Am Ostersonntag befreiten nigerianische Truppen im Bundesstaat Kaduna 31 Geiseln, nachdem Bewaffnete zwei Kirchen im Dorf Ariko angegriffen hatten. Bei dem anschließenden Feuergefecht kamen nach offiziellen Angaben mindestens fünf Menschen ums Leben. Die Sicherheitskräfte konnten die Angreifer in die Flucht schlagen und eine Fortführung der Geiselnahme verhindern.
Geiselbefreiung in Kaduna
Die nigerianische Armee befreite 31 Geiseln nach Angriffen auf zwei Kirchen in Ariko; mindestens fünf Menschen starben.
Eskalation am Ostersonntag
Gewaltausbrüche trafen auch die Bundesstaaten Benue (17 Tote) und Zamfara (65 getötete Kämpfer).
Internationaler Fokus
US-Präsident Trump stuft die Gewalt als Völkermord ein, während das US-Militär seine Präsenz in der Region erhöht.
Die nigerianische Armee hat am Ostersonntag 31 Geiseln befreit, nachdem bewaffnete Männer zwei Kirchen im Dorf Ariko im Bundesstaat Kaduna angegriffen hatten. Bei einem Feuergefecht, das ausbrach, als die Truppen intervenierten, wurden mindestens fünf Personen getötet. Das Militär erklärte, es habe einen „Terrorangriff“ während der Ostergottesdienste erfolgreich vereitelt und die Angreifer gezwungen, die Geiseln zurückzulassen, nachdem Soldaten das Feuer erwidert hatten. Nach Angaben der Armee wurde einer der befreiten Geiseln verletzt und medizinisch versorgt. Der Angriff richtete sich gegen die First ECWA Church und die katholische Augustinus-Kirche in Ariko, einem Dorf etwa 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Abuja. Caleb Maaji, Vorsitzender der Christian Association of Nigeria für den Bundesstaat Kaduna, sagte, sieben Personen seien getötet worden und eine unbekannte Zahl sei verschleppt worden – diese Zahl liegt höher als die von der Armee bestätigten fünf Todesopfer. Die Armee teilte mit, sie habe die Verfolgung intensiviert, um die Angreifer in ihren Verstecken aufzuspüren und mögliche weitere Geiseln zu retten. Angriff trotz landesweiter Sicherheitsvorkehrungen zu OsternDer Überfall ereignete sich, obwohl der Polizeichef laut Berichten von France 24 und der Deutschen Welle einen „massiven Sicherheitseinsatz“ an Gotteshäusern in ganz Nigeria für die Osterfeiertage angeordnet hatte. Die Armee gab an, die Truppen hätten schnell reagieren können, da Sicherheitskräfte aufgrund des Feiertags bereits in erhöhter Zahl in der Nähe von Kirchen stationiert waren. In der Erklärung des Militärs wurden die Angreifer als „Terroristen“ bezeichnet, wobei unklar blieb, ob es sich um kriminelle Banden handelte, die aus Lösegeldforderungen agierten, oder um Mitglieder dschihadistischer Netzwerke der Region. „„Die Untersuchungen dauern noch an.“” — Caleb Maaji via Reuters Die Armee erklärte, die Truppen hätten die „Verfolgungsjagd zur Lokalisierung der Flüchtigen in ihren Verstecken intensiviert“, wobei die Bemühungen fortgesetzt würden, die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Der Vorfall in Ariko war kein Einzelfall: Im Januar 2026 hatten Bewaffnete mehr als 170 Gläubige aus drei Kirchen während der Messe in Kaduna zusammengetrieben, wobei 80 entkommen konnten und der Rest laut France 24 nach Verhandlungen nach drei Wochen Haft freigelassen wurde. Gewalt in drei nigerianischen Bundesstaaten am selben TagDer Ostersonntag war von gleichzeitiger Gewalt in mehreren nigerianischen Bundesstaaten geprägt. Im Bundesstaat Benue in Zentralnigeria wurden nach Augenzeugenberichten, die De Gelderlander vorliegen, 17 Menschen getötet, als bewaffnete Männer das Dorf Mbalom betraten und wahllos das Feuer eröffneten. Der Gouverneur von Benue machte laut Zeit Online „vermutlich bewaffnete Hirten“ für den Angriff verantwortlich und bezeichnete diesen als „barbarischen Akt“. In der Region kommt es immer wieder zu gewaltsamen Konflikten zwischen sesshaften Bauern und nomadischen Hirten. Davon unabhängig tötete die nigerianische Armee im Bundesstaat Zamfara 65 (Banditen) — bewaffnete Kämpfer durch die nigerianische Armee getötet. Laut einem AFP vorliegenden Sicherheitsbericht folgte dies einer Massenentführung Anfang der Woche, bei der Anwohner schätzten, dass sieben Menschen getötet und 150 Personen in sechs Dörfern des lokalen Verwaltungsgebiets Bukkuyum verschleppt wurden. Die Offensive der Armee in Zamfara wurde in einem anderen Bezirk durchgeführt als jenem, aus dem die Entführung gemeldet worden war.Dorf Ariko, Bundesstaat Kaduna (Angabe Armee): 5, Dorf Ariko, Bundesstaat Kaduna (Angabe CAN): 7, Dorf Mbalom, Bundesstaat Benue: 17 Trumps Völkermord-Vorwurf erhöht internationalen Druck auf AbujaDie Sicherheitskrise in Nigeria zieht anhaltende internationale Aufmerksamkeit auf sich, insbesondere aus den Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump hat die Gewalt gegen Christen in Nigeria als „Völkermord“ bezeichnet und laut BBC-Berichten vom Januar 2026 bereits Luftschläge gegen militante Gruppen im Land angeordnet. Auch die US-Armee weitete ihre Operationen gegen Islamisten in Nigeria aus, so Zeit Online. Nordwest- und Zentralnigeria werden seit Jahren von kriminellen Banden geplagt, die vor Ort als Banditen bekannt sind und Massenentführungen zur Erpressung von Lösegeld sowie tödliche Überfälle auf ländliche Gemeinden verüben. Im Nordosten verbreiten die dschihadistische Gruppe Boko Haram und deren 2016 entstandene Splittergruppe ISWAP weiteres Unheil. Obwohl die Banditen primär durch finanziellen Gewinn motiviert sind, arbeiten sie laut France 24 zunehmend mit dschihadistischen Netzwerken aus dem Nordosten zusammen. Nigeria, die bevölkerungsreichste Nation Afrikas mit rund 240 Millionen Einwohnern, ist grob zwischen dem überwiegend muslimischen Norden und dem mehrheitlich christlichen Süden aufgeteilt, wobei es in den zentralen Regionen zu einer starken religiösen Vermischung kommt. Trotz des verstärkten Einsatzes der Armee in der Region verzeichnet Nigeria weiterhin einen Anstieg der Gewalt. Die Angriffe am Ostersonntag stellen das jüngste Glied in einer Kette von Überfällen auf christliche Gemeinden dar, die in Washington auf Verurteilung stießen.
Mentioned People
- Caleb Maaji — Chairman of the Christian Association of Nigeria for Kaduna state
- Donald Trump — 47th President of the United States
Sources: 9 articles
- Nigerianische Armee befreit 31 an Ostern entführte Gläubige (watson.ch/)
- Nigeriaans leger verijdelt poging tot massaontvoering tijdens paasviering, zeven doden (De Gelderlander)
- Nigeria: Armia uwolniła 31 porwanych po ataku na kościół (wnp.pl)
- Nigeria troops rescue Easter worshippers after deadly church attack (France 24)
- Nigeria: Nigerias Armee befreit nach Angriff auf Ostergottesdienst 31 Geiseln (ZEIT ONLINE)
- El ejército de Nigeria rescata a 31 secuestrados en ataques contra dos iglesias (EL MUNDO)
- Nigeria's army rescues 31 hostages after church attack (Deutsche Welle)
- Nigeria: rescatan a 31 secuestrados en ataques a 2 iglesias (Deutsche Welle)
- Nigeria : l'armée libère 31 fidèles enlevés à Pâques (La Libre.be)
- Nigerian army rescues 31 hostages after church attack (Reuters)