Kanada und fünf nordische Staaten haben am 15. März 2026 in Oslo eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Sie zielt auf engere Zusammenarbeit bei der Sicherheit in der Arktis und in der Rüstungsindustrie. Beobachter werten den Schritt als Versuch, die sicherheits- und verteidigungspolitische Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern.
Erklärung in Oslo unterzeichnet
Kanada sowie Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und Island vereinbarten am 15. März 2026 eine engere Zusammenarbeit bei Arktissicherheit und Rüstungsindustrie.
Keine Stationierung von Kernwaffen
Eine der konkretesten Zusagen der Erklärung ist die Verpflichtung der beteiligten Staaten, keine Kernwaffen auf ihrem Staatsgebiet zu beherbergen.
Reaktion auf Unsicherheit über die USA
Experten und Amtsträger sehen die neue Kooperation als strukturelle Antwort auf unklare amerikanische Sicherheitszusagen und als Schritt zu mehr strategischer Eigenständigkeit.
Carney erhält Zuspruch in Oslo
Mark Carney, seit 2025 Kanadas 24. Premierminister, nutzte den Gipfel, um Kanadas außen- und sicherheitspolitische Linie stärker im nördlichen multilateralen Rahmen zu verankern.
Arktis gewinnt an Gewicht
Mit neuen Schifffahrtswegen und zugänglicheren Rohstoffen wächst die strategische Bedeutung der Arktis, was auch die Sicherheitsarchitektur Nordeuropas verändert hat.
Kanada und die nordischen Länder haben am 15. März 2026 in Oslo eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet und damit eine engere Zusammenarbeit bei der Sicherheit in der Arktis und in der Rüstungsindustrie formalisiert. Der Schritt wurde weithin als Versuch interpretiert, die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern.
Das Konzept der „middle power“-Diplomatie bezeichnet Staaten, die keinen Supermachtstatus haben, aber über multilaterales Engagement, Koalitionsbildung und das Setzen von Normen Einfluss ausüben. Kanada und die nordischen Staaten – Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und Island – sind historisch eng verbunden, nicht zuletzt durch die gemeinsame Mitgliedschaft in der NATO und durch übereinstimmende Interessen bei der Ordnungspolitik in der Arktis. Die Arktis hat strategisch an Bedeutung gewonnen, weil der Klimawandel neue Schifffahrtsrouten öffnet und umfangreiche natürliche Ressourcen zugänglich macht. Das hat die Aufmerksamkeit großer Mächte, darunter der Vereinigten Staaten und Russlands, auf die Region gelenkt. Schweden und Finnland sind in den vergangenen Jahren beide der NATO beigetreten und haben damit die Sicherheitsarchitektur Nordeuropas verändert.
Die in der norwegischen Hauptstadt unterzeichnete Erklärung bringt Kanada und fünf nordische Staaten zusammen: Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und Island. Die Vereinbarung umfasst die Sicherheit in der Arktis sowie die Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie. Zu den greifbarsten Zusagen der Erklärung gehört die Selbstverpflichtung der beteiligten Länder, keine Kernwaffen auf ihrem Staatsgebiet zu stationieren. Die Unterzeichnung erfolgte vor dem Hintergrund veränderter transatlantischer Beziehungen. Fachleute und Amtsträger ordneten das Bündnis als strukturelle Reaktion auf Unsicherheit über amerikanische Sicherheitszusagen ein.
Nordische Regierungschefs würdigen Carney in Oslo Nordische Regierungschefs haben den kanadischen Premierminister Mark Carney während der Gespräche beim Gipfel in Oslo ausdrücklich gelobt, wie die The New York Times berichtete. Carney, der seit 2025 als 24. Premierminister Kanadas im Amt ist, nahm als ranghöchster Vertreter seines Landes an dem Treffen teil. Seine Anwesenheit galt als Signal, dass Ottawa seine Außen- und Verteidigungspolitik stärker in nördlichen multilateralen Formaten verankern will. Der Gipfel bot Carney früh die Gelegenheit, Kanadas internationale Rolle unter seiner Führung zu bestimmen und das Land als aktiven Teilnehmer europäischer Sicherheitsdebatten zu positionieren, nicht als bloßen Beobachter. Der positive Empfang durch nordische Partner deutete auf ein gewisses Maß an Übereinstimmung über die strategische Ausrichtung der neuen Gruppe hin.
Analysten sehen in dem Pakt einen Schritt zu mehr strategischer Eigenständigkeit Analysten beschrieben die Oslo-Erklärung als gezielten Versuch der Unterzeichnerstaaten, Verteidigungs- und Sicherheitsstrukturen aufzubauen, die weniger stark von Washington abhängig sind, wie wnp.pl berichtete. Dass das Bündnis als Zusammenarbeit von Mittelmächten gerahmt wird, verweist auf einen breiteren Trend unter verbündeten Staaten, die ihren eigenen sicherheitspolitischen Handlungsspielraum vergrößern wollen. Die Zusage, keine Kernwaffen zu stationieren, verleiht einer ansonsten vor allem praktisch angelegten Verteidigungs- und Industriepartnerschaft eine normative Komponente. Business Insider bezeichnete Kanadas Hinwendung zu nordischen Partnern als eine Verlagerung der Aufmerksamkeit weg von den Vereinigten Staaten und nach Norden. Die Erklärung bleibt zwar hinter der Form eines förmlichen Vertrags zurück, schafft aber einen politischen Rahmen für eine fortlaufende Abstimmung zwischen den sechs Staaten.