Die Sektion der Staatsanwälte des Obersten Justizrats (CSM) hat die Kandidatur von Cristina Chiriac für das Amt der Generalstaatsanwältin Rumäniens mit 5:1 Stimmen abgelehnt. Gleichzeitig wurde die Entscheidung über Marius Voineag, den Chef der DNA, der sich um die Funktion des stellvertretenden Generalstaatsanwalts bewirbt, vertagt.
Ablehnung von Cristina Chiriac
Die Kandidatin für das Amt der Generalstaatsanwältin erhielt eine negative Stellungnahme des CSM aufgrund mangelnder Erfahrung auf zentraler Ebene und Kontroversen um ihre Vermögenserklärung.
Patt bei DNA-Chef
Die Abstimmung über die Kandidatur von Marius Voineag für das Amt des stellvertretenden Generalstaatsanwalts endete mit einem 3:3-Patt, was eine Vertagung der Entscheidung erzwang.
Kontroversen um Minister
Die einzige Unterstützerstimme für Chiriac kam von Justizminister Radu Marinescu, der sich selbst mit Plagiatsvorwürfen bezüglich seiner Doktorarbeit konfrontiert sieht.
Die Sektion der Staatsanwälte des Obersten Justizrats (CSM) hat eine negative Stellungnahme zur Kandidatur von Cristina Chiriac für das Amt der Generalstaatsanwältin Rumäniens abgegeben. Die Abstimmung endete mit einem Ergebnis von 5:1 gegen ihre Nominierung, wobei der einzige Befürworter im Gremium Justizminister Radu Marinescu war. Gleichzeitig vertagte der Oberste Justizrat die Entscheidung über Marius Voineag, der sich um das Amt des stellvertretenden Generalstaatsanwalts bewirbt. In seinem Fall verteilten sich die Stimmen gleichmäßig (3:3), was eine eindeutige Stellungnahme während der Donnerstagssitzung verhinderte. Das Verfahren zur Besetzung der Leitungsposten in der rumänischen Staatsanwaltschaft ist seit Jahren aufgrund der Rolle politischer Faktoren umstritten. Obwohl die Stellungnahme des CSM für den Präsidenten nicht bindend ist, gab es in der Vergangenheit Fälle, in denen das Staatsoberhaupt negative Empfehlungen bei den endgültigen Ernennungen ignorierte. Der aktuelle Prozess findet im Schatten von Justizreformen statt, die seit 2017 von aufeinanderfolgenden Regierungen umgesetzt werden.
Cristina Chiriac, derzeit Leiterin der Zweigstelle der Nationalen Antikorruptionsdirektion in Iași, sah sich mit einer Reihe von Vorwürfen bezüglich ihrer bisherigen Arbeit konfrontiert. Die CSM-Mitglieder brachten ihren Mangel an Erfahrung auf zentraler Ebene sowie Kontroversen um ihre Vermögenserklärung zur Sprache, in der ein Betrag von einer Million Euro aufgeführt war. Die Kandidatin erklärte diese Situation mit einem redaktionellen Fehler auf der Plattform der Nationalen Integritätsagentur (ANI). Zudem wurde Chiriac zu angeblichen Unterlassungen in einem Fall von sexuellem Missbrauch befragt, dem sich der ehemalige Bischof von Huși schuldig gemacht haben soll. „Voi învăța” (Ich werde lernen) — Cristina Chiriac via Libertatea
Marius Voineag, amtierender Chef der DNA, wies während seiner Anhörung Vorwürfe über die Bildung eines informellen "Tandems" mit Cristina Chiriac zurück und deutete an, dass er sich einer ihm gegenüber feindseligen Haltung in Teilen der Medien ausgesetzt sehe. Der Staatsanwalt musste die Motivation für seine Bewerbung um das Amt des stellvertretenden Generalstaatsanwalts erklären, was von einigen Beobachtern als ein Schritt rückwärts in der Diensthierarchie angesehen wird. Die Situation wird dadurch erschwert, dass Justizminister Radu Marinescu, der diese Kandidaturen vorantreibt, selbst unter heftiger Kritik steht. Der PSD-Politiker, der seit Dezember 2024 im Amt ist, sieht sich mit Vorwürfen des Plagiats seiner Doktorarbeit aus dem Jahr 2009 konfrontiert. Abstimmung des CSM zu Cristina Chiriac: Dagegen: 5, Dafür: 1
Ablauf des Nominierungsverfahrens: Dezember 2024 — Amtsantritt; 30. Januar 2026 — Erste Vertagung; 12. März 2026 — Negative Stellungnahme
Mentioned People
- Cristina Chiriac — Leiterin der Zweigstelle der Nationalen Antikorruptionsdirektion (DNA) in Iași und Kandidatin für das Amt der Generalstaatsanwältin
- Marius Voineag — Chef der Nationalen Antikorruptionsdirektion (DNA), Protagonist des Dokumentarfilms 'Captured Justice' aus dem Jahr 2025
- Radu Marinescu — Rumänischer Justizminister, der des Plagiats seiner Doktorarbeit beschuldigt wird