Der Schweizer Bundesrat hat am Freitag offiziell ein umfassendes Vertragspaket zur Vertiefung der Beziehungen mit der Europäischen Union verabschiedet und dem Parlament zur Beratung vorgelegt.

Der Schweizer Bundesrat hat am Freitag offiziell ein umfassendes Vertragspaket zur Vertiefung der Beziehungen mit der Europäischen Union verabschiedet und dem Parlament zur Beratung vorgelegt. Das Abkommen, bekannt als Bilaterale III, markiert einen bedeutenden Schritt zur Beilegung jahrelanger diplomatischer Unsicherheiten zwischen Bern und Brüssel. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hatten das Vertragspaket bereits am 2. März 2026 unterzeichnet. Die Regierung bezeichnete das Abkommen als eine strategische Notwendigkeit für die wirtschaftliche und politische Stabilität des Landes. Dieser gesetzgeberische Schritt folgt auf zwölf Jahre komplexer Verhandlungen, die darauf abzielten, den bilateralen Weg zu modernisieren. Der Gesetzesentwurf geht nun zur Beratung und für ein mögliches zukünftiges Referendum an das Schweizer Parlament.

Das Vertragspaket hat bis Ende 2025 breite innenpolitische Unterstützung von den Schweizer Kantonen sowie von etwa drei Vierteln der politischen Gruppierungen erhalten. Dennoch stößt der Vorschlag bei einigen Wirtschaftssektoren auf Skepsis, darunter beim Dachverband economiesuisse, der spezifische Kritik geäußert hat. Ignazio Cassis, der 2026 als Vizepräsident und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten fungierte, war eine zentrale Figur bei der Steuerung des diplomatischen Prozesses. Der Bundesrat betonte, dass das Abkommen die Teilnahme der Schweiz am EU-Binnenmarkt sicherstelle und gleichzeitig die nationale Souveränität wahre. Beamte merkten an, dass die Geduld der Europäer in Bezug auf das langwierige Dossier ihre Grenzen erreicht habe. Das Paket deckt verschiedene Sektoren ab, darunter Elektrizität, Lebensmittelsicherheit und die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.

Die Schweiz und die Europäische Union gestalten ihre Beziehungen seit den 1990er Jahren durch eine Reihe bilateraler Abkommen, nachdem die Schweiz 1992 den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum abgelehnt hatte. Die erste Reihe von Abkommen, die Bilateralen I, wurde 1999 unterzeichnet, gefolgt von den Bilateralen II im Jahr 2004. Die Verhandlungen für einen neuen Rahmen begannen vor über einem Jahrzehnt, erlitten jedoch 2021 einen schweren Rückschlag, als die Schweiz einseitig die Gespräche über ein institutionelles Rahmenabkommen abbrach. Das aktuelle Paket Bilaterale III stellt einen erneuten Versuch dar, die Beziehungen zu stabilisieren und bestehende Abkommen an moderne regulatorische Standards anzupassen.

Die Regierung hält an der Bedeutung des Abkommens für die Zukunft der Schweizerischen Eidgenossenschaft fest. „Das Abkommen ist eine strategische Notwendigkeit für das Land” — Schweizer Bundesrat via Bloomberg Business

Weg zu den Bilateralen III: — ; — ; — ; — Entwicklung der bilateralen Beziehungen: Verhandlungsstatus (before: 12 Jahre Stillstand und sporadische Gespräche, after: Offizielles Vertragspaket dem Parlament vorgelegt); Diplomatischer Rahmen (before: Fragmentierte sektorspezifische Abkommen, after: Modernisiertes strategisches Paket Bilaterale III)