Die polnische Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk hat das Verteidigungsprogramm SAFE durch einen Ministerratsbeschluss vom 13. März 2026 in Kraft gesetzt und damit ein vorangegangenes Veto von Präsident Karol Nawrocki umgangen.

Umgehung des Vetos

Die Regierung Tusk nutzt einen Ministerratsbeschluss, um das blockierte SAFE-Programm ohne Zustimmung des Präsidenten zu starten.

Reaktion des Präsidenten

Präsident Nawrocki bezeichnet das Vorgehen als verfassungswidrig und hat den Sejm-Marschall eingeschaltet.

Finanzierungskontroverse

Der Streit entzündet sich an der Nutzung von EU-Verteidigungskrediten, die von der Opposition als finanzielle Belastung kritisiert werden.

Die polnische Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk hat das Verteidigungsprogramm SAFE durch einen Ministerratsbeschluss vom 13. März 2026 in Kraft gesetzt und damit ein vorangegangenes Veto von Präsident Karol Nawrocki umgangen. Der Beschluss, den das Kabinett als Plan B bezeichnete, wurde offiziell im Monitor Polski publiziert, um die Umsetzung des Programms ohne die blockierte Gesetzgebung zu ermöglichen. Die SAFE-Initiative, auch bekannt als Polska Zbrojna, konzentriert sich auf nationale Sicherheitsprojekte, einschließlich der Errichtung eines Anti-Drohnen-Systems an der polnisch-belarussischen Grenze. Ministerpräsident Donald Tusk äußerte sich am Freitag bei einem öffentlichen Auftritt zur Haltung des Präsidenten. „Ich werde mich darum kümmern” — Donald Tusk via polsatnews.pl Präsident Karol Nawrocki, der seit August 2025 im Amt ist, kritisierte die Entscheidung der Regierung, seine verfassungsmäßige Autorität zu umgehen, als inakzeptabel. Der Präsident hatte zuvor sein Veto gegen die SAFE-Gesetzgebung eingelegt, nachdem die Opposition gefordert hatte, eine aus ihrer Sicht übermäßige finanzielle Belastung durch EU-Verteidigungskredite zu verhindern. Als Reaktion auf den Regierungsbeschluss richtete der Präsident einen förmlichen Appell an den Sejm-Marschall, Włodzimierz Czarzasty. Beamte innerhalb des polnischen Präsidialamtes vertraten die Auffassung, dass der Schritt, das Programm per Beschluss statt per Gesetz zu starten, den Gesetzgebungsprozess untergrabe. „Próby obejścia weta w sprawie Safe są niedopuszczalne” (Versuche, das Veto in der Sache Safe zu umgehen, sind inakzeptabel) — Karol Nawrocki via Do Rzeczy Das SAFE-Programm stellt eine zentrale Säule der Verteidigungsstrategie der aktuellen Regierung dar und setzt auf internationale Finanzierung, um die militärische Modernisierung zu beschleunigen. Über den Anti-Drohnen-Schirm an der Grenze hinaus umfasst das Programm verschiedene geheime Verteidigungsprojekte, die Polens Ostflanke stärken sollen. Der politische Streit über die Finanzierung und Umsetzung des Programms hat scharfe Kritik von Oppositionsvertretern hervorgerufen, die den Beschluss als skandalösen Rechtsbruch bezeichneten. Das SAFE-Programm wurde als Reaktion auf zunehmende hybride Bedrohungen an Polens Ostgrenze und den Bedarf an schnellen militärischen technologischen Aufrüstungen konzipiert. Historisch gesehen wurden große Verteidigungsanschaffungen in Polen direkt über den nationalen Haushalt finanziert, doch die Verlagerung hin zu EU-gestützten Krediten markierte einen Wandel in der Fiskalstrategie. Dieser Konflikt stellt eine der ersten großen legislativen Auseinandersetzungen zwischen der Regierung Tusk und Präsident Nawrocki seit dessen Amtseinführung im Jahr 2025 dar. Die Umsetzung des Programms per Beschluss ermöglicht es der Regierung, trotz des Fehlens eines unterzeichneten Gesetzes sofort mit der Mittelzuweisung und der Einleitung von Ausschreibungen zu beginnen. Befürworter dieses Schrittes argumentieren, dass die Anforderungen der nationalen Sicherheit ein schnelles Handeln erforderten, das nicht durch politische Differenzen zwischen dem Büro des Ministerpräsidenten und dem Präsidentenpalast verzögert werden dürfe. Der Sejm-Marschall, Włodzimierz Czarzasty, hat bisher keine formelle Antwort auf den Appell des Präsidenten bezüglich der Rechtmäßigkeit des Plan B der Regierung gegeben. Konflikt um das SAFE-Programm 2026: — ; — ; —