Donald Trump hat europäische Verbündete kritisiert, weil sie seine Initiative für eine Koalition zur Sicherung der Straße von Hormus ablehnen. Zugleich drohte der US-Präsident laut Reuters mit einer Einnahme oder Zerstörung von Irans Ölterminal auf Kharg Island. Der Konflikt fällt in eine Phase anhaltender Luftangriffe zwischen Iran und Israel.
Trump kritisiert Europa wegen Hormus-Koalition
Mehrere europäische Verbündete lehnen Trumps Vorstoß für eine Koalition zur Sicherung der Straße von Hormus ab.
Deutschland verweist auf fehlende NATO-Zuständigkeit
Berlin stellte klar, dass die NATO aus deutscher Sicht kein Mandat für die Straße von Hormus hat.
Drohung gegen Kharg Island
Trump drohte laut ANSA mit der Zerstörung des iranischen Ölterminals und erwägt laut Axios und Reuters auch eine Einnahme der Insel.
Großbritannien hält Distanz
Keir Starmer erklärte, das Vereinigte Königreich werde eigene Interessen schützen, sich aber nicht auf einen großen Konflikt einlassen.
Südkorea betont wirtschaftliche Bedeutung
Marco Rubio und Cho Tae-yul hoben die zentrale Rolle der Straße von Hormus für Weltwirtschaft und Energiemärkte hervor.
Donald Trump hat europäische Verbündete dafür kritisiert, dass sie seine Forderung nach einem Beitritt zu einer Koalition zur Sicherung der Straße von Hormus zurückgewiesen haben. Zugleich drohte der Präsident der Vereinigten Staaten laut einem am 17. März 2026 veröffentlichten Bericht von Reuters damit, Irans Öl-Drehkreuz auf Kharg Island einzunehmen oder zu zerstören. Diese Drohungen und die diplomatischen Spannungen entstanden vor dem Hintergrund fortgesetzter gegenseitiger Luftangriffe zwischen Iran und Israel. Trump dringt seit einiger Zeit auf das, was Axios als „Hormuz-Koalition“ beschrieben hat, also einen Zusammenschluss verbündeter Staaten, der die Kontrolle über die strategisch wichtige Wasserstraße sichern soll. In Europa ist der Vorschlag auf Widerstand gestoßen; mehrere wichtige Partner lehnten es ab, sich der Linie Washingtons anzuschließen. Damit erreicht die transatlantische Belastung inmitten des sich ausweitenden Konflikts im Nahen Osten einen weiteren markanten Punkt.
Deutschland sieht kein NATO-Mandat für Hormus Deutschland hat nach einem am 16. März 2026 veröffentlichten Bericht der ANSA klar erklärt, dass NATO für die Straße von Hormus keine Zuständigkeit trage. Die deutsche Position schwächt Trumps Bemühen, die Sicherheit der Meerenge als gemeinsame Verpflichtung des Bündnisses darzustellen. Auch der britische Premierminister Keir Starmer grenzte das Vereinigte Königreich laut ANSA von dem Vorschlag ab. Starmer erklärte demnach, Großbritannien werde seine Interessen schützen, sich aber nicht auf einen umfassenden Konflikt einlassen. Mit dieser Formulierung zog er bewusst eine Grenze zwischen nationalen Interessen und einer offenen militärischen Bindung an die Vereinigten Staaten. Die doppelten Zurückweisungen aus Berlin und London deuten darauf hin, dass europäische Hauptstädte Washington nicht in eine mögliche Konfrontation mit Teheran über den Zugang zu dieser Seeroute folgen wollen. Die Differenz verschärft bereits bestehende Spannungen zwischen Trump und europäischen Partnern in Sicherheits- und Handelsfragen.
Trump droht Kharg Island: „Ich könnte sie zerstören“ Trump hat laut einem ANSA-Bericht vom 16. März 2026 mit einem direkten Angriff auf das iranische Ölzentrum auf Kharg Island gedroht und gesagt: „Ich könnte sie zerstören.“ Axios berichtete laut Reuters zudem, Trump erwäge im Rahmen einer umfassenderen Strategie zur Druckausübung auf Teheran auch die Einnahme der Insel. Die Kombination dieser Drohungen – Zerstörung oder Besetzung – bedeutet eine weitere Verschärfung von Trumps öffentlicher Haltung gegenüber der iranischen Energieinfrastruktur. Kharg Island ist das wichtigste Ölexportterminal Irans. Jeder militärische Schritt gegen die Insel hätte erhebliche Folgen für die globalen Energiemärkte. Die Drohungen erfolgten zu einem Zeitpunkt, als Iran und Israel weiterhin Luftangriffe austauschten, was die Tragweite eines möglichen einseitigen amerikanischen Militäreinsatzes in der Region zusätzlich erhöht. Bestätigte Informationen darüber, ob im Zusammenhang mit diesen Äußerungen bereits formelle militärische Planungen begonnen haben, liegen nicht vor.
Rubio und Südkorea betonen wirtschaftliche Bedeutung der Hormusstraße US-Außenminister Marco Rubio und der frühere südkoreanische Außenminister Cho Tae-yul waren sich nach einer von Reuters am 16. März 2026 zitierten Mitteilung aus Seoul darin einig, dass die Straße von Hormus für die Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung ist. Das Gespräch zwischen Rubio und Cho Tae-yul, der dem Personenregister zufolge von 2024 bis 2025 südkoreanischer Außenminister war, deutet darauf hin, dass Washington auch jenseits Europas Unterstützung für seine Position zur Hormusstraße zu gewinnen versucht. Südkorea hat als großer Importeur von Öl aus der Golfregion ein unmittelbares wirtschaftliches Interesse an der Stabilität der Meerenge. Die Übereinstimmung zwischen Washington und Seoul in der Bewertung der Bedeutung der Wasserstraße steht im Kontrast zur Zurückhaltung europäischer NATO-Mitglieder. Reuters verwies in einer am 16. März veröffentlichten Marktanalyse außerdem darauf, dass jede Störung der Passage wegen des täglichen Umfangs der dort transportierten Energiemengen erhebliche Risiken für die weltweiten Finanzmärkte birgt. Insgesamt zeigt sich damit international ein uneinheitliches Bild der Reaktionen auf Trumps Drängen nach einem koordinierten Vorgehen an einer der wichtigsten Seerouten der Welt.
Die Straße von Hormus ist seit langem ein Brennpunkt geopolitischer Spannungen zwischen Iran, den Vereinigten Staaten und den Golfstaaten. Iran hat wiederholt damit gedroht, die Meerenge in Phasen verschärfter Konfrontation mit westlichen Staaten zu schließen, besonders im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen um sein Atomprogramm. Ihre Bedeutung ergibt sich daraus, dass etwa ein Fünftel der globalen Ölversorgung diese Route passiert. Jede Störung kann daher weltweit erhebliche Preisschübe auf den Energiemärkten auslösen. Kharg Island war historisch bereits in Konfliktzeiten mit Iran Ziel militärischer Angriffe, unter anderem während des Iran-Irak-Kriegs in den 1980er Jahren.