Beim ersten Durchgang der französischen Kommunalwahlen am 15. März 2026 hat das Rassemblement National landesweit gute Ergebnisse erzielt. In großen Städten behaupteten linke Kandidaten jedoch ihre Positionen. Die Abstimmung gilt als wichtiger Hinweis auf die Kräfteverhältnisse vor der nächsten Präsidentschaftswahl.

RN erzielt landesweit ein starkes Ergebnis

Beim ersten Durchgang der französischen Kommunalwahlen am 15. März 2026 lag das Rassemblement National nach Berichten mehrerer Medien insgesamt vorn.

Linke Kandidaten behaupten große Städte

In den Großstädten hielten linke Parteien ihre Vorteile. In Marseille ergaben Nachwahlbefragungen ein nahezu ausgeglichenes Rennen mit dem RN.

Lyon: Doucet vorn, Aulas kündigt zweiten Anlauf an

Grégory Doucet führte in Lyon im ersten Wahlgang. Jean-Michel Aulas stellte sich laut BFMTV auf die Stichwahl am 22. März ein.

Nîmes mit Julien Sanchez an der Spitze

In Nîmes lag RN-Vizepräsident Julien Sanchez nach Angaben von BFMTV vor Vincent Bouget.

Abstimmung als Test vor der Präsidentschaftswahl

Reuters wertete die Kommunalwahlen als wichtigen Gradmesser für die Stärke der extremen Rechten vor der nächsten Präsidentschaftswahl.

Frankreichs rechtsnationale Rassemblement National hat beim ersten Durchgang der französischen Kommunalwahlen vom 15. März 2026 insgesamt stark abgeschnitten, während linke Kandidaten in den großen Städten Vorteile behaupteten. Das geht aus Ergebnissen und Nachwahlbefragungen hervor, über die mehrere Medien berichteten. Die Abstimmung wurde weithin als Gradmesser für die Stärke der extremen Rechten vor der französischen Präsidentschaftswahl verstanden. In Nîmes lag RN-Vizepräsident Julien Sanchez nach Angaben von BFMTV im ersten Wahlgang vorn, dicht gefolgt von Vincent Bouget. In Marseille ergaben Nachwahlbefragungen laut Reuters ein nahezu ausgeglichenes Rennen zwischen dem linken Kandidaten und dem Kandidaten des RN. Das unterschiedliche Bild in den Städten verweist vor dem zweiten Wahlgang auf eine zersplitterte politische Lage. Die Stichwahl ist für den 22. März 2026 angesetzt.

Amtsinhaber in Lyon widersetzt sich Erwartungen, Aulas setzt auf Revanche In Lyon führte der amtierende Bürgermeister Grégory Doucet von Europe Écologie Les Verts im ersten Wahlgang und zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Doucet, der seit Juli 2020 Bürgermeister von Lyon ist, sagte, er sei zufrieden, die Erwartungen widerlegt zu haben. „"déjouer tous les pronostics"” (alle Prognosen zu widerlegen) — Grégory Doucet via BFMTV Der Unternehmer und frühere Präsident von Olympique Lyonnais, Jean-Michel Aulas, der ebenfalls in Lyon kandidierte, richtete den Blick bereits auf den zweiten Wahlgang. Nach Angaben von BFMTV sprach Aulas vom „Rückspiel“ und signalisierte damit, dass er bei der Stichwahl am 22. März weiter um das Amt kämpfen wolle.

RN landesweit vorn, Linke behauptet sich in großen Städten Auf nationaler Ebene lag das RN bei den Kommunalwahlen insgesamt vorn, wie Spiegel Online berichtete. Zugleich verfügten linke Parteien in großen Städten über einen Vorteil, wie TSF Rádio Notícias meldete. Die Abweichung zwischen der Stärke des RN in kleineren Gemeinden und der Widerstandsfähigkeit des linken Lagers in urbanen Zentren entspricht einem Muster, das französische Politikanalysten in den vergangenen Wahlzyklen beobachtet haben. In Marseille ließ das nahezu ausgeglichene Rennen zwischen dem linken Bewerber und dem RN-Kandidaten den Ausgang der Bürgermeisterwahl vor dem zweiten Wahlgang offen. Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs in ganz Frankreich wurden daher aufmerksam als Hinweis auf die politische Dynamik vor der Präsidentschaftswahl verfolgt.

Wahlen in ganz Frankreich als Test vor der Präsidentschaftswahl Reuters bezeichnete die Kommunalwahlen ausdrücklich als Test für die Stärke der extremen Rechten vor der bevorstehenden Präsidentschaftswahl und ordnete die lokale Abstimmung damit in einen breiteren nationalen politischen Zusammenhang ein. Die Resultate des ersten Wahlgangs lieferten den französischen Parteien den ersten größeren Wahlindikator des Jahres 2026 bei der Einschätzung ihrer Stellung bei den Wählern. Französische Kommunalwahlen finden alle sechs Jahre statt, um die Gemeinderäte neu zu wählen. Das Rassemblement National, früher unter dem Namen Front National bekannt, hat seine Präsenz in den kommunalen Verwaltungen im vergangenen Jahrzehnt stetig ausgebaut und in mehreren Städten im Süden Frankreichs die Kontrolle gewonnen. Die Kommunalwahlen 2026 sind einer der letzten großen Wahltests vor der nächsten französischen Präsidentschaftswahl. Julien Sanchez, der seit 2022 RN-Vizepräsident ist, gilt als prägende Figur der kommunalen Wahlstrategie der Partei. Der zweite Wahlgang in allen Gemeinden ist für den 22. März 2026 vorgesehen. Dann sollen die endgültigen Entscheidungen in umkämpften Rennen getroffen werden, darunter in Nîmes, Lyon und Marseille.