Polens Regierung hat zum Dienstag Festpreise für Kraftstoffe eingeführt, was zu einem erheblichen Ansturm deutscher Autofahrer auf Grenztankstellen führte. Energieminister Miłosz Motyka warnte bereits vor möglichen Beschränkungen für ausländische Kunden, sollte die Versorgungssicherheit im Land gefährdet sein.
Staatliche Preisobergrenzen
Polen deckelt die Preise für Superbenzin und Diesel per Regierungsverordnung, was zu Ersparnissen von etwa 1,20 Zloty pro Liter führt.
Mögliche Tanklimits
Energieminister Motyka erwägt Beschränkungen für ausländische Autofahrer, falls der Ansturm aus Deutschland die Versorgungsstabilität gefährdet.
Hohe Haushaltsbelastung
Die Steuersenkungen kosten den polnischen Staat monatlich rund 1,6 Milliarden Zloty an Einnahmen.
Verschärfung in Deutschland
Flankierend zu den hohen Preisen führt Deutschland neue Regeln ein, die Preiserhöhungen an Tankstellen auf einmal pro Tag begrenzen.
In Polen sind am Dienstag, den 31. März, staatlich verordnete Höchstpreise für Kraftstoffe in Kraft getreten. Dies führte an den Grenztankstellen zu langen Warteschlangen deutscher Autofahrer und veranlasste Energieminister Miłosz Motyka zu der Warnung, dass bei einer Gefährdung des Angebots Tankmengenbeschränkungen für Ausländer folgen könnten. Gemäß den am Montag im Monitor Polski veröffentlichten Obergrenzen darf ein Liter Superbenzin (95 Oktan) am Dienstag 6,16 Zloty, Super Plus (98 Oktan) 6,76 Zloty und Diesel 7,60 Zloty nicht überschreiten. Die Deckelung ist Teil des staatlichen CPN-Pakets, das zudem den Mehrwertsteuersatz für Kraftstoffe von 23 Prozent auf 8 Prozent senkt und die Verbrauchssteuersätze reduziert. Premierminister Donald Tusk kündigte an, dass die Höchstsätze täglich vom Energieminister auf Basis der durchschnittlichen Großhandelspreise und Marktbetriebskosten festgelegt werden. Laut Berichten von TVN24 aus der Grenzregion entsprechen die Preisdeckel einer Senkung von etwa 1,20 Zloty pro Liter im Vergleich zum Niveau vor der Intervention.Polens Kraftstoffpreise waren bereits in der Vergangenheit Gegenstand staatlicher Eingriffe bei Marktvolatilität. Das aktuelle Paket kombiniert Mehrwertsteuersenkungen, Akzisereduzierungen und gesetzliche Preisdeckel – Instrumente, die polnische Behörden in verschiedenen Kombinationen während früherer Preissprünge eingesetzt haben. Die Senkung der Verbrauchssteuer im Rahmen des CPN-Pakets gilt bis zum 15. April, während die generelle Befugnis zur Senkung durch ministerielle Verordnungen gemäß einer Änderung des Verbrauchssteuergesetzes vom Samstag bis zum 30. Juni verlängert wurde. Deutsche Autofahrer zieht es wegen „Paradiespreisen“ über die OderRegionale deutsche Zeitungen wie die Lausitzer Rundschau und die Märkische Oderzeitung berichteten von Schlangen an polnischen Tankstellen in Orten wie Osinów Dolny, Zasieki, Słubice und Lubieszyn. Nach Recherchen der Lausitzer Rundschau kostete ein Liter Diesel in Zasieki am Dienstagmittag etwa 1,78 Euro, während derselbe Kraftstoff im nahe gelegenen Forst (Brandenburg) 2,40 Euro kostete. Benzin war in Polen für rund 1,44 Euro pro Liter erhältlich, verglichen mit 2,25 bis 2,30 Euro auf der deutschen Seite. Die Bild-Zeitung bezeichnete die polnischen Zapfsäulenpreise als „fast schon Paradiespreise“ für deutsche Autofahrer und verwies auf Sorgen in Warschau, dass polnische Steuerzahler indirekt das billigere Tanken ausländischer Fahrer subventionieren könnten. Ein Mitarbeiter einer Circle-K-Tankstelle in Słubice sagte der Zeitung Fakt, dass „praktisch die Mehrheit der Kunden heute aus dem Ausland kommt“, was den Fokus auf deutsche Tanktouristen bestätigte. TVN24-Journalist Bartosz Bartkowiak berichtete aus Lubieszyn, dass Tankstellen dort „einen belagerten Eindruck machen“, wobei Diesel für 7,54 Zloty pro Liter verkauft wurde und die Schlangen im Tagesverlauf anwuchsen.Diesel in Zasieki (Polen): 1.78, Diesel in Forst (Deutschland): 2.40, Benzin in Polen (Grenznähe): 1.44, Benzin in Deutschland (Grenznähe): 2.25 Motyka warnt vor möglichen Beschränkungen für AusländerEnergieminister Miłosz Motyka erklärte, die Regierung überwache die Anzahl der Fahrzeuge mit deutschen Kennzeichen an polnischen Tankstellen kontinuierlich und sei bereit zu handeln, falls die Kontinuität der Versorgung gefährdet sei. Im Radiosender TOK FM skizzierte er das bevorzugte Instrument der Regierung.„Eines der funktionellsten Mittel ist die Einführung von Tanklimits für Ausländer, zum Beispiel bis zu ein oder zwei Betankungen pro entsprechendem Zeitraum” — Miłosz Motyka via TOK FMMotyka fügte hinzu, dass einer solchen Entscheidung eine Analyse der Situation in den einzelnen Grenzlandkreisen vorausgehen würde und diese entweder territorial oder landesweit angewendet werden könnte. Er betonte, dass bis Dienstag keine Versorgungsgefahr eingetreten sei. Orlen-Präsident Ireneusz Fąfara bestätigte, dass der staatliche Energiekonzern ein System zur täglichen Überwachung der Bedingungen an den Grenztankstellen und der Lagerbestände an allen Grenzen eingeführt habe. Premierminister Donald Tusk sagte, Polen habe es am Dienstag „nicht mit Massentourismus zu tun“, der sofortiges Handeln erfordere, und schloss sich damit dem vorsichtigen Ton des Ministers an. Der Ökonom Jarosław Korpys von der Universität Stettin bewertete die Entscheidung gegenüber TVN24 als „einen Schritt in die richtige Richtung“ und bezeichnete die aktuellen Bedingungen als „Angebots-Nachfrage-Schock“, der staatliche Markteingriffe rechtfertige. Budgetkosten steigen, während Deutschland Regeln verschärftDas polnische Finanzministerium bezifferte die Kosten der Verbrauchssteuersenkung für den Staatshaushalt auf 700 (Millionen PLN pro Monat) — monatliche Budgetkosten durch Akzisesenkung und die Mehrwertsteuersenkung auf weitere 900 (Millionen PLN pro Monat) — monatliche Budgetkosten durch MwSt-Senkung. Die Höchstpreise steigen am Mittwoch, den 1. April, leicht an: Super (95 Oktan) wird auf 6,21 Zloty, Super Plus (98 Oktan) auf 6,81 Zloty und Diesel auf 7,66 Zloty pro Liter inklusive Mehrwertsteuer gedeckelt.Polnische Kraftstoffpreisdeckel: Dienstag vs. Mittwoch: Benzin 95 Oktan (PB95) (before: 6,16 PLN/l (31. März), after: 6,21 PLN/l (1. April)); Benzin 98 Oktan (PB98) (before: 6,76 PLN/l (31. März), after: 6,81 PLN/l (1. April)); Diesel (ON) (before: 7,60 PLN/l (31. März), after: 7,66 PLN/l (1. April))Unterdessen verschärften sich in Deutschland am Mittwoch, den 1. April, die Regeln für den Kraftstoffmarkt. Neue Vorschriften erlauben es Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags, die Preise zu erhöhen, während Preissenkungen jederzeit möglich bleiben. Verstöße gegen diese deutschen Regeln können mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Deutsche Medien führten den Anstieg der grenzüberschreitenden Nachfrage teilweise auf den allgemeinen Preisanstieg in Deutschland seit Ende Februar zurück. Damals überschritten die Preise nach dem Ausbruch der US-israelischen Militärkampagne gegen den Iran häufig die Marke von 2 Euro pro Liter. Das Ministerium für Staatsvermögen unter Wojciech Balczun wurde von Motyka als eine der Stellen genannt, deren Berichte über die Versorgungsbedingungen an den Grenztankstellen in künftige Entscheidungen über Verkaufsbeschränkungen einfließen würden.
Mentioned People
- Miłosz Motyka — Minister energii w trzecim gabinecie Donalda Tuska od 2025 roku
- Donald Tusk — Premier RP od grudnia 2023 roku
- Wojciech Balczun — Minister aktywów państwowych w trzecim gabinecie Donalda Tuska od 2025 roku
Sources: 7 articles
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