Der Konflikt mit Beteiligung Irans hat die Energiemärkte weltweit unter Druck gesetzt und die Preise für Öl und Kraftstoffe deutlich steigen lassen. Zugleich geraten Lieferketten für wichtige Medikamente ins Stocken. Während Washington auf seine begrenzten Mittel zur Stabilisierung setzt, weitet sich die Belastung von der Straße von Hormus bis nach Afrika aus.

Öl- und Benzinpreise steigen deutlich

Seit Beginn des Angriffs legten die Ölpreise laut tschechischem Fernsehen um mehr als neun tschechische Kronen zu, die Benzinpreise um mehr als vier Kronen.

US-Notreserve zeigt nur begrenzte Wirkung

Reuters zufolge hat die Freigabe aus der Strategic Petroleum Reserve den Markt bislang nicht spürbar entlastet, obwohl Donald Trump eine schnelle Nutzung der Reserven angekündigt hat.

Irakische Exporte durch Pipeline-Streit belastet

Nach Angaben aus Bagdad verweigern kurdische Behörden den Öltransport durch ihre Pipeline, was das Angebot auf dem Weltmarkt zusätzlich verknappen könnte.

Straße von Hormus wird zum weiteren Risikofaktor

Die geplante Eskorte von Tankern durch die US-Marine würde das amerikanische Engagement beim Schutz von Energielieferungen deutlich ausweiten.

Lieferketten für Medikamente geraten unter Druck

Reuters berichtet von Störungen bei Luftfrachtrouten für Pharmazeutika; besonders Krebsmedikamente und afrikanische Gesundheitssysteme gelten als gefährdet.

Der Konflikt mit Beteiligung Irans hat einen weltweiten Energieschock ausgelöst. Nach Berichten des tschechischen Fernsehens stiegen die Ölpreise seit Beginn des Angriffs um mehr als neun tschechische Kronen, die Benzinpreise um mehr als vier Kronen. Zugleich schwinden in den Vereinigten Staaten rasch die Möglichkeiten, den Preisanstieg abzufedern. Reuters berichtete, dass die Freigabe aus der Strategic Petroleum Reserve bislang nur begrenzte Wirkung zeige. Präsident Donald Trump, der 47. Präsident der Vereinigten Staaten, kündigte an, die Reserven zügig anzuzapfen, um den steigenden Preisen entgegenzuwirken. Websuchdaten deuten jedoch darauf hin, dass selbst die Nutzung von 40 Prozent der SPR die Preise nicht nach unten gedrückt hat. Zudem warnten US-Ölunternehmen Trump nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf The Wall Street Journal, die Lage könne sich weiter verschärfen. Reuters zufolge kommt Iran eine Schlüsselrolle dabei zu, ob sich die globalen Energiemärkte wieder öffnen. Damit hängt die Preisentwicklung der kommenden Wochen in erheblichem Maß vom weiteren Verlauf des Konflikts ab.

Streit um kurdische Pipeline verschärft Iraks Exportprobleme Zusätzlich zu dem allgemeinen Preisdruck verschärfen konkrete logistische Engpässe die Lage. Irak teilte nach Angaben von Reuters mit, dass die kurdischen Behörden sich weigerten, Bagdad den Transport von Öl durch ihre Pipeline zu gestatten. Die Blockade könnte dem Weltmarkt in einer Phase bereits erheblicher Anspannung ein bedeutendes Volumen irakischen Rohöls entziehen. Unabhängig davon konnte ein indisches Schiff nach einem Angriff auf die Anlage den Terminal von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten verlassen, wie Reuters berichtete. Die US-Marine dürfte demnächst damit beginnen, Öltanker in der Straße von Hormus zu eskortieren. Das wäre eine deutliche Ausweitung des amerikanischen Militäreinsatzes zum Schutz von Energielieferungen. Zusammengenommen zeigen Pipeline-Streit, Angriffe auf Terminals und Marineeinsätze, wie weit die Störungen in der Energieinfrastruktur der Region inzwischen reichen.

Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Engpässe des weltweiten Energiehandels. Durch sie wird ein erheblicher Teil des auf dem Seeweg transportierten Öls verschifft. Iran hat in Phasen erhöhter Spannungen mit den Vereinigten Staaten und deren Verbündeten wiederholt damit gedroht, die Meerenge zu schließen. Der irakisch-kurdische Streit über den Zugang zu Pipelines geht auf langjährige Auseinandersetzungen zwischen Bagdad und der Regionalregierung Kurdistans über die Verteilung von Öleinnahmen und Exportrechte zurück. Frühere Unterbrechungen des Pipelinebetriebs führten zu messbaren Anstiegen der regionalen Ölpreise und erschwerten es Irak, seine Exportzusagen einzuhalten.

Gestörte Luftfracht gefährdet Versorgung mit Krebsmedikamenten Die Folgen des Konflikts reichen inzwischen deutlich über die Energiemärkte hinaus und treffen globale Lieferketten für unverzichtbare Arzneimittel. Der Krieg im Nahen Osten beeinträchtigt Luftverbindungen, die für den Transport von Pharmazeutika genutzt werden. Reuters berichtete, dass insbesondere die Versorgung mit Krebsmedikamenten gefährdet sei. Luftfrachtnetze, die durch das Konfliktgebiet oder in dessen Nähe verlaufen, wurden umgeleitet oder ausgesetzt. Dadurch verlängern sich Transportzeiten, und die Kosten für temperatursensible sowie zeitkritische medizinische Produkte steigen. Das setzt Krankenhäuser und Gesundheitssysteme unter Druck, die auf eine Anlieferung von Onkologiebehandlungen genau zum benötigten Zeitpunkt angewiesen sind. Von The Guardian zitierte Experten warnten, dass Afrika für die durch den Iran-Konflikt ausgelösten Störungen der Lieferketten besonders anfällig sei. Als Gründe nannten sie die Abhängigkeit des Kontinents von importierten Arzneimitteln und die begrenzte Fähigkeit, logistische Schocks aufzufangen. Dass zugleich die Energiepreise steigen und Risiken für die Versorgung mit Medikamenten zunehmen, zeigt, dass sich die humanitären und wirtschaftlichen Folgen des Konflikts rasch ausweiten.

Washingtons Spielraum schrumpft, während die globale Anfälligkeit wächst Die Vereinigten Staaten sehen ihren politischen Handlungsspielraum zunehmend begrenzt, weil sich die Krise gleichzeitig an mehreren Fronten verschärft. Die Freigabe aus der SPR, eines der wichtigsten kurzfristigen Instrumente Washingtons zur Dämpfung von Ölpreissprüngen, hat nach jüngeren Berichten, auf die sich Websuchdaten beziehen, bislang nicht die beabsichtigte Entlastung am Markt gebracht. Führende Vertreter der US-Ölindustrie hätten Trump direkt mitgeteilt, dass sich die Bedingungen weiter verschlechtern könnten, berichtete ANSA unter Berufung auf The Wall Street Journal. Damit wächst auch der politische Druck in einer ohnehin schwierigen Lage. Die geplante Eskorte von Tankern durch die Straße von Hormus wäre eine mögliche Eskalation, die neben ihrer beabsichtigten stabilisierenden Wirkung eigene Risiken birgt. Afrikanische Staaten, die wegen ihrer Abhängigkeit von internationalen Lieferketten bereits exponiert sind, stehen damit vor einer doppelten Belastung, weil sowohl die Energiekosten als auch die Verfügbarkeit von Arzneimitteln gleichzeitig unter Druck geraten. Reuters berichtete, dass Iran den Schlüssel zur Wiederöffnung der globalen Energiemärkte in der Hand halte. Damit werden Tempo und Form jeder diplomatischen oder militärischen Lösung zur entscheidenden Größe für Preise und Lieferketten weltweit.