Amazon erhöht in den USA den Preis für Prime Video ohne Werbung und verlagert 4K in einen teureren Tarif. Zugleich übernimmt Paramount Skydance Tyler Perrys Anteil an BET+ und führt den Dienst in Paramount+ über.
Amazon verteuert die werbefreie Stufe
In den USA kostet Prime Video ohne Werbung ab 10. April mehr, zugleich bleibt 4K nur noch Kunden dieser teureren Stufe vorbehalten.
Werbung wird Teil des Standardangebots
Reguläre Prime-Video-Abonnenten werden künftig Werbung sehen, wenn sie nicht auf die teurere werbefreie Option wechseln.
Paramount übernimmt Perrys Anteil an BET+
Paramount Skydance kauft Tyler Perrys Beteiligung an BET+ und will den Dienst nach Abschluss der Transaktion in Paramount+ aufgehen lassen.
BET+ verliert den Status als eigenständiger Dienst
Die Inhalte von BET+ sollen in Paramount+ integriert werden; finanzielle Details des Rückkaufs wurden nicht veröffentlicht.
Branche setzt stärker auf Konsolidierung
Beide Schritte stehen für den Druck auf Streaminganbieter, Erlöse zu steigern, Kosten zu senken und Dienste stärker zu bündeln.
Amazon Prime Video erhöht in den Vereinigten Staaten den Preis seiner werbefreien Abostufe und verlagert 4K-Streaming hinter eine zusätzliche Bezahlschranke, während Paramount Skydance den Anteil des Filmemachers Tyler Perry am Streamingdienst BET+ übernimmt und die Plattform in Paramount+ integriert. Die beiden Ankündigungen, die im Abstand von weniger als einem Tag gemacht wurden, deuten auf anhaltende Konsolidierungs- und Monetarisierungsdrucke in der Streamingbranche hin. Die Änderungen bei Amazon Prime Video treten nach Berichten von TechRadar und Telepolis am 10. April in Kraft. Über die BET+-Transaktion berichteten Variety, Deadline und The Hollywood Reporter am 13. März 2026.
Amazon benennt seine werbefreie Prime-Video-Option um und verlangt dafür mehr Geld, während das Unternehmen zugleich 4K-Streaming auf diese teurere Stufe beschränkt. Zuvor waren 4K-Inhalte für reguläre Prime-Abonnenten ohne zusätzliche Gebühr verfügbar. Ab dem 10. April müssen Zuschauer, die ohne Werbung sehen wollen, für die umbenannte werbefreie Stufe bezahlen, und nur Abonnenten dieser Stufe behalten den Zugang zu 4K-Bildqualität. Amazon führt nach Angaben von Antyweb und Gizmodo auch Werbung in seinem regulären Prime-Video-Dienst ein, sodass bestehende Abonnenten, die nicht aufwerten, künftig Anzeigen sehen werden. Der Schritt folgt einem breiteren Branchentrend, bei dem Streamingplattformen werbefinanzierte Stufen einführen, um die Erlöse zu steigern und die Grundpreise nominell zugänglich zu halten. Amazon Prime Video startete 2016 als eigenständiger Streamingdienst, nachdem das Angebot zuvor ausschließlich im Amazon-Prime-Abonnement gebündelt gewesen war. Die Einführung von Werbung bei zuvor werbefreien Streamingplattformen beschleunigte sich branchenweit in den frühen 2020er Jahren; Dienste wie Netflix und Disney+ führten beide werbefinanzierte Stufen ein, als sich das Abonnentenwachstum verlangsamte. Die Verlagerung hin zu gestaffelten Preisen und 4K-Bezahlschranken stellt einen strukturellen Wandel dar, wie große Plattformen ihre Inhaltsbibliotheken monetarisieren.
Auf Seiten von Paramount kündigte Paramount Skydance an, den Eigentumsanteil von Tyler Perry an BET+ zu übernehmen, dem Streamingdienst, den Perry gemeinsam mit BET mitbegründet hatte. Nach Abschluss der Transaktion soll BET+ als eigenständiger Dienst schrittweise eingestellt und seine Inhaltsbibliothek nach Angaben von Variety und Deadline in Paramount+ zusammengeführt werden. Perry, ein Schauspieler, Filmemacher, Dramatiker und Komiker, der vor allem als Schöpfer des Madea-Franchise bekannt ist, war seit dem Start Miteigentümer von BET+. The Hollywood Reporter bestätigte, dass Paramount und kein Dritter der Käufer von Perrys Anteil ist. Mit dem Geschäft endet BET+ faktisch als eigenständige Streamingadresse, und das Programm wird unter dem Dach von Paramount+ gebündelt. Finanzielle Bedingungen des Rückkaufs wurden in den zitierten Artikeln nicht offengelegt.
Die Zusammenlegung von BET+ spiegelt die breitere Strategie von Paramount Skydance wider, nach der im August 2025 abgeschlossenen Fusion von Paramount Global und Skydance Media sein Streaming-Portfolio zu straffen. Der Betrieb mehrerer eigenständiger Streamingdienste verursacht erhebliche operative Kosten, und die Zusammenführung von BET+-Inhalten in Paramount+ erlaubt es dem Unternehmen, das Programm beizubehalten und zugleich eine separate Plattform abzubauen. Der Schritt ähnelt vergleichbaren Konsolidierungen in anderen Teilen der Branche, in denen Medienunternehmen kleinere Streamingdienste zusammengelegt oder eingestellt haben, um ihre Ressourcen auf Flaggschiff-Plattformen zu konzentrieren. BET+-Abonnenten dürften voraussichtlich zu Paramount+ wechseln, auch wenn konkrete Übergangsbedingungen für bestehende Kunden in der Berichterstattung nicht genannt wurden. Zusammengenommen veranschaulichen die Ankündigungen von Amazon und Paramount vom 13. und 14. März 2026 den anhaltenden Umbau der Streaminglandschaft, da Unternehmen der Profitabilität Vorrang vor weiterem Wachstum der Abonnentenzahlen geben.