroschockpistolen verletzt wurden, von 75 im Jahr 2024 auf 95 im Jahr 2025. Dies bedeutet einen Anstieg von 26,7 Prozent. Die meisten Verletzungen waren leicht und umfassten hauptsächlich Verbrennungen und Schnittverletzungen an der Applikationsstelle.
Änderung der Ereignisklassifizierung
Der Anstieg der registrierten Verletzungen könnte auf neue, restriktivere interne Richtlinien der Berliner Polizei zurückzuführen sein. Seit 2025 wird jeder Fall, bei dem der Kontakt der Elektroden mit dem Körper zu einer selbst minimalen Hautschädigung führt, als Verletzung registriert.
Antwort auf parlamentarische Anfrage
Die Daten wurden von der Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage offengelegt. Diese Informationen werfen ein Licht auf die Wirksamkeit und die Risiken des Einsatzes von Elektroschockpistolen durch die Sicherheitskräfte in der deutschen Hauptstadt.
Die Berliner Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr einen Rückgang der Einsätze von Elektroschockpistolen, sogenannten Tasern, bei gleichzeitigem Anstieg der Zahl der Personen, die durch diese Einsätze Verletzungen erlitten. Die Daten für das Jahr 2025, die von der Berliner Innensenatorin Iris Spranger übermittelt wurden, zeigen, dass die Waffe 352 Mal eingesetzt wurde. Das sind 97 Einsätze bzw. 21,6 Prozent weniger als im Vorjahr, in dem 449 Einsätze verzeichnet wurden. Trotz dieser Reduzierung stieg die Zahl der Verletzten von 75 auf 95, was einen Anstieg von 26,7 Prozent bedeutet. Die meisten dieser Verletzungen wurden als leicht eingestuft. Sie umfassen vor allem Verbrennungen und Schnittverletzungen an der Stelle, an der die Elektroden angebracht wurden. Senatorin Spranger wies in ihrer Antwort auf die parlamentarische Anfrage darauf hin, dass dieser Anstieg auf eine Änderung der internen Meldeprozeduren zurückzuführen sein könnte. Seit Anfang 2025 registriert die Berliner Polizei jeden Fall als Verletzung, bei dem der Kontakt der Taser-Elektroden mit dem Körper zu einer selbst minimalen Gewebeschädigung führt, wie etwa einer Rötung oder einer kleinen Wunde. Frühere Richtlinien könnten weniger streng gewesen sein. Elektroschockpistolen, umgangssprachlich nach der beliebtesten amerikanischen Marke als Taser bezeichnet, werden seit Jahren von Polizeibehörden weltweit als Mittel zwischen Schlagstock und Schusswaffe eingesetzt. Ihre Wirkung beruht auf einer vorübergehenden Lähmung des Nervensystems durch einen gesendeten elektrischen Impuls, um einen aggressiven Täter zu überwältigen, ohne tödliche Gewalt anwenden zu müssen. Die Debatte über ihre Sicherheit dauert seit langem an, und Fälle von schweren Verletzungen oder Todesfällen nach ihrem Einsatz sorgen regelmäßig für Kontroversen.Die Statistiken der Berliner Polizei verzeichneten im analysierten Zeitraum keinen Todesfall in direktem Zusammenhang mit dem Einsatz eines Tasers. Die Senatorin betonte zudem, dass der Anstieg der gemeldeten Verletzungen nicht zwangsläufig einen tatsächlichen Anstieg des Risikos bedeuten müsse, sondern lediglich eine genauere Erfassung. „„Der Anstieg der Verletzungen ergibt sich aus neuen, restriktiveren Vorgaben des Dienstes.”” („Der Anstieg der Verletzungen ergibt sich aus neuen, restriktiveren Vorgaben des Dienstes.“) — Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) Diese Daten wurden im Kontext einer breiteren Diskussion in Deutschland über die Ausrüstung und Taktiken der Polizei, insbesondere in großen Ballungsräumen wie Berlin, offengelegt.
Mentioned People
- Iris Spranger — Berliner Innensenatorin von der SPD, die die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit Daten zum Taser-Einsatz gab.