Ministerpräsident Donald Tusk hat am Freitag erklärt, dass Polen die Sicherung von Verteidigungsmitteln der Europäischen Union ungeachtet des Vetos von Präsident Karol Nawrocki gegen das SAFE-Gesetz vorantreiben wird.
Veto gegen SAFE-Gesetz
Präsident Nawrocki hat sein Veto gegen das Gesetz zur Finanzierung der militärischen Modernisierung eingelegt.
Regierung hält an Plänen fest
Ministerpräsident Tusk kündigte an, alternative rechtliche Wege zu suchen, um die EU-Mittel dennoch zu sichern.
Politische Spannungen
Tusk wirft der Opposition unter Kaczyński vor, den Präsidenten in diesem Konflikt direkt zu steuern.
Ministerpräsident Donald Tusk hat am Freitag erklärt, dass Polen die Sicherung von Verteidigungsmitteln der Europäischen Union ungeachtet des Vetos von Präsident Karol Nawrocki gegen das SAFE-Gesetz vorantreiben wird. Der Regierungschef reagierte scharf auf die Blockade durch den Präsidenten und bezeichnete die politische Lage in einer öffentlichen Ansprache als „schockierend“ und „krank“. Tusk beschuldigte insbesondere den Oppositionsführer Jarosław Kaczyński, direkten Einfluss auf den Entscheidungsprozess des Präsidenten in Fragen der nationalen Sicherheit auszuüben. Das SAFE-Programm soll Polen erhebliche finanzielle Mittel für die Rüstung bereitstellen. „To jest chore!” (Das ist krank!) — Donald Tusk via polityka.se.pl Präsident Karol Nawrocki, der sein Amt am 6. August 2025 antrat, legte am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache an die Nation offiziell sein Veto gegen das Gesetz ein. Die Kancelaria Prezydenta veröffentlichte daraufhin eine Erklärung, in der sie davor warnte, dass Versuche der Regierung, das rechtliche Gewicht des Vetos zu umgehen oder zu ignorieren, als inakzeptabel angesehen würden. Tusk entgegnete darauf, dass der Präsident in seiner Rolle als Staatsoberhaupt nicht unabhängig handele. Dem Ministerpräsidenten zufolge lenkt Jarosław Kaczyński die Handlungen des Präsidenten maßgeblich. „He led Nawrocki by the hand” (Er führte Nawrocki an der Hand) — Donald Tusk via TVN24 Die polnische Regierung beabsichtigt, die Vereinbarung mit der Europäischen Kommission zur SAFE-Initiative Anfang April 2026 abzuschließen. Ministerpräsident Tusk signalisierte, dass seine Regierung alternative rechtliche Wege suchen werde, um sicherzustellen, dass die Modernisierung der Verteidigung auf Kurs bleibt, und erklärte, Polen solle sich nicht von den durch das Veto geschaffenen Hindernissen „beirren“ lassen. Das Programm, das häufig als „SAFE 0 Prozent“ bezeichnet wird, wird vom Kabinett als ein wesentliches Instrument zur Aufrechterhaltung der militärischen Liquidität betrachtet. Karol Nawrocki wurde 2025 als Nachfolger von Andrzej Duda zum Präsidenten Polens gewählt, während Donald Tusk seit Ende 2023 als Ministerpräsident amtiert. Das SAFE-Programm ist Teil einer umfassenderen Bemühung der Europäischen Union, die Verteidigungsfähigkeiten nach gestiegenen Sicherheitsrisiken in Osteuropa zu stärken. Historisch gesehen kam es im polnischen politischen System häufig zu Reibungen in Zeiten der Kohabitation, wenn Präsident und Ministerpräsident gegensätzliche politische Lager repräsentieren. Dieser Streit markiert eine der ersten großen legislativen Konfrontationen zwischen der Regierung Tusk und der Präsidentschaft Nawrocki. Der Konflikt verdeutlicht eine tiefer werdende Kluft zwischen den Exekutivorganen über die Kontrolle von milliardenschweren Verteidigungskrediten. Während die Präsidentschaft daran festhält, dass das Veto eine notwendige Kontrolle der Regierungspolitik darstelle, hat der Ministerpräsident versprochen, dass der militärische Ausbau nicht durch innenpolitische Streitigkeiten gestoppt werde. 0 (Prozent) — Zinssatz für SAFE-Verteidigungskredite SAFE-Programm-Streit 2026: — ; — ; — ; —