Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am 15. März 2026 ein Pilotprojekt zum Bau von Small Modular Reactors im Freistaat gefordert. Der CSU-Chef stellte dies als Beginn einer neuen Phase der Kernenergie dar. SPD und Grüne wiesen den Vorstoß umgehend zurück und verwiesen auf Sicherheitsfragen sowie Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit.
Söder wirbt für SMR-Pilotprojekt
Markus Söder forderte am 15. März 2026 ein Pilotprojekt für Small Modular Reactors in Bayern und sprach von einer neuen Ära der Kernenergie.
SPD und Grüne weisen Vorstoß zurück
Die Opposition kritisierte den Plan umgehend. Sie bezweifelt Sicherheit und praktische Umsetzbarkeit der Technologie.
Nina Scheer nennt SMR riskanter
Die SPD-Energiepolitikerin Nina Scheer sagte laut Berichten von Spiegel Online und n-tv, SMR seien „wahnsinnig“ und risikoreicher als herkömmliche Meiler.
Debatte nach dem Atomausstieg
Deutschland schaltete im April 2023 die letzten drei Kernkraftwerke ab. Der neue Streit fällt in eine Phase der Suche nach klimafreundlicher und zugleich stabiler Energieversorgung.
Europäischer Trend stärkt Befürworter
Laut Tagesspiegel wächst in Europa die Unterstützung für Kernenergie. Ursula von der Leyen unterstützt eine Renaissance der Kernenergie und ausdrücklich auch SMR.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am 15. März 2026 ein Pilotprojekt zum Bau von Small Modular Reactors in Bayern gefordert. Söder sprach in diesem Zusammenhang vom Beginn einer neuen Ära der Kernenergie. Der Vorsitzende der CSU, der seit März 2018 Ministerpräsident des Freistaats ist, stellte den Vorschlag an demselben Tag vor, an dem mehrere deutsche Medien kritische Reaktionen von Oppositionspolitikern veröffentlichten. Der Plan stieß umgehend auf Widerstand von SPD und Grünen. Beide Parteien stellten sowohl die Sicherheit als auch die Praxistauglichkeit der Technologie infrage. Damit rückte Söder Jahre nach dem deutschen Atomausstieg erneut in den Mittelpunkt einer bundesweiten Debatte über die künftige Energiepolitik.
Nina Scheer, seit 2013 Mitglied des Bundestag und energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, wies Söders Vorschlag in besonders scharfer Form zurück. Scheer bezeichnete den Plan als „wahnsinnig“ und argumentierte, SMR seien nicht weniger, sondern riskanter als herkömmliche große Kernreaktoren. Ihre Kritik, über die Spiegel Online und n-tv am 15. März berichteten, richtete sich gegen die Annahme, kleinere Reaktoren stünden für einen sichereren oder moderneren Weg der Kernenergieerzeugung. Auch die Grünen äußerten laut einem Bericht des Stern Kritik an Söders Atomvorstoß. Die Reaktionen aus der Opposition zeigen, wie groß der politische Widerstand gegen jeden Versuch wäre, die Kernenergie in Deutschland wieder einzuführen, selbst in Form eines Pilotprojekts. „Wahnsinnig — SMR sind risikoreicher als herkömmliche Meiler” (Wahnsinnig — SMR sind risikoreicher als herkömmliche Meiler) — Nina Scheer via Spiegel Online
Deutschland hat im April 2023 seine letzten drei Kernkraftwerke abgeschaltet und damit den Ausstieg aus der Atomenergie vollzogen, der nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan im Jahr 2011 beschleunigt worden war. Die Entscheidung für den Atomausstieg zählt zu den folgenreichsten energiepolitischen Weichenstellungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Umgesetzt wurde sie unter einer Koalitionsregierung, an der die Grünen beteiligt waren. In Bayern standen früher mehrere Atomanlagen, und Söders CSU zeigte sich historisch offener für Kernenergie als SPD oder Grüne. Die aktuelle Debatte über SMR fällt in eine Zeit, in der Deutschland und andere europäische Staaten ihre Energiesysteme dekarbonisieren und zugleich die Stabilität der Stromnetze sichern müssen.
Der Vorschlag fügt sich zudem in eine breitere europäische Entwicklung ein. Nach einem Bericht des Tagesspiegels ist die Unterstützung für Kernenergie auf dem Kontinent gewachsen. Mehrere Regierungen und Institutionen überprüfen ihre Haltung zu dieser Technologie neu. EU Commission-Präsidentin Ursula von der Leyen hat sich für eine Renaissance der Kernenergie und ausdrücklich auch für die SMR-Technologie ausgesprochen. Das verleiht den Befürwortern dieses Ansatzes zusätzlich institutionelles Gewicht. Söders Vorschlag für ein Pilotprojekt in Bayern lässt sich daher auch als Versuch lesen, den Freistaat und die CSU an die Spitze dieses europäischen Trends zu stellen. Ob der Vorstoß über das Stadium der politischen Debatte hinauskommt, hängt von den regulatorischen Rahmenbedingungen auf Bundesebene und von den Koalitionskonstellationen in Berlin ab. Dort ist die Frage der SMR bislang nicht förmlich behandelt worden. Der Tagesspiegel berichtete am 15. März, weiterhin sei offen, ob eine Rückkehr der Kernenergie realistisch ist. Technische, finanzielle und politische Hürden seien nach wie vor nicht ausgeräumt.