Bei der 98. Verleihung der Academy Awards hat der polnisch-kanadische Filmemacher Maciek Szczerbowski gemeinsam mit Chris Lavis den Oscar für den besten animierten Kurzfilm gewonnen. In Polen rückten darüber hinaus auch Begleitthemen in den Blick: die Absage von Kinga Rusin an eine USA-Reise, Hunde auf dem roten Teppich und Vorführungen nominierter Filme in Krakau.

Oscar für Maciek Szczerbowski

Der polnisch-kanadische Filmemacher gewann mit Chris Lavis für „The Girl Who Cried Pearls“ den Oscar für den besten animierten Kurzfilm.

Kinga Rusin bleibt den Oscars fern

Die Journalistin begründete ihre Abwesenheit mit den Risiken einer Reise in die USA und sprach von „riskantem Roulette“.

Hunde und Kostenkontrast als Gesprächsthemen

Eine Dankesrede erwähnte „alle Hunde“, Stars brachten Hunde mit, zugleich wurde der symbolische Preis von einem Dollar für die Oscar-Statuette thematisiert.

Oscar-Filme in Krakau und im Streaming

Kino Pod Baranami zeigte Oscar-Titel vom 16. bis 18. März, außerdem waren ausgewählte prämierte Filme über HBO Max verfügbar.

Der polnisch-kanadische Filmemacher Maciek Szczerbowski hat zusammen mit seinem Kreativpartner Chris Lavis bei der 98. Verleihung der Academy Awards den Oscar für den besten animierten Kurzfilm erhalten. Ausgezeichnet wurde ihr Film „The Girl Who Cried Pearls“. Damit bekam die Hollywood-Gala auch eine deutlich polnische Note. Szczerbowski lebt seit vielen Jahren in Kanada und bildet mit dem in Montreal ansässigen Duo Clyde Henry Productions eine Hälfte eines Teams, das seit 1997 zusammenarbeitet. Bei der Zeremonie setzte sich nach Angaben von Cyfrowa zudem ein Film besonders deutlich durch und kam insgesamt auf sechs goldene Statuetten. Die 98. Ausgabe der Academy Awards stieß nicht nur wegen ihrer Preisträger auf großes Interesse, sondern auch wegen der Geschichten rund um die Gäste der Veranstaltung — und um jene, die fernblieben.

Polnische Journalistin nennt Reiserisiken in den USA als Grund für ihr Fernbleiben Die polnische Journalistin und Fernsehmoderatorin Kinga Rusin fehlte in diesem Jahr bei den Oscars auffällig. Sie erläuterte öffentlich, warum sie nicht in die Vereinigten Staaten gereist sei. Nach Berichten von Rozrywka Do Rzeczy und Pudelek bezeichnete Rusin eine Reise in die USA als „riskantes Roulette“. Die Journalistin, die in der Vergangenheit an hochrangigen Veranstaltungen aus der Unterhaltungsbranche teilgenommen hat, machte deutlich, die gegenwärtigen Bedingungen sprächen gegen eine solche Reise. Zudem verwies sie auf einen äußeren Faktor, den sie für die Lage verantwortlich machte. Ihr Fernbleiben wurde in polnischen Medien breit registriert, auch wegen ihres Profils als bekannte Journalistin und soziale Aktivistin. Bestätigte Informationen dazu, ob sie die Zeremonie aus der Ferne verfolgte oder sich zu einzelnen Gewinnern äußerte, liegen nicht vor.

Oscar-Preisträger dankt allen Hunden, Stars erscheinen mit Vierbeinern auf dem roten Teppich Zu den auffälligeren Momenten des Abends gehörte laut infowet.pl eine Oscar-Dankesrede, in der „allen Hunden“ gedankt wurde. Außerdem kamen Stars in Begleitung von Hunden auf den roten Teppich, die als „der beste Partner auf dem roten Teppich“ beschrieben wurden. Damit verband die Gala den gewohnten Glanz des wichtigsten Hollywood-Abends mit leichteren, tierbezogenen Momenten, die die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zogen. Auch die wirtschaftliche Dimension der Veranstaltung wurde kommentiert. Well.pl hob den Kontrast zwischen den Millionen Dollar hervor, die in Produktion und Vermarktung von Oscar-Anwärtern fließen, und dem symbolischen 1 (dollar) — offiziellen Preis der Oscar-Statuette selbst. Der nominelle Wert von einem Dollar steht in deutlichem Gegensatz zu den Ausgaben der Branche während der gesamten Preisverleihungssaison.

Krakauer Kino zeigt Oscar-Titel bis zum 18. März Für das polnische Publikum, das die ausgezeichneten Filme im Kino sehen möchte, hat das Kino Pod Baranami in Krakau nach Angaben des Dziennik Polski Vorführungen von Oscar-gewürdigten Titeln vom 16. bis 18. März angesetzt. Zum Programm gehörten „One Battle After Another“, „Sinners“ und „Secret Agent“. Wer nicht an den Kinovorführungen teilnehmen konnte, konnte laut TVN24 zudem eine Auswahl oscarprämierter Filme über die Streamingplattform HBO Max abrufen. Die Kombination aus Kinovorführungen und Streamingangeboten eröffnete dem polnischen Publikum mehrere Wege, sich mit den meistbeachteten Filmen des Jahres zu befassen. Vor allem Szczerbowskis Erfolg löste in Polen großes Interesse aus. Medien verwiesen darauf, dass sein Erfolg trotz seines jahrzehntelangen Lebens im Ausland vielfach als Anlass für nationalen Stolz aufgegriffen wurde.

Maciek Szczerbowski und Chris Lavis schufen zuvor bereits den animierten Kurzfilm „Madame Tutli-Putli“, der nach Angaben des Profils von Clyde Henry Productions den Genie Award für den besten animierten Kurzfilm gewann. Das Duo arbeitet seit der Gründung seiner Firma im Jahr 1997 zusammen. Die Academy Awards, offiziell als Oscars bekannt, werden jährlich von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences verliehen und gelten als die bekanntesten Auszeichnungen der Filmbranche. Polnische Filmschaffende wurden bei der Zeremonie im Lauf der Jahrzehnte immer wieder gewürdigt. Jeder solcher Erfolg zieht in polnischen Medien erhebliche Aufmerksamkeit auf sich.