Eine im Fachjournal „JAMA Pediatrics“ veröffentlichte Studie zeigt einen messbaren Rückgang der Paracetamol-Einnahme unter schwangeren US-Amerikanerinnen nach einer Reihe öffentlicher Äußerungen von Donald Trump und Robert F. Kennedy Jr., die ohne wissenschaftliche Belege den Schmerzmittelkonsum mit einem Autismus-Risiko verknüpften. Die Analyse von Daten aus über 70 Krankenhäusern ergab, dass der Rückgang im ersten Trimester der Schwangerschaft und in Staaten mit konservativen Ansichten am deutlichsten war. Medizinische Experten und die US-Arzneimittelbehörde FDA weisen diese Behauptungen entschieden zurück, betonen die Sicherheit des Medikaments bei bestimmungsgemäßer Anwendung und äußern Besorgnis über die Gesundheit von Patientinnen, die auf eine Behandlung verzichten.

Eine im renommierten Fachjournal „JAMA Pediatrics“ veröffentlichte Studie lieferte harte Daten, die zeigen, wie kontroverse, wissenschaftlich nicht belegte politische Behauptungen reale Gesundheitsverhalten beeinflussen können. Die Analyse anonymisierter Daten aus über 70 US-Krankenhäusern zeigte einen deutlichen Rückgang der Paracetamol-Einnahme (in den USA unter dem Markennamen Tylenol bekannt) bei schwangeren Frauen nach einer Reihe öffentlicher Äußerungen des ehemaligen Präsidenten Donald Trump und des unabhängigen Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy Jr. Diese Politiker verknüpften wiederholt die Einnahme dieses beliebten Schmerzmittels während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Autismus-Spektrum-Störungen bei Kindern.

„Tylenol causes autism. It is a horrible thing.” — Donald Trump

Der Rückgang war statistisch signifikant und am deutlichsten bei Frauen im ersten Trimester der Schwangerschaft, also in einer entscheidenden Phase der fetalen Entwicklung. Wichtig ist, dass die Studie auch eine deutliche geografische und politische Korrelation beobachtete. Der Rückgang der Paracetamol-Verwendung war in Staaten und Regionen mit konservativen politischen Ansichten ausgeprägter, was darauf hindeutet, dass die an eine bestimmte Wählerschaft gerichtete Botschaft auf fruchtbaren Boden fiel. Die Autoren der Studie weisen auf einen besorgniserregenden Präzedenzfall hin, bei dem die Meinungen öffentlicher Personen, die nicht auf etablierten wissenschaftlichen Kanons basieren, traditionelle Kanäle medizinischer Information umgehen und direkt individuelle Gesundheitsentscheidungen prägen können.

Paracetamol, Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt und in den 1950er Jahren in die Therapie eingeführt, ist seit Jahrzehnten ein grundlegendes Schmerz- und Fiebermittel weltweit. Sein Sicherheitsprofil, insbesondere im Vergleich zu anderen rezeptfreien Mitteln wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure, macht es oft zur ersten Wahl für schwangere Frauen, die unter Schmerzen oder Fieber leiden.

Die Position der medizinischen Fachwelt und der Aufsichtsbehörden ist in dieser Sache eindeutig. Die US-Arzneimittelbehörde (<przypis title=