EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am 16. März 2026 eine beschleunigte Überarbeitung des europäischen Emissionshandels gefordert. Sie sprach von einem „realistischeren grünen Wandel“ und verwies auf steigende ETS-Preise sowie hohe Energiekosten. Nach Angaben der Kommission habe die EU wegen des hohen Preisniveaus bereits zusätzliche 6 Milliarden Euro für Importe fossiler Energien aufgewendet.

Von der Leyen fordert beschleunigte ETS-Überarbeitung

Die Kommissionspräsidentin sprach am 16. März 2026 von einem „realistischeren grünen Wandel“ und verband die Reform mit dem Ziel größerer Planbarkeit bei steigenden ETS-Preisen.

Zusätzliche Kosten für fossile Energieimporte

Nach Angaben der Kommission hat die EU wegen hoher Preise bereits zusätzliche 6 Milliarden Euro für Importe fossiler Energien aufgewendet.

Neun Mitgliedstaaten unterstützen den Reformkurs

Laut Adnkronos steht eine Gruppe von neun EU-Staaten hinter Initiativen zur ETS-Revision, was dem Vorstoß politisches Gewicht verleiht.

Kommission sendet differenzierte Botschaft

Ein nicht namentlich genannter EU-Vizepräsident betonte nach ANSA die positive Bilanz des ETS für die Wettbewerbsfähigkeit, hielt eine Überarbeitung aber zugleich für notwendig.

Polnische Energiewerte reagieren unmittelbar

An der Warschauer Börse stiegen am 17. März 2026 die Aktien von Energieunternehmen, nachdem Signale für eine mögliche Lockerung des ETS bekannt wurden.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am 16. März 2026 eine beschleunigte Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems gefordert. Die vorgeschlagenen Änderungen bezeichnete sie als „realistischeren grünen Wandel“, der angesichts steigender ETS-Preise für mehr Planbarkeit sorgen solle. Von der Leyen wandte sich direkt an die Staats- und Regierungschefs der EU und stellte ein Maßnahmenpaket vor, das unter anderem Vorschläge zur Senkung der Stromsteuern enthielt, um die Belastung durch hohe Energiekosten zu mindern. Die Kommissionspräsidentin warnte, die Europäische Union habe als unmittelbare Folge des hohen Preisniveaus bereits zusätzliche 6 (billion euros) — Mehrausgaben für Importe fossiler Energien getragen. Die Ankündigung markiert einen bemerkenswerten Tonwechsel in der EU-Kommission. Sie signalisiert die Bereitschaft, eines der zentralen klimapolitischen Instrumente der Union unter dem Eindruck wirtschaftlicher Belastungen erneut zu überprüfen. Die Vorschläge fanden umgehend Beachtung in den EU-Institutionen und in den Hauptstädten der Mitgliedstaaten. Die Reaktionen reichten von vorsichtiger Unterstützung bis zu einer eingeschränkten Verteidigung des bestehenden Rahmens.

Neun Mitgliedstaaten stellen sich hinter den Vorstoß zur ETS-Reform Nach einem Bericht von Adnkronos hat sich eine Gruppe von neun EU-Mitgliedstaaten zusammengeschlossen, um Initiativen im Zusammenhang mit der ETS-Überarbeitung zu unterstützen. Die Bildung dieser Gruppe verdeutlicht, in welchem Maß der Druck durch hohe Energiekosten bei einem erheblichen Teil der Mitgliedschaft der Union zu abgestimmtem politischen Handeln geführt hat. Hohe Öl- und Gaspreise haben nach einem Bericht von Stern die breitere Debatte über die EU-Klimapolitik zusätzlich verschärft. Dass sich neun Länder hinter Reformvorschläge stellen, verleiht dem Vorstoß von der Leyens zusätzliches politisches Gewicht. Zugleich steigt damit die Wahrscheinlichkeit, dass der beschleunigte Zeitplan der Kommission für die Überarbeitung im Europäischen Rat Unterstützung findet. Bestätigte Angaben zur genauen Identität aller neun an der Koalition beteiligten Mitgliedstaaten liegen bislang nicht vor.

EU-Vizepräsident verteidigt die Wettbewerbsbilanz des ETS Ein EU-Vizepräsident hat nach Angaben von ANSA erklärt, das ETS habe sich für die Wettbewerbsfähigkeit als wirksam erwiesen, zugleich aber eingeräumt, dass eine Überarbeitung erforderlich sei. Die Aussage macht die Spannung innerhalb der EU-Institutionen deutlich: Einerseits wird die bisherige Bilanz des Systems verteidigt, andererseits reagieren die Institutionen auf den Druck der Mitgliedstaaten, mehr Flexibilität zu schaffen. Die Äußerungen des Vizepräsidenten fielen am 16. März 2026 nur wenige Stunden nach dem eigenen Vorstoß von der Leyens und deuten damit auf eine abgestimmte, zugleich aber differenzierte Botschaft der Institutionen hin. Die doppelte Rahmung – Reformbedarf einerseits, Funktionsfähigkeit des Systems andererseits – legt nahe, dass die Kommission die Erwartungen sowohl von Klimaschutzbefürwortern als auch von industrienahen Regierungen steuern will. Der Name des EU-Vizepräsidenten, der die Aussage gemacht hat, wurde in den verfügbaren Quellenberichten nicht bestätigt.

Polnische Energiewerte steigen nach Signalen für ETS-Lockerung Die Aussicht auf eine mögliche Lockerung des ETS hat in Polen unmittelbar eine Marktreaktion ausgelöst. Nach Angaben von Parkiet legten die Aktien von Energieunternehmen an der Warschauer Börse am 17. März 2026 zu. Polnische Energieunternehmen zählen in der EU zu denjenigen, die ETS-Kosten besonders stark ausgesetzt sind, da Polen weiterhin in hohem Maß auf kohlebefeuerte Stromerzeugung setzt. Eine Lockerung der ETS-Regeln oder ein Mechanismus zur Begrenzung von Preisschwankungen würde die Kosten zur Einhaltung der Vorgaben für polnische Versorger unmittelbar senken. Die Bewegung an der Börse zeigt, wie eng die Bewertung des Energiesektors in kohlenstoffintensiven Volkswirtschaften regulatorischen Signalen aus Brüssel folgt. Das EU-Emissionshandelssystem wurde 2005 als weltweit erster großer Kohlenstoffmarkt eingeführt. Es funktioniert über eine Obergrenze für Emissionen und erlaubt Unternehmen, innerhalb dieses Rahmens Zertifikate zu kaufen und zu verkaufen. Seit seiner Einführung wurde das System mehrfach überarbeitet. In jeder Reformrunde wurde die Obergrenze in der Regel weiter abgesenkt, um sie an die sich wandelnden Klimaziele der EU anzupassen. Polen gehörte historisch zu den lautstärksten Kritikern einer schnellen Verschärfung des ETS und verwies dabei auf die strukturelle Abhängigkeit seines Stromsektors von Kohle. Die Marktreaktion vom 17. März zeigte, dass Anleger die Aussagen von der Leyens als konkretes Signal für eine kurzfristige politische Änderung interpretierten und nicht lediglich als langfristige Zielsetzung.