Am 15. März 2026 trafen mehrere Störungen den Ölmarkt gleichzeitig. Nach einem Drohnenangriff auf das Terminal in Fujairah wurden die Verladevorgänge zwar wieder aufgenommen, zugleich verschärften ein Pipelinekonflikt zwischen Bagdad und der kurdischen Regionalregierung sowie eine koordinierte Freigabe strategischer Reserven durch die IEA und ihre Mitgliedstaaten die Lage an einem bereits angespannten Markt.

Fujairah nimmt Verladung nach Angriff wieder auf

Am 15. März wurden die Verladevorgänge am Terminal in Fujairah nach einem Drohnenangriff und einem Brand wieder aufgenommen. Reuters zufolge verließ auch das indische Schiff Jag Laadki den Hafen.

Irakischer Pipelinekonflikt verschärft Engpässe

Bagdad erklärte, die Regionalregierung Kurdistans verweigere die Nutzung einer Pipeline durch kurdisches Gebiet. Betroffen sind Exporte von rund 300.000 Barrel pro Tag, während eine zweite Route seit fast zwei Wochen kaum nutzbar ist.

IEA und Mitgliedstaaten geben Reserven frei

Japan will rund 80 Millionen Barrel aus strategischen Reserven freigeben, entsprechend 45 Tagen Versorgung. Die IEA hatte am 11. März 2026 die nach eigenen Angaben größte koordinierte Freigabe von Ölreserven angekündigt.

Regionale Militärschläge treiben Unsicherheit

Neben dem Vorfall in Fujairah berichtete Reuters über US-Angriffe auf militärische Anlagen auf der iranischen Insel Kharg. Der Konflikt im Nahen Osten gefährdet demnach Exportanlagen in der Region.

USA werben parallel für eigenes Öl

Reuters zufolge forderten die Vereinigten Staaten Käufer zusätzlich auf, amerikanisches Öl zu kaufen. Das verweist auf eine kommerzielle Komponente neben der koordinierten Krisenreaktion.

Die globalen Ölmärkte waren am 15. März 2026 mit mehreren gleichzeitigen Störungen konfrontiert. Auf einen Drohnenangriff auf das Terminal von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten folgte die Wiederaufnahme der Verladevorgänge. Gleichzeitig erhöhten der Streit des Irak mit den kurdischen Behörden über eine Pipeline sowie eine koordinierte Freigabe strategischer Ölreserven durch die Internationale Energieagentur und ihre Mitgliedstaaten die Unsicherheit an einem bereits angespannten Markt.

Die Verladung von Öl in Fujairah wurde am 15. März wieder aufgenommen, wie eine von Reuters zitierte Branchenquelle mitteilte. Zuvor hatte ein Drohnenangriff einen Brand am Terminal ausgelöst. Medienberichten zufolge wurde das Feuer durch Trümmerteile einer abgefangenen Drohne verursacht. Der Iran hatte zuvor damit gedroht, nach eigener Darstellung legitime Ziele in der Region anzugreifen. Das indische Schiff Jag Laadki verließ Fujairah nach dem Angriff auf das Terminal, wie Reuters berichtete. Nach Angaben von Reuters griffen die USA militärische Anlagen auf der iranischen Insel Kharg an, einem wichtigen Knotenpunkt für iranische Ölexporte. Die Kombination aus dem Vorfall in Fujairah und den weiter reichenden Feindseligkeiten in der Region ließ die Ölpreise weiter steigen. Reuters berichtete, der Konflikt im Nahen Osten gefährde Exportanlagen in der gesamten Region.

Das irakische Ölministerium teilte am 15. März mit, dass die Regionalregierung Kurdistans sich geweigert habe, Bagdad die Nutzung einer Pipeline durch kurdisches Gebiet als alternative Exportroute für Rohöl zu gestatten. Nach Angaben von Reuters hatte der Irak die Region Kurdistan aufgefordert, die Exporte von rund 300.000 Barrel Öl pro Tag über die Pipeline aus dem Norden des Landes wieder aufzunehmen. Die zweite irakische Pipeline-Exportroute ist seit fast zwei Wochen nahezu vollständig außer Betrieb, seit der Krieg im Iran den Ölfluss stört, wie Ergebnisse einer Websuche nahelegen. Der Streit schränkt die Möglichkeiten des Irak erheblich ein, sein nördliches Rohöl auf den Markt zu bringen, während das globale Angebot bereits unter Druck steht. Reuters bezeichnete den Iran wegen des Ausmaßes der kriegsbedingten Störungen als den entscheidenden Faktor für eine Wiederöffnung der globalen Energiemärkte.

Die IEA wurde 1974 auch als Reaktion auf die Ölkrise von 1973 gegründet, um die Energiepolitik großer Verbraucherländer zu koordinieren und strategische Erdölreserven für Versorgungsnotfälle zu verwalten. Das Terminal in Fujairah gilt seit langem als strategisch bedeutsam, weil dort Öl auf der dem Golf von Oman zugewandten Seite der Vereinigten Arabischen Emirate auf Tanker verladen werden kann und damit die Straße von Hormus umgangen wird — ein Engpass, durch den ein großer Teil des weltweiten Ölhandels läuft. Die nördliche Pipeline des Irak durch kurdisches Gebiet war historisch eine nachrangige, aber wichtige Exportroute für irakisches Rohöl, getrennt von der wichtigsten südlichen Exportinfrastruktur.

Japan kündigte nach Ergebnissen einer Websuche an, im Rahmen einer koordinierten Reaktion der IEA auf die durch den Nahostkonflikt verursachten Marktstörungen rund 80 Millionen Barrel Öl aus seinen strategischen Reserven freizugeben. Das entspreche 45 Tagen Versorgung. Die IEA hatte am 11. März 2026 angekündigt, dass die Mitgliedstaaten die nach ihrer Darstellung größte Freigabe von Ölreserven aller Zeiten vornehmen würden. Das Öl aus dieser Freigabe solle in Asien sofort verfügbar gemacht werden, wie Ergebnisse einer Websuche nahelegen. Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi führt eine Regierung, die sich der koordinierten Freigabe angeschlossen hat, berichtete Reuters. Die Vereinigten Staaten forderten Käufer zudem gesondert auf, amerikanisches Öl zu erwerben, wie Reuters meldete. Das deutete auf eine zusätzliche kommerzielle Dimension der Reaktion auf die Lieferausfälle hin. Der Umfang der Reservefreigabe und die breite Abstimmung unter den IEA-Mitgliedstaaten zeigen, wie ernst große Energieverbraucherländer die Gefahr für die Stabilität der weltweiten Versorgung einschätzen.