Kamil Stoch hat am Sonntag, 29. März 2026, seine Skisprungkarriere beendet. Beim letzten Weltcup-Wettbewerb der Saison in Planica in Slowenien wurde der dreifache Olympiasieger 30. und landete im letzten Sprung bei 190 Metern. Vor der Gorišek-Brüder-Großschanze verabschiedeten ihn Fans, Weggefährten und zahlreiche Vertreter aus dem polnischen Sport.

Karriereende in Planica

Kamil Stoch beendete am 29. März 2026 in Planica seine Laufbahn nach mehr als 22 Jahren im Weltcup.

Abschied mit 190 Metern

Im letzten Wettkampf sprang der dreifache Olympiasieger 190 Meter und wurde 30.

Großer Empfang im Auslauf

Fans, Teamkollegen, Trainer und Familie verabschiedeten Stoch vor Ort mit einer Ehrengarde und Fahnen.

Kamil Stoch hat am Sonntag, 29. März 2026, seine Skisprungkarriere beendet und beim letzten Weltcup-Wettbewerb der Saison in Planica in Slowenien den 30. Platz belegt. Sein letzter Sprung ging auf 190 Meter. Der dreifache Olympiasieger, der am 17. Januar 2004 in Zakopane in den Weltcup eingestiegen war, schloss damit mehr als 22 Jahre Wettkampfsport auf der Gorišek-Brüder-Großschanze vor einem Publikum ab, das eigens zu seinem Abschied gekommen war. Seine Frau Ewa Bilan-Stoch gab ihm mit einer Fahne von der Trainertribüne das Zeichen zum Start seines letzten Sprungs. Stoch sagte später, er habe das in diesem Moment nicht gesehen und erst nachher davon erfahren. Nach der Landung warf er seine Skier zur Seite und verneigte sich vor dem Publikum. Später stellte er klar, dass diese Geste eher praktischen als symbolischen Charakter gehabt habe. Die Szene löste unmittelbar viele emotionale Reaktionen von Fans und öffentlichen Persönlichkeiten in Polen und darüber hinaus aus.

Stoch spricht nach 22-jährigem Kampf von Freiheit Stoch machte am Ende seines letzten Wettkampfs keinen Hehl aus der Mischung aus Erleichterung und Erschöpfung, die er empfand. Er war nach einem Sprung auf 193 Meter aus der ersten Serie als Letzter in die Schlussrunde gegangen, und nur die schwächere Leistung von Deutschlands Felix Hoffmann bewahrte ihn vor dem Ausscheiden vor dem Finaldurchgang. Sein Sprung auf 190 Meter in der entscheidenden Serie reichte nicht, um sich im Klassement zu verbessern, doch er schaffte es noch in die „30“, also die Finalgrenze, und beendete seine Karriere zu seinen eigenen Bedingungen. „Ich habe wahrscheinlich den größten Kampf meiner gesamten Karriere geführt. Es lief nicht gut, aber am Ende bin ich frei. Frei von meinen Ambitionen, davon, mich selbst hochzujubeln, dass es so sein soll, wie ich es mir wünsche. Ich habe es bis zum Ende geschafft und ich habe gekämpft” — Kamil Stoch via wpolityce.pl Er hatte sich vorgenommen, auf der Schanze, auf der er 2017 mit 251,5 Metern seine persönliche Bestweite aufgestellt hatte, über 200 Meter zu springen, blieb diesem Ziel aber deutlich fern. „Ich empfinde vor allem Glück und Freude darüber, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe. Jetzt beginne ich ein neues Leben” — Kamil Stoch via wpolityce.pl

Ehrengarde, Trainer und ein Abschied mit Fahne Nach Stochs Landung bildeten Mitglieder der Skisprungschule Ewenement Zakopane, die er gemeinsam mit seiner Frau mitgegründet hat, eine Ehrengarde auf dem Auslauf. Ihm zu Ehren stellten sich seine Kollegen aus der polnischen Nationalmannschaft, Betreuer, Fans und Sportler aus anderen Nationen dazu. In der Trainerkabine standen neben Ewa Bilan-Stoch die früheren Cheftrainer Stefan Horngacher, Grzegorz Sobczyk, Michal Doleżal und Maciej Maciusiak, also Männer, die verschiedene Phasen seiner Karriere geprägt hatten. Horngacher trainiert seit 2019 die deutsche Mannschaft, Sobczyk arbeitet derzeit mit dem bulgarischen Springer Wladimir Zografski, weshalb beide Coaches zum Saisonfinale nach Planica kamen. Ewa Bilan-Stoch veröffentlichte auf Instagram ein Foto, auf dem sie eine weiß-rote Fahne in der Hand hält, flankiert von der Reihe der Trainer. Darauf folgte eine sofortige Welle emotionaler Reaktionen von Fans. Bereits früher in der Saison hatte es in Zakopane eine besondere Abschiedszeremonie unter Beteiligung des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki gegeben.

Kamil Stoch gab sein Debüt im Weltcup am 17. Januar 2004 in Zakopane, wo der damals 17-Jährige 105,5 Meter sprang und 49. wurde. Sein erstes Preisgeld im Weltcup verdiente er in der Saison 2004/2005 mit Rang sieben in Predazzo und 1.000 CHF. Zu seinen Erfolgen zählen drei olympische Einzeltitel, zwei Weltmeistertitel, zwei Gesamtsiege im Weltcup und drei Vierschanzentournee-Siege. Er begann seine Karriere in der Ära von Adam Małysz und übertraf nach Angaben von sport.interia.pl seinen Kindheitsidolen schließlich bei den Karriereerfolgen.

Mehr als 1,6 Millionen Franken in 22 Weltcup-Jahren Nach Angaben auf der offiziellen Website des FIS hat Stoch im Laufe seiner Karriere insgesamt 1.616.375 Schweizer Franken an Weltcup-Preisgeld verdient, was nach aktuellem Wechselkurs mehr als 7,5 Millionen polnischen Zloty entspricht. Seine ertragreichste Saison war 2016/2017, als er 187.400 CHF einnahm und in der Gesamtwertung Zweiter wurde. Das war mehr als in den Jahren, in denen er die Kristallkugel gewann, darunter 147.500 CHF im Jahr 2014 und 178.800 CHF im Jahr 2018. In seiner letzten Saison 2025/2026 kam Stoch auf 30.075 CHF, wobei sein letzter Wettkampf in Planica für den 30. Platz weitere 460 CHF einbrachte. In diesen Zahlen ist ausschließlich das Weltcup-Preisgeld enthalten; Sponsorenverträge, Werbevereinbarungen und olympische Prämien sind nicht berücksichtigt. Der Journalist Maciej Dowbor fasste die Stimmung auf Instagram so zusammen: „Eine Ära ist zu Ende gegangen. Kamil Stoch — Glückwunsch zu einer unglaublichen Karriere. Und nun bleibt nur noch zu wünschen, dass das Leben nach dem Sport Frieden und Erfolg bringt.“

Mentioned People

  • Kamil Stoch — Polski skoczek narciarski i trzykrotny indywidualny mistrz olimpijski
  • Ewa Bilan-Stoch — Żona Kamila Stocha i współzałożycielka szkółki narciarskiej KS Eve-nement Zakopane
  • Karol Nawrocki — Prezydent Rzeczypospolitej Polskiej od 6 sierpnia 2025 roku
  • Maciej Dowbor — Polski dziennikarz i prezenter telewizyjny związany z TVN
  • Stefan Horngacher — Były trener polskiej kadry narodowej w skokach narciarskich

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