Der Konflikt im Nahen Osten wirkt sich inzwischen deutlich auf den internationalen Spitzensport aus. Die Formel 1 strich ihre für April 2026 vorgesehenen Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien, die MotoGP verlegte den Grand Prix von Katar auf November und die in Katar geplante Finalissima zwischen Spanien und Argentinien wurde abgesagt. Damit gerät der Sportkalender in mehreren Disziplinen unter Druck.

Formel 1 sagt zwei April-Rennen ab

Die Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien, beide für April 2026 geplant, wurden wegen der anhaltenden Lage im Nahen Osten gestrichen.

MotoGP verschiebt Grand Prix von Katar

Der ursprünglich anders terminierte Lauf in Katar wird auf November 2026 verlegt und verändert damit den restlichen Saisonkalender.

Finalissima in Katar entfällt

Das geplante Spiel zwischen Spanien und Argentinien wurde abgesagt; zwischen Argentinien, Spanien und der UEFA gibt es unterschiedliche Darstellungen der Umstände.

Spanien organisiert Ersatzspiel gegen Serbien

Statt der Finalissima soll Spanien am Freitag, 27. März 2026, laut RTVE.es ein Freundschaftsspiel gegen Serbien bestreiten.

Weitere Auswirkungen auf den Sport möglich

Ob in den kommenden Wochen noch weitere Veranstaltungen in der Region betroffen sein werden, ist bislang nicht bestätigt.

Der Konflikt im Nahen Osten hat am Sonntag mehrere bedeutende Veranstaltungen im Motorsport und im Fußball beeinträchtigt. Die Formel 1 sagte ihre Rennen im April in Bahrain und Saudi-Arabien ab, die MotoGP verschob den Grand Prix von Katar auf November und das geplante Fußballspiel „Finalissima“ zwischen Spanien und Argentinien in Katar wurde gestrichen.

Die Finalissima ist ein interkontinentales Fußballspiel, das von CONMEBOL und UEFA organisiert wird. Es wird zwischen den Gewinnern der Copa América und der UEFA-Europameisterschaft ausgetragen. Früher war der Wettbewerb als European/South American Nations Cup bekannt und wurde auch Artemio Franchi Cup genannt. Er wird als gelegentlich angesetztes Einzelspiel zwischen Nationalmannschaften organisiert. Spanien qualifizierte sich als Gewinner der Europameisterschaft 2024, Argentinien als Sieger der Copa América 2024.

Die Formel 1 teilte die Absage ihrer Großen Preise von Bahrain und Saudi-Arabien mit, die beide für April 2026 angesetzt waren, und verwies dabei auf die anhaltende Lage im Nahen Osten. In einer Erklärung bestätigte die Rennserie die Entscheidung. Die Organisation von Formula One Group-Chef Stefano Domenicali nannte die Instabilität in der Region ausdrücklich als Grund. Durch die Absagen entfallen zwei aufeinanderfolgende Rennwochenenden aus dem Kalender, wodurch in der frühen Phase der Saison 2026 eine Lücke entsteht. Nach Angaben von AP News und Reuters erklärte die Formel 1: „Wegen der anhaltenden Lage in der Region des Nahen Ostens werden die Großen Preise von Bahrain und Saudi-Arabien im April nicht stattfinden.“

MotoGP verlegt Katar-Rennen wegen regionaler Unruhe in den November Die MotoGP gab unabhängig davon bekannt, dass ihr Grand Prix von Katar verschoben wird. Die Veranstaltung wird von ihrem ursprünglichen Termin auf November 2026 verlegt. Reuters berichtete am Sonntag über die Entscheidung, ANSA.it bestätigte, dass die Verschiebung noch am selben Tag offiziell gemacht wurde. Der Schritt fügt sich in ein breiteres Bild ein, in dem internationale Sportverbände Wettbewerbe in der betroffenen Region oder in deren Nähe neu bewerten. Anders als die Formel 1, die ihre Rennen vollständig absagte, entschied sich die MotoGP dafür, den Lauf in Katar neu anzusetzen und nicht ganz aufzugeben. Dadurch erhält der MotoGP-Kalender für den Rest des Jahres eine veränderte Struktur.

Finalissima abgesagt, Streit über Verantwortung zwischen drei Seiten Die geplante Finalissima zwischen Spanien und Argentinien, die in Katar stattfinden sollte, wurde als unmittelbare Folge des regionalen Konflikts abgesagt. Die Annullierung löste aus, was 20 minutos als „Krieg der Versionen“ bezeichnete. Demnach wich die Darstellung Argentiniens deutlich von den Versionen Spaniens und der UEFA ab. Der Konflikt zwischen den drei Beteiligten über die Umstände der Absage verlieh einer ohnehin logistisch komplexen Lage zusätzlich eine diplomatische Komponente. Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente und Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni hatten ihre Mannschaften bereits auf das Prestigespiel vorbereitet. Als Ersatz kündigte der spanische Fußballverband nach Angaben von RTVE.es ein Freundschaftsspiel gegen Serbien an, das für Freitag, den 27. März 2026, angesetzt ist. Die Partie gegen Serbien verschafft Spaniens Auswahl damit während des Länderspielfensters einen sportlichen Einsatz, obwohl die höher eingestufte Begegnung weggefallen ist.

Sportkalender durch Folgen des Iran-Kriegs breiter unter Druck Die Häufung von Absagen und Verschiebungen in der Formel 1, der MotoGP und im internationalen Fußball verdeutlicht das Ausmaß der Störungen, die der Konflikt im globalen Sportkalender verursacht hat. Bahrain und Saudi-Arabien sind feste Stationen im Kalender der Formel 1, und ihr Wegfall trifft Teams, Fernsehanbieter und Gastgeberländer zugleich. Der Grand Prix von Katar ist eine wichtige Veranstaltung im MotoGP-Kalender, und seine Verlegung auf November verändert die zweite Saisonhälfte. Die Finalissima hatte als seltenes interkontinentales Prestigeduell besonderes Gewicht, weil dort mit Spanien der Europameister 2024 und mit Argentinien der Copa-América-Sieger 2024 aufeinandergetroffen wären. Bestätigte Informationen dazu, ob in den kommenden Wochen weitere Sportereignisse in der Region in ähnlicher Weise beeinträchtigt werden, liegen derzeit nicht vor.